Warum das „G“ der entscheidende Faktor der Nachhaltigkeitstransformation ist, erläutert Manuel Niederhofer.
In der Welt der Immobilienwirtschaft ist ESG omnipräsent. Während das „E“ für Umweltaspekte schon breit erforscht ist und das „S“ für soziale Verantwortung gerade erst richtig in den Fokus rückt, bleibt oft die Frage: Was ist mit dem „G“? Governance ist der Schlüssel, um die Glaubwürdigkeit eines Immobilienunternehmens in Bezug auf Nachhaltigkeit zu sicherzustellen.
Governance in der Immobilienbranche bedeutet mehr als nur die Einhaltung von Regeln und Vorschriften. Es ist die Verkörperung von Nachhaltigkeit in den Unternehmenswerten, in der Kultur, der Vision und der Mission. Es geht darum, Nachhaltigkeit nicht als Nebenprojekt zu behandeln, sondern als Herzstück der gesamten Unternehmensstrategie. Wir müssen erkennen, dass Nachhaltigkeit kein modisches Accessoire ist, das man nach Belieben an- und ablegen kann. Sie ist eine bedingungslose Verpflichtung, eine bessere Welt zu schaffen.
Ein starkes „G“ in ESG bedeutet, dass ein Unternehmen nicht nur nach außen hin nachhaltig handelt, sondern diese Prinzipien tief in seinem Kern verankert hat. Es zeigt, dass Nachhaltigkeit bei jeder Entscheidung, die getroffen wird, berücksichtigt wird. Das reicht von der Art und Weise, wie Investitionen getätigt werden, über die Auswahl der Materialien für Bauprojekte bis hin zur Art und Weise, wie mit Mitarbeitern und Gemeinschaften interagiert wird.
Unternehmen, die eine starke Governance im Bereich Nachhaltigkeit vorweisen können, ziehen nicht nur Talente an, die sich für ihre Werte einsetzen wollen, sondern sind auch für Kunden attraktiver. Diese Kunden suchen mehr und mehr nach Partnern, die ihre eigenen Werte widerspiegeln. In einer Welt, die zunehmend von Klimawandel und sozialen Herausforderungen geprägt ist, wollen Menschen wissen, dass ihr Geld in Unternehmen fließt, die Teil der Lösung sind.
Dieser tiefgreifende Ansatz zur Nachhaltigkeit leitet das Handeln der Aachener Grund. Alles, was das Unternehmen auszeichnet, muss auch inhouse von den eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entwickelt und gemanaged werden. Das umfasst auch die Digitalisierung. Als einer der ersten Asset-Manager in der DACH-Region haben wir unseren Datenbestand vollständig digitalisiert und beschäftigen uns mit einer einheitlichen Datenstrategie.
Die Umsetzung unserer ESG-Strategie erfolgt rein datengetrieben durch Tech- und Datentalente, die noch vor einigen Jahren nie ihren Weg in ein traditionsreiches Immobilienunternehmen gefunden hätten. Wir arbeiten an Data-Vault, digitalen Datenerfassungstools, Künstlicher Intelligenz bei der Datenverarbeitung und an digitalen Zwillingen. Zusätzlich partnern wir mit Proptechs, die in Insellösungen wie Gebäudesteuerung, Smart Metering oder Energiesimulationen einfach besser sind, als wir es jemals wären. Dies ist unser Weg zur optimalen Balance zwischen internem Know-how und externem Input. ESG ist der Booster der Digitalisierung.
Governance ist der Dreh- und Angelpunkt, der sicherstellt, dass unser Streben nach einer nachhaltigeren Praxis keine leere Versprechung ist, sondern eine greifbare Realität. Es ist der Teil von ESG, der uns zusammenhält und uns antreibt, immer besser zu werden.
Ein Beitrag von Manuel Niederhofer, Chief Digital Officer der Aachener Grundvermögen Kapitalverwaltungsgesellschaft.
