Luftaufnahme einer modernen Wohnanlage in Berlin mit begrünten Dächern und umliegender Stadtlandschaft.
Nominiert in der Kategorie: „In Planung / in Entwicklung“: Das „B´Ella Berlin“. (Quelle: ICG)

Projekte 2025-10-23T13:48:26.814Z SII-Award 2025: Sechs Projekte im Finale

Der „Real Estate Social Impact Investing Award“ geht in die vierte Runde. Die Jury hat sechs Projekte in zwei Kategorien für die Endauswahl nominiert.

Für den diesjährigen „Real Estate Social Impact Investing Award“ (SII-Award) hat die Jury sechs Projekte in zwei Kategorien nominiert. Die Auszeichnung wird am 27. November 2025 im Hotel Oderberger in Berlin verliehen. Insgesamt 33 Einreichungen gingen ein, darunter auch mehrere akademische Arbeiten. Aufgrund geringer Bewerberzahlen wurden die Kategorien „in Planung“ und „in Entwicklung“ in diesem Jahr zusammengefasst.
Initiator des 2021 erstmals vergebenen Preises ist das Institut für Corporate Governance in der deutschen Immobilienwirtschaft (ICG). Die Verleihung erfolgt in Kooperation mit immobilienmanager.

Die Jury vergibt Preise in den Kategorien „in Planung bzw. in Entwicklung“ sowie „realisiert“. Zusätzlich werden zwei Sonderpreise und ein Preis für eine akademische Arbeit verliehen. Der Auswahlprozess basiert auf einem Bewertungsmodell, das die Kriterien der EU-Sozial-Taxonomie mit dem ICG-eigenen Scoring-Modell kombiniert. Bewertet werden unter anderem soziale Wirkung, Governance-Strukturen und ökologische Aspekte.

Jury würdigt gesellschaftlichen Mehrwert

„Gerade in herausfordernden Zeiten zeigt sich, wie wandlungsfähig die Branche ist“, sagt Werner Knips, Gründer der Social Impact Investing-Initiative und stellvertretender Vorstandsvorsitzender des ICG. „Viele Projekte setzen heute nicht mehr allein auf Rendite, sondern auf gesellschaftlichen Mehrwert – und genau das macht sie zukunftsfähig.“

Prof. Dr.-Ing. Anne Sanftenberg (HTW Berlin) betont die strategische Verankerung sozialer Wirkung in vielen Projekten. Dr. Andreas Rickert (PHINEO gAG) ergänzt: „Der Kapitalmarkt erkennt zunehmend, dass soziale Wirkung kein Kostenfaktor, sondern ein Zukunftstreiber ist.“

Finalisten Kategorie: „In Planung / in Entwicklung“

B’Ella Berlin (Mixed Use): Auf einem ehemaligen Industrieareal entsteht ein CO₂-freies, sozial inklusives Quartier mit rund 500 Wohnungen und 50.000 Quadratmetern Bürofläche. Das Projekt verzichtet bewusst auf renditeorientierte Flächen und schafft Angebote für benachteiligte Gruppen – inklusive betreutem Wohnen. Regenwassermanagement, emissionsarme Baustoffe und erneuerbare Energieversorgung ergänzen das Konzept.
Fazit: Urbane Lebensqualität trifft auf soziale Teilhabe und ökologische Verantwortung.

Eine moderne städtische Szene mit Menschen, die durch einen von hohen Gebäuden gesäumten Platz spazieren. Die Architektur ist zeitgenössisch und von Bäumen umgeben.
Visualisierung des Projekts „Sugar Valley“ in München (Quelle: Salvis Consulting AG/ICG)

Sugar Valley München (Mixed Use): Auf dem Gelände eines ehemaligen Betonwerks entsteht ein „5-Minuten-Quartier“ mit Wohnen, Arbeiten, Kultur und Bildung. Über 160.000 Quadratmeter Mietfläche, 20.000 Quadratmeter Freiraum, Dachbegrünung und 165 neue Bäume sind Teil des Konzepts. Ein 100-Punkte-Plan deckt Biodiversität, Kreislaufwirtschaft und CO₂-neutrale Energieversorgung ab.
Fazit: Ein durchdachter Transformationsansatz mit städtebaulicher, sozialer und ökologischer Wirkung.

Vollgut Neukölln (Mixed Use): Die Revitalisierung des früheren Vollgutlagers der Kindl-Brauerei zu einem sozialen Kultur- und Gewerbezentrum mit queerem, migrantischem und popkulturellem Fokus. Genossenschaftliches Eigentum, Community-Fonds und breite Nachbarschaftseinbindung stehen im Mittelpunkt.
Fazit: Ein Modellprojekt für lokalwohlorientierte Quartiersentwicklung.

Finalisten Kategorie: „Realisiert“

Honeycamp Mannheim (Light Industrial): Gewerbecampus für kleinteilige Nutzergruppen in ressourcenschonender Holzbauweise. Flexible Module, Community-Flächen und eine Impact-Plattform für soziale Projekte ergänzen das Konzept.
Fazit: Soziale Innovation im Gewerbesegment mit Vorbildfunktion – auch für den Logistikbereich.

Eine moderne Kindertagesstätte mit einem großzügigen Innenhof, ausgestattet mit Spielgeräten und umgeben von hohen Gebäuden.
Das Projekt Kita Tiefsee Express in Bonn. (Quelle: RKW/Deutscher Herold/ICG)

Kita Tiefsee Express Bonn (Bildung): Umbau eines fensterlosen Rechenzentrums zu einer modernen Kindertagesstätte mit 70 Plätzen. Teil einer größeren Quartiersentwicklung mit sozialer Infrastruktur.
Fazit: Kreative Nachverdichtung trifft soziale Verantwortung – ein Modellfall für urbane Bildungsräume.

Marktquartier Recklinghausen (Mixed Use): Umbau eines leerstehenden Karstadt-Warenhauses zu einem lebendigen Stadtquartier mit Wohnen, Einzelhandel, Hotel und sozialen Einrichtungen. Beteiligung der Stadtgesellschaft und Integration geförderten Wohnraums inklusive.
Fazit: Ein Leuchtturm für nachhaltige Innenstadtentwicklung im Bestand.

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zuletzt editiert am 23. Oktober 2025