Porträtbild Rolf Buch
Vonovia-CEO Rolf Buch soll spätestens zum Jahreswechsel von Luka Mucic abgelöst werden. (Quelle: Vonovia)

Unternehmen & Köpfe 2025-11-05T07:42:47.294Z Vonovia wächst wieder mit Tempo

Der Vonovia-Konzern wächst wieder so dynamisch wie vor 2020 – Vorstandschef Rolf Buch präsentiert zum letzten Mal die Geschäftszahlen.

Vonovia hat in den ersten neun Monaten 2025 eine deutliche operative Erholung verzeichnet. Der größte Wohnimmobilienkonzern Europas bestätigt die erhöhte Jahresprognose und kündigt für 2026 weiteres Wachstum an. Vorstandsvorsitzender Rolf Buch präsentierte die Zahlen zum letzten Mal in seiner aktuellen Funktion.

Das Adjusted EBITDA stieg in den ersten drei Quartalen auf 2,11 Milliarden Euro – ein Plus von 6,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr 2025 rechnet Vonovia mit einem EBITDA von rund 2,8 Milliarden Euro; 2026 sollen es bis zu 3,05 Milliarden Euro werden. Trotz eines leicht rückläufigen Wohnungsbestands und höherer Instandhaltungskosten konnte das Unternehmen die operativen Ergebnisse verbessern. Der Operating Free Cash-Flow legte um mehr als ein Viertel zu.

„Nach drei Jahren der Stagnation wachsen wir jetzt wieder mit hoher Dynamik – wie vor der Krise“, so Rolf Buch. „Der starke Anstieg im Operating Free Cash-Flow gibt uns unternehmerischen Freiraum. Die Kundenzufriedenheit ist auf Rekordhoch. Basis für die erfolgreiche Unternehmensentwicklung ist unsere klare Strategie: Während zwölf erfolgreicher Jahre an der Börse haben wir den Beweis erbracht, dass unser skalierendes Geschäftsmodell trägt und wir neben der Vermietung ein starkes Dienstleistungsgeschäft aufgebaut haben.“

Neubau zieht wieder an

Mit Investitionen von rund 1,36 Milliarden Euro (+29 %) intensivierte Vonovia die Maßnahmen in Bestandsentwicklung und Neubau. Insgesamt wurden 1.555 Wohnungen fertiggestellt, für weitere 1.600 Projekte wurde der Baustart vollzogen. Das Unternehmen sieht darin einen ersten Erfolg des angekündigten „Bauturbos“ – fordert zugleich aber schnellere Planungsprozesse in den Kommunen.

Erneut deutlich gestärkt zeigten sich auch die Geschäftsfelder jenseits der klassischen Vermietung. Die Segmente Value-add, Development und Recurring Sales trugen mit insgesamt 267,7 Millionen Euro rund 13 Prozent zum Gesamt-EBITDA bei – gegenüber neun Prozent im Vorjahr. Insbesondere bei Modernisierungen und Energiedienstleistungen erzielte Vonovia zusätzliche Erlöse. Im Verkaufsbereich verbuchte der Konzern ein Verkehrswert-Plus von über 30 Prozent.

Auch in der Nachhaltigkeitsstrategie meldet Vonovia Fortschritte. Die CO₂-Intensität im deutschen Bestand wurde auf 30,7 kg CO₂e/m² gesenkt (–1,3 %). Ein neues Serienprodukt, entwickelt mit Enercube und der DFA Demonstrationsfabrik Aachen, soll künftig rund 20.000 Wohnungen mit vorgefertigten Wärmepumpen-Cubes versorgen – ein weiterer Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2045.

Finanzierung stabil – Ausblick positiv

Auf der Finanzierungsseite konnte Vonovia Anleihen im Umfang von 2,71 Milliraden Euro zu einem durchschnittlichen Zins von 1,93 Prozent begeben, darunter erstmals auch zwei Bonds in australischen Dollar. Der Verschuldungsgrad liegt mit 45,7 Prozent nahe dem Zielkorridor. Die Ratings der führenden Agenturen bleiben unverändert.

Für 2026 rechnet der Konzern mit einem weiteren Anstieg des operativen Ergebnisses. Das Adjusted EBITDA soll zwischen 2,95 und 3,05 Milliarden Euro liegen – rund 200 Millionen Euro mehr als im laufenden Jahr.

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zuletzt editiert am 05. November 2025