Steigende Transaktionszahlen, aber weniger Großabschlüsse: Der Wohninvestmentmarkt 2025 blieb unter den Erwartungen – trotz hoher Aktivität.
Der deutsche Wohninvestmentmarkt zeigte sich 2025 deutlich aktiver als im Vorjahr, blieb im Ergebnis jedoch unter den ursprünglichen Erwartungen. Nach Analysen von BNP Paribas Real Estate, CBRE, Savills, Cushman & Wakefield, JLL und NAI Apollo belief sich das Transaktionsvolumen je nach Abgrenzung auf rund 8,1 bis 9,1 Milliarden Euro. Damit wurde das Vorjahresniveau in den meisten Auswertungen knapp verfehlt.
Ursächlich hierfür war weniger eine mangelnde Nachfrage als vielmehr das Ausbleiben großvolumiger Portfoliotransaktionen. Zahlreiche Verkaufsprozesse zogen sich bis in das Jahr 2026 oder scheiterten an unterschiedlichen Preisvorstellungen.
Transaktionszahlen steigen deutlich
Während das Volumen rückläufig blieb, nahm die Anzahl der Transaktionen spürbar zu. Savills registrierte im Jahresverlauf rund 150 Abschlüsse, ein Plus von 13 Prozent gegenüber 2024. CBRE verzeichnete im institutionellen Marktsegment (ab 50 Wohneinheiten) sogar einen Anstieg um mehr als 40 Prozent auf rund 200 Transaktionen.
Die durchschnittliche Dealgröße sank entsprechend deutlich – bei CBRE von 62 auf rund 42 Millionen Euro. Der Markt entwickelte sich damit kleinteiliger, aber zugleich breiter.
Großdeals bremsen das Ergebnis
Besonders im Segment oberhalb von 100 Millionen Euro blieb die Aktivität deutlich hinter dem Vorjahr zurück. NAI Apollo weist für dieses Größensegment einen Volumenrückgang von rund 46 Prozent aus. Großabschlüsse über 500 Millionen Euro spielten 2025 nahezu keine Rolle.
Im Gegenzug gewannen mittelgroße Portfoliodeals zwischen 25 und 100 Millionen Euro erheblich an Bedeutung und stellten bei mehreren Marktbeobachtern den größten Anteil am Gesamtumsatz.
Ein weiterer Treiber der Marktaktivität waren Forward Deals, die – je nach Quelle – rund 29 bis 34 Prozent des Investitionsvolumens ausmachten. Besonders gefragt waren Neubauprojekte mit hoher Energieeffizienz sowie Bestände mit Manage-to-Green-Strategien.
Parallel dazu nahm das Interesse an Value-add-Investments zu. CBRE beziffert deren Anteil am Transaktionsvolumen auf rund 44 Prozent, ein deutlicher Zuwachs gegenüber dem Vorjahr. Core-Produkte blieben gefragt, waren jedoch aufgrund begrenzter Verfügbarkeit seltener Gegenstand größerer Transaktionen.
Der Anteil ausländischer Investoren stieg im Jahresverlauf deutlich. Je nach Analyse lag er zwischen 32 (Cushman & Wakefield) und 35 Prozent (CBRE). Internationale Anleger fokussierten sich vor allem auf großvolumige Portfolios und Forward-Strukturen, während nationale Investoren überwiegend Einzeltransaktionen und kleinere Portfolios dominierten.
Wohninvestmentmarkt 2025 – Kerndaten
| Transaktionsvolumen | 8,1 – 9,1 Mrd. € |
|---|---|
| Veränderung ggü. 2024 |
leicht rückläufig |
| Anzahl Transaktionen |
deutlich steigend |
| Großdeals >100 Mio. € |
stark rückläufig |
| Forward-Deal-Anteil |
ca. 29 – 34 % |
| Spitzenrendite |
ca. 3,4 – 3,8 % (stabil) |
| Prognose 2026 |
moderate Belebung, <10 Mrd. € |
Ausblick 2026: Moderate Belebung erwartet
Für 2026 rechnen die großen Beratungshäuser mit einer moderaten Belebung des Wohninvestmentmarktes. Viele 2025 gestartete Prozesse dürften im laufenden Jahr abgeschlossen werden. Gleichzeitig gehen die Marktbeobachter nicht von einer Rückkehr zu deutlich zweistelligen Milliardenvolumina aus, wie sie vor der Zinswende üblich waren.
Der Fokus der Investoren dürfte weiterhin auf Cashflow-Stabilität, energieeffizienten Neubauten und bundesweiten Bestandsportfolios liegen – insbesondere abseits der A-Städte.
