Logistikhalle mit Anfahrrampe und Toren
Die Mietpreise für Logistikflächen steigen an fast allen Standorten. (Quelle: Realogis)

Standorte & Märkte

23. August 2022 | Teilen auf:

Logistikmieten gehen steil nach oben

Realogis stellt für das erste Halbjahr 2022 fest, dass in 27 von 32 Märkten die Spitzenmieten für Logistik teilweise sehr stark steigen.

Im Mittel aller Top-8 Standorte haben die Spitzenmietpreise für Logistikimmobilien-Neubauten im ersten Halbjahr 2022 um 9,5 Prozent zugelegt, stellt Realogis fest. Bei den Spitzenreitern München und Berlin stagnieren sie auf dem Wert des Vorjahreszeitpunktes, alle anderen sechs Top-Märkte verzeichneten steigende Preise.

Teuerster Logistikstandort nach Spitzenmietpreis unter den Top-8 ist München mit 8,50 Euro pro Quadratmeter (unverändert zum ersten Halbjahr 2021). Für einen Neubau müssen Nutzer mindestens einen Euro mehr pro Quadratmeter zahlen als an allen Standorten in Deutschland. Auf dem zweiten Rang liegt Berlin mit 7,50 Euro pro Quadratmeter. Wie in München hat sich auch hier gegenüber dem Vorjahreszeitraum die Spitzenmiete nicht verteuert. Dafür hat sich der Mietzins in der Metropolregion Hamburg um plus 19 Prozent auf 7,50 Euro pro Quadratmeter erhöht (kommend von 6,30 Euro pro Quadratmeter im ersten Halbjahr 2021) und positioniert sich damit gleichauf mit Berlin.

Knapp dahinter befinden sich die Metropolregionen Stuttgart (plus fünf Prozent, erstes Halbjahr 2021: 6,95 Euro pro Quadratmeter) und Frankfurt am Main mit 7,30 Euro pro Quadratmeter (plus 8,1 Prozent, erstes Halbjahr 2021: 6,75 Euro pro Quadratmeter). Auf den drei letzten Rängen liegen der Düsseldorfer Markt mit 7,00 Euro pro Quadratmeter (plus 14,8 Prozent, erstes Halbjahr 2021: 6,10 Euro pro Quadratmeter), Köln mit 6,85 Euro pro Quadratmeter (plus 17,1 Prozent, erstes Halbjahr 2021: 5,85 Euro pro Quadratmeter) und das Ruhrgebiet mit 5,95 Euro pro Quadratmeter (plus 12,3 Prozent, erstes Halbjahr 2021: 5,30 Euro pro Quadratmeter). „Außerhalb der Top-8 sticht insbesondere die Preisentwicklung in Augsburg hervor: Dort steigt der Spitzenmietpreis für Neubauobjekte um 36,4 Prozent auf 7,50 Euro pro Quadratmeter und rangiert damit auf dem Niveau von Berlin sowie Hamburg“, berichtet Florian Stork, Geschäftsführer der Realogis Immobilien Deutschland GmbH und für Süddeutschland zuständig. Auch die weiteren Standorte im oberen Drittel nach Spitzenmietpreis in Neubauten sind im süddeutschen Raum verortet:

  • Ingolstadt mit 7,05 Euro pro Quadratmeter (plus 8,5 Prozent), erstes Halbjahr 2021: 6,50 Euro pro Quadratmeter
  • Karlsruhe mit 7,00 Euro pro Quadratmeter (plus 7,7 Prozent), erstes Halbjahr 2021: 6,50 Euro pro Quadratmeter
  • Regensburg mit 6,95 Euro pro Quadratmeter (plus 33,7 Prozent), erstes Halbjahr 2021: 5,20 Euro pro Quadratmeter

