Cushman & Wakefield sieht Stabilisierung am Life-Science-Markt. München bleibt führend, Berlin und Rhein-Neckar hinken hinterher.
Nach einem von Unsicherheit geprägten Jahr zeigt der europäische Immobilienmarkt für Life Sciences erste Zeichen der Stabilisierung. Zu diesem Ergebnis kommt das aktuelle „Life Sciences Update“ von Cushman & Wakefield. Sowohl Investoren als auch Nutzer gewännen langsam wieder Vertrauen in das Marktsegment, so die Einschätzung des Beratungsunternehmens.
„Insbesondere der Markt in München hat durch Anmietungen namhafter Unternehmen wie Novartis, Biontech, Medtronic und Immatics einen weiteren Bedeutungsgewinn erfahren“, sagt Alexander Waldmann, Team Leader Research & Insight Germany bei Cushman & Wakefield.
Die Spitzenrendite für Life-Science-Produkte in Deutschland liegt derzeit bei 4,80 Prozent – nach deutlichen Anstiegen in den Vorjahren ist damit eine erste Marktberuhigung erkennbar. Gleichwohl bleiben Transaktionen in diesem Segment vorerst die Ausnahme.
Deutschland: München vorn, Rhein-Neckar gedämpft
In Deutschland zählen Berlin, München und die Rhein-Neckar-Region zu den zentralen Life-Science-Standorten. In der Hauptstadt dominierten im ersten Halbjahr 2025 kleinere Vermietungen – die größte davon war ein Abschluss über 3.200 Quadratmeter durch LGC Biosearch Technologies in Treptow-Köpenick. Großvolumige Transaktionen blieben hingegen aus.
München verzeichnete hingegen mehrere größere Vermietungen, etwa 4.800 Quadratmeter im Neubauprojekt „The Stack“ durch Novartis ( wir berichteten ). Auch Hollister Incorporated und Pulsion Medical Systems schlossen Verträge über mehr als 1.000 Quadratmeter. Auf Investorenseite sorgte der Erwerb des Technocenters Gräfelfing durch einen französischen REIT für Aufmerksamkeit – trotz weiterhin begrenzter Produktverfügbarkeit.
In der Rhein-Neckar-Region hingegen konnten zuletzt keine großflächigen Vermietungen registriert werden. Trotz hoher Nachfrage und wachsender öffentlicher Förderungen bleibt der Markt angesichts fehlender Objekte zurückhaltend.
Europaweit stabile Mieten und neue Nachfrageimpulse
Auf gesamteuropäischer Ebene sind die Mieten für laborfähige Flächen im ersten Quartal 2025 um 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Auch hier zeigen sich stabilisierte Renditen und eine verbesserte Marktstimmung.
Impulse für neue Flächennachfrage ergeben sich laut Cushman & Wakefield unter anderem durch Nearshoring, regulatorische Vorgaben sowie technologische Entwicklungen. „Dabei beschleunigt der Einsatz von KI beispielsweise das Entwicklungstempo in der medizinischen und pharmazeutischen Forschung und erhöht den Bedarf an modernen, technologisch ausgestatteten Immobilien“, so Waldmann.
In den kommenden Quartalen erwartet das Beratungsunternehmen ein steigendes Angebot – auch durch Projektentwicklungen. Die Investoreninteresse nehme zu, trotz weiterhin bestehender Bedenken hinsichtlich Vermietungsrisiken.
Waldmann abschließend: „Die Definition von „Prime“ verändert sich und umfasst zunehmend sowohl innerstädtische als auch außerstädtische Lagen sowie eine Vielfalt an Flächen, die Life Science-Unternehmen in unterschiedlichen Entwicklungsphasen unterstützen – darunter F&E, Testflächen, Produktion, Lagerung sowie Verwaltung.“
