250 Millionen Euro sollten in das „Fusion Cologne“ investiert werden. Nun wird es offenbar abgesagt.
Das große Logistik- und Produktionszentrum der städtischen Häfen und Güterverkehr Köln AG (HGK) im Kölner Norden wird nicht gebaut. Dies meldet der Kölner Stadt-Anzeiger und beruft sich dabei auf interne Papiere der HGK. Das Areal, das an die Ford-Werke in Niehl grenzt, ist 55 Hektar groß und sollte mit mehreren Multi-Level-Logistikimmobilien bebaut werden.
Das gesamte Investitionsvolumen für das „Fusion Cologne“ wurde im Mai 2025 auf 250 Millionen Euro beziffert. Bis zu 2.000 Arbeitsplätze sollten auf der „größten zusammenhängenden Industrie-Entwicklungsfläche auf Kölner Stadtgebiet“ – so die Eigenwerbung – entstehen können.
Den Anfang machte die Thielemann-Group. Sie kündigte im April 2024 bei einer feierlichen Präsentation des Gesamtprojekts Fusion an, auf einem Baufeld zwei Multi-Level-Immobilien zu planen, die bereits einen Mieter gefunden hatten: die Recht Logistik Gruppe. Die beiden anderen Baufelder sollten vom Kölner Unternehmen Thesauros und der HGK-Tochter Fusion entwickelt und mit weiteren Multi-Level-Gebäuden bestückt werden. Deren Fertigstellung war für 2030 angekündigt.
Dabei sollte Thesauros die Verantwortung für die Finanzierung über einen regulierten AIF (Alternativer Investmentfonds) verantworten und das Investorenmanagement sowie die Vermarktung steuern. Fusion Cologne sollte die Verantwortung für die Baurechtschaffung und die operative Projektleitung übernehmen. Erbpachtgeber für beide Projekte wäre die HGK gewesen. Diese Zusammenarbeit wurde nun offenbar aufgekündigt.
Gleichzeitig läuft eine Compliance-Prüfung, so der Stadt-Anzeiger. Dabei geht es um mögliche geschäftliche Kontakte des früheren Chefs der HGK, Uwe Wedig, zur Thesauros-Gruppe. Das Unternehmen wurde vom Architekten Willi Michels gegründet, der es als CEO zusammen mit dem Architekten Simon Michels als COO leitet.
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