Teuerster nördlicher Markt ist Hannover mit 6,00 Euro pro Quadratmeter (plus 17,6 Prozent), kommend von 5,10 Euro pro Quadratmeter im ersten Halbjahr 2021, im östlichen Gebiet ist es ist Dresden mit 5,00 Euro pro Quadratmeter (plus 11,1 Prozent, erstes Halbjahr 2021: 4,50 Euro pro Quadratmeter). Die günstigsten Logistikmärkte sind im Norden und Osten vorzufinden:

  • Göttingen mit 4,70 Euro pro Quadratmeter
  • Zwickau mit 4,60 Euro pro Quadratmeter
  • Magdeburg, Erfurt und Halle mit 4,50 Euro pro Quadratmeter

In 27 von 32 Märkten ziehen die Spitzenmieten an, in 17 Märkten zweistellig

„Keiner der Märkte, ob Top-8 Standort oder regionaler Champion, verzeichnet bezogen auf die Spitzenmiete von Logistikneubauten im Vergleich zu H1 2021 einen Preisrückgang“, so Florian Stork. „In der deutlichen Mehrheit verteuern sich die Spitzenmieten in 27 der insgesamt 32 Logistikmärkte. Zusammen mit den beiden Top-Märkten München und Berlin sowie den drei regionalen Märkten Nürnberg, Kassel und Ulm stagniert die Spitzenmiete nur in fünf Märkten“, ergänzt Christian Beran, Geschäftsführer der Realogis Immobilien Deutschland GmbH und für Nord- und Ostdeutschland zuständig. „In 17 der 32 Märkte stieg die Spitzenmiete um jeweils mehr als zehn Prozent, die Häufigkeit der zweistelligen prozentualen Zuwächse zeigt, wie deutlich sich die Spitzenmiete verteuert hat“, erklärt Christian Beran. Fünf Märkte verteuerten sich deutlich mit jeweils mehr als 20 Prozent:

  • Augsburg (plus 36,4 Prozent auf 7,50 Euro pro Quadratmeter, kommend von 5,50 Euro pro Quadratmeter)
  • Regensburg (plus 33,7 Prozent auf 6,95 Euro pro Quadratmeter, kommend von 5,20 Euro pro Quadratmeter)
  • Bielefeld (plus 26,2 Prozent auf 5,30 Euro pro Quadratmeter, kommend von 4,20 Euro pro Quadratmeter)
  • Halle (plus 25 Prozent auf 4,50 Euro pro Quadratmeter, kommend von 3,60 Euro pro Quadratmeter)
  • Magdeburg (plus 20 Prozent auf 4,50 Euro pro Quadratmeter, kommend von 3,75 Euro pro Quadratmeter)

Den höchsten Abstand zwischen Mindestmietpreis und Spitzenmietpreis weist mit 3,00 Euro pro Quadratmeter weiterhin Berlin auf. In 15 Märkten liegt die Spanne zwischen ein bis zwei Euro pro Quadratmeter und in 15 Märkten ist Spanne mit unter einem Euro pro Quadratmeter gering.

Hamburg mit höchster Einstiegsmiete für Neubauten

Teuerster Neubau-Logistikstandort zur Miete nach Einstiegsmietpreis, das heißt dem Wert der unteren Spanne der Top-8, ist entgegen des Vorjahreszeitpunktes nicht München, sondern Hamburg mit 6,70 Euro pro Quadratmeter (plus 9,8 Prozent, erstes Halbjahr 2021: 6,10 Euro pro Quadratmeter). München kommt aktuell zusammen mit Stuttgart auf den zweiten Rang mit 6,50 Euro pro Quadratmeter, dem unveränderten Vorjahreswert für München beziehungsweise einem Plus von 3,2 Prozent für Stuttgart, kommend von 6,30 Euro pro Quadratmeter. Drittplatziert ist Frankfurt mit 6,10 Euro pro Quadratmeter (plus 10,9 Prozent, erstes Halbjahr 2021: 5,50 Euro pro Quadratmeter). Auf den weiteren Plätzen finden sich Köln mit 5,70 Euro pro Quadratmeter (plus 11,8 Prozent, erstes Halbjahr 2021: 5,10 Euro pro Quadratmeter) zusammen mit Düsseldorf (plus 7,5 Prozent, erstes Halbjahr 2021: 5,30 Euro pro Quadratmeter), gefolgt durch das Ruhrgebiet mit 5,30 Euro pro Quadratmeter (plus 20,5 Prozent, erstes Halbjahr 2021: 4,40 Euro pro Quadratmeter). Das Schlusslicht bildet Berlin mit 4,50 Euro pro Quadratmeter (plus 9,8 Euro pro Quadratmeter erstes Halbjahr 2021: 4,10 Euro pro Quadratmeter). Die regionalen Märkte mit dem höchsten Mindestpreis für Logistikneubauten sind im Westen und Süden verortet:

