Fassadenelement schwebt über Dach
Beim seriellen Sanieren werden vorgefertigte Elemente eingebaut. (Quelle: Vonovia)

Mönchengladbach

5. July 2022 | Teilen auf:

Mönchengladbach: Baustart für LEG-Zukunftshaus

In Mönchengladbach baut die LEG das größte Energiesprong-Projekt Deutschlands.

Das Wohnungsunternehmen LEG modernisiert am Standort Mönchengladbach-Hardt insgesamt 110 Wohnungen nach dem Energiesprong-Prinzip. Ziel dieses Energiesprong-Pilotprojekts ist es, ein zukunftsweisendes serielles Modernisierungskonzept zu erproben und gemeinsam mit etablierten Baupartnern weiterzuentwickeln, damit der so genannte „Net-Zero-Standard“ in der Breite für Eigentümer/innen und Mieter/innen bezahlbar wird. Nach anderthalb Jahren Vorbereitungs- und Entwicklungszeit startet nun sukzessive die Bauphase von, nach Unternehmensangaben, Deutschlands größtem Projekt dieser Art.

In den kommenden Monaten werden die Gebäude Am Aschenkrug 59-69, Römerkuppe 29-40 und Am Brandhügel 28-39 umfassend energetisch modernisiert – und das in einem beschleunigten Verfahren. Denn die Bauzeiten verkürzen sich durch den Einsatz von seriell vorgefertigten Bauteilen erheblich.  Und sobald die serielle Sanierung erst einmal den Pilotstatus erfolgreich hinter sich gelassen hat, werden die Bauzeiten, perspektivisch noch weiter abnehmen.

„Wir freuen uns sehr, dass wir in unserem Wohnquartier gemeinsam mit insgesamt vier professionellen Partnerunternehmen echte Pionierarbeit leisten– und sind schon ganz gespannt auf die ersten Ergebnisse. Denn die neuartige serielle Sanierung mithilfe vorgefertigter Fassaden- und Dachelemente hat es in dieser Größenordnung bislang in Deutschland noch nicht gegeben. Sie ist aus unserer Sicht die richtige Antwort auf die vielen Fragen, die mit dem notwendigen Klimaschutz und der geplanten Klimaneutralität bis zum Jahr 2045 einhergehen, wie unter anderem dem Mangel an Handwerkerkapazitäten und die aktuelle Energiekostensteigerung“, so Dr. Volker Wiegel, COO der LEG Immobilien SE.

Nach Abschluss der Arbeiten werden alle Gebäude den so genannten „Net-Zero-Standard“ erfüllen – das heißt die Gebäude verbrauchen im Hinblick auf ihre Jahresenergiebilanz nur so viel Energie wie die Photovoltaikanlagen auf den Dächern erzeugen. Und sie benötigen auch generell nur sehr wenig Energie, nämlich nur 55 Prozent des Referenzhauses für energieeffiziente Gebäude (KfW55 EE-Standard). So werden etwa 90 Prozent des Primärenergiebedarfs eingespart beziehungsweise rund 570.000 Kilogramm CO2 im Jahr.

Als Baupartner konnte die LEG die drei Unternehmen B&O, Fischbach, Saint-Gobain sowie das Start-up Ecoworks gewinnen. Jeder Partner wird für die energetische Ertüchtigung von zwischen vier bis acht Gebäuden als Generalunternehmer verantwortlich sein. Dabei starten die Baupartner im jeweils monatlichem Zeitversatz mit der Umsetzung der jeweiligen Maßnahmen. So werden neben der Montage von innovativen Gebäudehüllen für Energieeinsparung auch modernste Anlagentechnik, wie Indach-Photovoltaikanlagen und hocheffiziente Wärmepumpen, installiert. Zudem werden die Hauseingänge und Treppenhäuser attraktiv neugestaltet und die Außenanlagen optimiert und verschönert. Im Anschluss daran profitieren die Bewohner/innen aller betroffenen Gebäude von klimaneutralem Wohnen durch eine ausgeglichene Jahres-Energiebilanz und sind zukünftig weitestgehend unabhängig von Energiepreisentwicklungen.

Neben diesem Energiesprong-Reallabor am Standort Möchengladbach bereitet sich das Joint-Veture „Renowate“ von LEG und der Rhomberg Bau aus Österreich, dass das serielle Sanieren im groß-technischen Maßstab für die gesamte DACH-Region weiterentwickeln will, nur wenige Straßenzüge weiter ebenfalls auf seinen ersten Baustart im Spätsommer vor. Dabei geht Renowate jedoch über den Pilotcharakter des Reallabors hinaus, da es ein eigenes Geschäftsmodell – ohne die Einbindung von Generalunternehmern – darstellt und auf Langfristigkeit ausgerichtet ist. So arbeitet das Team des Joint-Ventures bereits an Folgeprojekten, sodass die Auftrags-Pipeline schon gut gefüllt ist. Das deutsch-österreichische Joint-Venture setzt gezielt auf die Skalierung eines sukzessive zu optimierenden Modells – und somit – im Unterschied zum Energiesprong-Projekt – nicht auf den vergleichenden Test von verschiedenen Möglichkeiten des seriellen Sanierens.

zuletzt editiert am 05.07.2022