Es läuft für Start-ups aus der Immobilienbranche - allein in Deutschland macht der neue Blackprint-Report derzeit 654 Proptechs aus. (Bild: Pixabay)

Unternehmen & Köpfe 2022-02-09T10:08:52.995Z Rekordzeiten für Proptech-Szene

Für den Proptech-Sektor war 2021 ein Rekordjahr: Das Finanzierungsvolumen hat sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Für 2022 ist ein weiterer Anstieg der Investitionen zu erwarten. 881 aktive Proptechs in der DACH-Region zählt der neue "PropTech Start-up-Report 2021/22" von Blackprint.

Rund 666 Millionen Euro wurden 2021 in Finanzierungsrunden in Proptechs investiert. Damit sammelten Start-ups der Bau- und Immobilienwirtschaft mehr als das Doppelte des Vorjahres ein. 2020 lag das Finanzierungsvolumen noch bei rund 270 Millionen Euro.

„Die unglaubliche Menge investierter Mittel ist ein deutliches Signal an den Markt: Proptech ist von einem Nice-to-have zu einem Must-have für Immobilienkonzerne geworden“, sagt Sarah Maria Schlesinger, Managing Partner bei Blackprint. „Es befindet sich zunehmend mehr Wagniskapital im Umlauf. Das ermöglicht es vielen Innovationstreibern, ihre Unternehmen erfolgreich am Markt zu platzieren und die Finanzierung für die ersten Jahre zu sichern.“

Insgesamt sind in der DACH-Region derzeit 881 Proptechs aktiv. 151 sind dabei in der Schweiz ansässig, in Österreich 76. Deutschland verzeichnet derzeit 654 Proptechs. Berlin ist für junge Immobilienunternehmen, die eine digitale Lösung anbieten, dabei weiterhin der attraktivste Standort mit 196 Proptechs. Auf dem zweiten Platz folgt Bayern (126). Diese beiden Bundesländer verbuchen zusammen mit Hamburg, NRW, Hessen und Baden-Württemberg auch zahlreiche Neugründungen. In den anderen zehn Bundesländern ist in den vergangenen drei Jahren die Anzahl der Proptechs insgesamt lediglich um zwölf gestiegen.

Noch höheres Finanzierungsvolumen für 2022 erwartet

Von den 666 Millionen Euro Investitionsvolumen fielen unterschiedlich große Anteile auf die einzelnen Lebenszyklusphasen von Immobilien ab. Rund 156 Millionen Euro wurden in Unternehmen investiert, die digitale Lösungen für das „Betreiben & Verwalten“ von Gebäuden anbieten. Rang zwei belegt der Bereich „Planen, Bauen & Refurbishment“ mit rund 131 Millionen Euro.

„Speziell in diesen beiden Bereichen ist der Grad der Digitalisierung noch sehr gering“, erklärt Schlesinger. „Unternehmen, die bisher alles manuell abwickeln oder bestenfalls mit Excel-Tabellen arbeiten, stehen vor einem hart umkämpften Wettbewerb. Denn PropTechs, die automatisierte Lösungen anbieten, können zukünftig effizienter, kostengünstiger und im Zweifel auch mit besseren Ergebnissen den Markt beleben.“

2022: 487 Millionen Euro in den ersten sechs Wochen

Für 2022 ist mit einem weiteren Anstieg der Investitionen in Proptechs zu rechnen. Der Druck auf die Bau- und Immobilienbranche ist durch die ESG-Regulatorik und die Anforderungen zur Dekarbonisierung deutlich gestiegen. Für PropTechs biete der aktuelle Druck eine riesige Chance, so Schlesinger. „Der 'Proptech Start-up-Report' zeigt klare Entwicklungen auf: Mit dem steigenden Wagniskapital gehen erste Anzeichen der Konsolidierung des Sektors in Form von negativem Wachstum bei den Neugründungen und nicht mehr sprunghaftem Anstieg der Proptech-Anzahl insgesamt einher.“

Jüngsten Informationen von Blackprint zufolge wurden in den ersten sechs Wochen im neuen Jahr 2022 von Proptechs aus der DACH-Region bereits 487 Millionen Euro an Wagniskapital eingesammelt. Der nächste Rekord ist also schon in Aussicht.

Bei der Blackprint-Studie handelt es sich um den zweiten "PropTech Start-up-Report". Nachdem die erste Ausgabe im September 2021 pünktlich zur Real Proptech Conference erschienen war, blickt der nun veröffentlichte Report auf das Jahr 2021 zurück und gibt Prognosen für das kommende Jahr.

Den "PropTech Start-up-Report 2021/22" finden Sie unter diesem LINK .

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zuletzt editiert am 10. Februar 2022
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