  • Mainz/Wiesbaden mit 5,75 Euro pro Quadratmeter (plus 10,6 Prozent, erstes Halbjahr 2021: 5,20 Euro pro Quadratmeter)
  • Karlsruhe mit 5,70 Euro pro Quadratmeter (plus 3,6 Prozent, erstes Halbjahr 2021: 5,50 Euro pro Quadratmeter)
  • Augsburg mit 5,50 Euro pro Quadratmeter (plus 22,2 Prozent, erstes Halbjahr 2021: 4,50 Euro pro Quadratmeter)
  • Heilbronn mit 5,50 Euro pro Quadratmeter (plus zehn Prozent, erstes Halbjahr 2021: 5,00 Euro pro Quadratmeter)
  • Mannheim mit 5,30 Euro pro Quadratmeter (plus 23,3 Prozent, erstes Halbjahr 2021: 4,30 Euro pro Quadratmeter)

Teuerste nördliche Standorte nach Mindestmietpreis für Logistikneubauten sind Bielefeld (plus 29,7 Prozent, erstes Halbjahr 2021: 3,70 Euro pro Quadratmeter) und Hannover mit 4,80 Euro pro Quadratmeter (plus 11,6 Prozent, erstes Halbjahr 2021: 4,30 €). Teuerster östlicher Markt ist Dresden mit 4,50 Euro pro Quadratmeter (plus 12,5 Prozent, erstes Halbjahr 2021: 4,00 Euro pro Quadratmeter). Günstigste Standorte für die Mindestmiete von Neubauobjekten sind im Osten bzw. Norden vorzufinden: Leipzig, Magdeburg und Erfurt mit 4,20 Euro pro Quadratmeter und Halle mit 4,00 Euro pro Quadratmeter.

Die Top-8 Logistikstandorte haben im Mittel bezogen auf die Mindestmiete für Logistikneubauten um 9,2 Prozent zugelegt, die regionalen Märkte um 14 Prozent, im Mittel über alle 32 Märkte liegt die Verteuerung bei 12,8 Prozent. Bei 20 Märkten liegt die Erhöhung im zweistelligen Prozentbereich (ab zehn Prozent), sechs Märkte legen sogar um jeweils mehr als 20 Prozent zu; insbesondere die ostdeutschen Märkte Magdeburg und Halle ziehen preislich deutlich an:

  • Magdeburg plus 42,4 Prozent auf 4,20 Euro pro Quadratmeter, kommend von 2,95 Euro pro Quadratmeter
  • Halle plus 37,9 Prozent auf 4,00 Euro pro Quadratmeter, kommend von 2,90 Euro pro Quadratmeter
  • Bielefeld plus 29,7 Prozent auf 4,80 Euro pro Quadratmeter, kommend von 3,70 Euro pro Quadratmeter
  • Mannheim plus 23,3 Prozent auf 5,30 Euro pro Quadratmeter, kommend von 4,30 Euro pro Quadratmeter
  • Ruhrgebiet plus 20,5 Prozent auf 5,30 Euro pro Quadratmeter, kommend von 4,40 Euro pro Quadratmeter

Mit München und Ulm stagniert der Preis in zwei Märkten.

zuletzt editiert am 26.08.2022