2021 gaben die meisten Proptechs an, einen Jahresumsatz von bis zu 10.000 Euro zu verbuchen. In diesem Jahr waren es mehrheitlich bis 500.000 beziehungsweise bis zwei Millionen Euro. (Quelle: Pixabay)

Digitalisierung

07. July 2022 | Teilen auf:

Start-ups gewinnen an Marktrelevanz

Zum dritten Mal in Folge veröffentlichen das IIWM der TH Aschaffenburg, Brickalize und Blackprint die Proptech Germany Studie. Sie dient dazu, das aktuelle Stimmungsbild von Proptechs und ihre Marktlage zu erfassen. Von Dezember 2021 bis März 2022 haben 229 Proptechs an der Online-Befragung teilgenommen und damit Einblicke in ihre Geschäftstätigkeiten gewährt.

Aus der am 7. Juli 2022 präsentierten Studie geht hervor, dass sich Start-ups in der Bau- und Immobilienwirtschaft deutlich etablieren. Rund 71 Prozent gaben an, dass sie im vergangenen Jahr mehr oder merklich mehr Neugeschäft verzeichnet haben. Gab die Mehrheit 2021 noch an, einen Jahresumsatz von bis zu 10.000 Euro verbucht zu haben, waren es in diesem Jahr mehrheitlich bis 500.000 beziehungsweise bis zwei Millionen Euro. Angestiegen ist auch die durchschnittliche Anzahl an Mitarbeitenden. Arbeiteten bei der Befragung zur Proptech Germany 2021 Studie noch eine bis fünf Personen in einem durchschnittlichen Proptech, sind es mittlerweile sechs bis 15.

„Unsere diesjährige Proptech Germany Studie zeigt deutlich, dass Proptechs erwachsen geworden sind“, sagt Prof. Dr. Verena Rock, Leiterin des Studienganges Digitales Immobilienmanagement an der TH Aschaffenburg. „KPI-seitig vor allem umsatzgetrieben, sind Wachstum und Skalierung wesentliche Ziele, zu deren Erreichung Proptechs im Wesentlichen auf drei klar definierbare Erfolgsfaktoren setzen: ein gutes Vertriebsteam zur Durchdringung der Entscheidungsstrukturen beim Kunden, den Zugang zum richtigen Ansprechpartner sowie die klare Positionierung der Produkt-Technologieeigenschaften, so dass der Kunde das Produkt und seinen Nutzen sofort versteht. “

Inhaltliche und geographische Expansion lässt Proptechs wachsen

Ein Wachstumsfaktor bei Proptechs ist die Expansion ins Ausland. Durchschnittlich sind die Unternehmen bereits heute in fünf Ländermärkten aktiv. 78,6 Prozent planen eine weitere Expansion in zusätzliche Ländermärkte während der kommenden ein bis zwei Jahre. Aber nicht nur geographisch erschließen Start-ups der Branche neue Märkte, sondern auch bei der inhaltlichen Ausrichtung ihrer Unternehmen. 33,2 Prozent planen eine Ausweitung der Geschäftsaktivitäten in andere Produktmärkte und Wertschöpfungsstufen, in denen sie bisher noch nicht aktiv waren.

Brickalize-CEO Philipp Liebold erklärt: „Insbesondere der schnelle Ausbau der eigenen Lösungen um weitere Märkte und Wertschöpfungsbereiche abzudecken ist ein sehr gutes Signal für die Kunden der Proptechs. Aus kleinteiligen Lösungen werden ausgereifte und vielfältige Systeme.“

Wagniskapital und ESG sind Treiber des Proptech-Sektors

Das messbare Wachstum des Proptech-Sektors und der gestiegene Reifegrad sind unter anderem auf einen hohen Wagniskapitalfluss zurückzuführen. Rund 80 Prozent aller Proptechs haben bisher Wagniskapital eingesammelt, 41,5 Prozent haben im Jahr 2021 eine Finanzierungsrunde abgeschlossen. 50,7 Prozent sehen eine leicht bis stark gestiegene Investitionsbereitschaft von Wagniskapitalgebern. Die Umfrage zeigt deutlich, dass auch ESG einen Wachstumstreiber für PropTechs darstellt, da die Nachfrage bestimmter Lösungen durch den Marktdruck gestiegen ist. Beim E („Environmental“) fokussieren PropTechs auf Angebote zur Ressourcenschonung (47 %), CO2-Neutralität (43,7 %) sowie zum Energieverbrauchsmanagement (12,2 %). Im Bereich S („Social“) liefern 50,7 % der Proptechs Lösungen zur Steigerung des Nutzerkomforts. Ebenfalls relevant sind die Aspekte Gesundheit und Wohlergehen sowie Mieter- und Bürgerkommunikation. Beim G („Governance“) tragen 60,3 Prozent der Proptechs zur Schaffung von Transparenz bei.

Sarah Maria Schlesinger, CEO bei Blackprint, kommentiert: „Proptechs sind als notwendige Treiber der Transformation und Digitalisierung in der Bau- und Immobilienwelt relevanter als je zuvor. Die zwei Faktoren Wagniskapital und ESG wirken beschleunigend für das Wachstum von Startups und den stattfindenden Wandel in der Branche. Der gestiegene Reifegrad und insbesondere der messbar steigende wirtschaftliche Erfolg von Proptechs sind positive Indikatoren für die Gesamtentwicklung der Branche in puncto Digitalisierungsgrad sowie für ihren insgesamt steigenden Impact und mehr Nachhaltigkeit.“

Die vollständige Studie finden Sie hier zum Download .

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zuletzt editiert am 07.07.2022