Künftiges 'Fuhub' auf dem neuen Life-Science-Campus in Berlin-Dahlem
Visualisierung des Objekts auf dem Gelände des ehemaligen US-Militärkrankenhauses an der Fabeckstraße 62/Kamillenstraße 43. (Quelle: Zeynep Oba)

Projekte

11. July 2022 | Teilen auf:

Pläne für Berliner Forschungsgebäude "Fuhub" vorgestellt

BFA entwirft für Driven Investment ein Labor- und Bürogebäude auf dem neuen Life-Science-Campus in Berlin-Dahlem.

Das Berliner Architekturbüro Bollinger + Fehlig wurde von Driven Investment mit der Planung des nachhaltigen Forschungsgebäudes "Fuhub" auf dem Gelände des neuen Life Science-Campus "Fubic" beauftragt.

Der von Wista Management projektierte Campus entsteht als innovativer Forschungs- und Technologiestandort in unmittelbarer Nähe zur Freien Universität Berlin und zu außeruniversitären Forschungseinrichtungen wie den Max-Planck-Instituten und dem Konrad-Zuse-Institut. Das "Fuhub" bildet dabei den ersten Neubau auf den sechs Baufeldern rund um das Bestandsgebäude.

Integrales und nachhaltiges Gebäudekonzept

Das zwei- bis viergeschossige Gebäude soll über rund 8.500 Quadratmeter BGF verfügen und in CO2-sparender Holzhybrid-Bauweise sowie im Niedrigenergiestandard (KfW 40) errichtet werden. Eine Zertifizierung nach DGNB in Platin wird angestrebt und ein DGNB-Auditor zur Absicherung dieser Zielvorgabe in die Planung des Projektes einbezogen.

„Die Holzhybrid-Bauweise verringert nicht nur die CO2-Emissionen für die Gebäudeerrichtung“, erklärt Jens Fehlig, Geschäftsführender Gesellschafter von BFA. „Sie schafft auch eine besondere Raumästhetik. Weiterhin wird im Rahmen der Zertifizierung besonderes Augenmerk auf den Nutzerkomfort zum Beispiel bezüglich Raumluftqualität und Belichtung gelegt, so dass hier Flächen mit sehr guten Arbeitsbedingungen entstehen werden. Darüber hinaus werden effizient strukturierte Flächen und kollektiv genutzte hochwertige Kommunikationsräume geschaffen, die dem avisierten Nutzungsmix aus Wissenschaft und Wirtschaft im Bereich Life Science optimal entsprechen.“

Dem Gebäudeentwurf liegt ein integral geplantes ressourcensparendes Energie- sowie ein passives Klimakonzept zu Grunde. Unter anderem soll die gesamte Beheizung auf Basis von Wärmepumpentechnologie erfolgen. Der benötigte Betriebsstrom wird mittels Photovoltaik nach Möglichkeit selbst erzeugt. Zusätzlich benötigter Strom für die Gebäudenutzung wird aus dem quartierseigenen Netz, welches langfristig klimaneutral betrieben werden soll, eingespeist. Das auf das Mikroklima am Standort fokussierte Klimakonzept ermöglicht durch ausreichende Lüftungsflächen sowie Nachtauskühlungsoption den Verzicht auf technische Klimatisierung und Lüftung in den Büros. Nur im Bereich der Laborflächen muss von diesem „Low-Tech“-Ansatz abgewichen werden, weil dort funktionsbedingt Anforderungen an eine mechanische Lüftung und auch Kühlung bestehen.

Das auf den Dächern anfallende Regenwasser wird vollständig über Retentionskörper zurückgehalten, gedrosselt abgeleitet und in einer Zisterne gespeichert. Aus dieser erfolgt dann die gesamte Bewässerung der Außenanlagen sowie der Dachbegrünungen. Die Oberflächen im Außenbereich werden möglichst nicht versiegelt, sodass Regenwasser direkt versickern kann. Nur die geplanten Wege- und Terrassenflächen erhalten Abläufe in die Zisterne, welche mit einem Überlauf in eine Rigole ausgestattet ist. Dadurch muss insgesamt nicht nur kein Regenwasser in das öffentliche Netz eingespeist werden, sondern auch ein natürlicher Kühleffekt mittels der Verdunstung des Wassers auf den Dachflächen und in den Außenanlagen erzielt.

Der Baukörper des "Fuhub" wird mit variierenden Gebäudehöhen einen gemeinschaftlich nutzbaren Hof umschließen. Im viergeschossigen Nordflügel sind kombinierte Labor- und Büroflächen vorgesehen, im dreigeschossigen Südflügel reine Büroflächen. Der verbindende Mittelteil ist eine zweigeschossige Halle, die von allen Mietern als Empfangs- und Kommunikationsbereich genutzt werden soll. Gleiches gilt für die begrünte Dachterrasse darüber. Die sonstigen Dachflächen werden zu 60 Prozent mit einem Biodiversitätsdach begrünt und mit Photovoltaikanlagen ausgestattet. Die Büro- und Laborflächen variieren zwischen 270 und 710 Quadratmetern. Im Erdgeschoss entstehen offene Co-Working-Flächen, die mit einer Café- oder Foodbar-Nutzung zur Eingangshalle hin ergänzt werden können. Hinzu kommt ein gemeinschaftlich genutzter Fahrradabstellbereich mit Duschen und WCs im aus Gründen der Nachhaltigkeit minimierten Kellergeschoss.

Der Baustart ist für März 2023 vorgesehen. Die Fertigstellung wird voraussichtlich bis Ende 2024 erfolgen.

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zuletzt editiert am 11.07.2022