Porträtbild Daniel Gerdelmann
Daniel Gerdelmann (Quelle: Apoprojekt)

Nachhaltigkeit & ESG 2024-01-10T06:56:39.799Z „Wir zeigen Wege zur Dekarbonisierung auf“

Apoprojekt setzt auf das XDC-Modell der Firma right°. Wir sprachen mit ESG-Experten Daniel Gerdelmann über das Tool.

Herr Gerdelmann, Apoprojekt will durch die Verwendung des Modells von Right die Dekarbonisierungspfade verständlicher machen. Woran hakte es denn bisher bei der Zusammenarbeit mit Ihren Auftraggebern?

Daniel Gerdelmann: Im ersten Schnitt ist es entscheidend zu verstehen, wo ein Gebäude aktuell steht und wie hoch der CO2- sowie Energieverbrauch ist. Aber vor allem geht es auch darum, wie der Zustand und die Restnutzungsdauer sind. Im zweiten Schritt zeigen wir für den Kunden Wege zur Dekarbonisierung des Gebäudes auf. Diese Wege könnten nicht unterschiedlicher sein: jedes Gebäude benötigt etwas anderes und die Ziele des Kunden sind ebenfalls sehr unterschiedlich. Aus diesen Gründen erstellen wir verschiedene Fahrpläne, die zum Gebäude und zur Strategie des Kunden passen. Das allgemeine Ziel ist allerdings klar: Der Fokus liegt auf der schrittweisen Reduzierung von CO2 Emissionen. Hierfür eine einfache Darstellung in Form einer Gradzahl zu haben macht Maßnahmen vergleichbar und schafft Transparenz. Jedoch sind die S Kriterien von ESG ebenfalls nicht zu vernachlässigen.

Was genau ist denn das wissenschaftlich fundierte X-Degree Compatibility Modell?

Daniel Gerdelmann: Das XDC-Modell wurde eigens von Right entwickelt und berechnet die Klimawirkung einer wirtschaftlichen Einheit, also eines Unternehmens, einer Immobilie oder einer ganzen Volkswirtschaft – und zwar in Grad Celsius. Bisher wird der Klimafußabdruck in der Regel in Tonnen CO2-Äquivalent angegeben. Das ist aber die falsche Maßeinheit, wenn es um das Erreichen des Pariser Klimaziels geht.

Das XDC-Modell ermittelt auf Basis verschiedener Daten die Klimaperformance eines Wirtschaftsguts und errechnet, wie hoch die Erderwärmung wäre, wenn alle Einheiten weltweit dieselbe Performance aufweisen würden. So entsteht eine intuitiv verständliche, sektorspezifische Grad-Celsius-Zahl, die Assetklassen-übergreifend vergleichbar ist. Investoren und Kreditinstitute können ihre Portfolios damit auf Paris-Konformität überprüfen und gegebenenfalls ihre Allokationen neu ausrichten. Für Immobilien lassen sich klimaeffiziente Sanierungspläne sogar simulieren.

Wie können hiermit ein Bürogebäude und ein Einfamilienhaus verglichen werden?

Daniel Gerdelmann: Unabhängig von der Größe, der Nutzung oder des regionalen Standorts – die Gradzahl zeigt auf einfache Weise, wo das Gebäude hinsichtlich seiner Klimawirkung steht.

Wie sichert diese Messmethode die Komptabilität mit den staatlichen Regularien, wenn diese unklar definiert oder nicht final abgeschlossen sind?

Daniel Gerdelmann: Derzeit gibt es viele staatliche Regularien auf nationaler und internationaler Ebene sowie verschiedenste Zertifizierungen und Kategorisierungen. Eine gewisse Unübersichtlichkeit führt zur Verunsicherung, wodurch wiederum der Prozess der Dekarbonisierung ins Stocken geraten kann. Wir brauchen aber Tempo bei der Reduzierung von CO2-Emissionen gerade im Gebäudesektor. Mit der Nutzung der XDC-Software liefern wir zusätzlich die notwendigen Daten, um staatlichen Regularien zu entsprechen. Wir wünschen uns aber einen Prozess der Vereinfachung und gehen mit Right einen Schritt in diese Richtung.

Unterm Strich: Welchen Beitrag zur Dekarbonisierung kann Apoprojekt leisten?

Daniel Gerdelmann: Als Dienstleister in der Bau- und Immobilienbranche haben wir einen sehr geringen CO2-Fußabdruck, den wir durch gezielte Maßnahmen innerhalb des Unternehmens,zum Beispiel .Verringerung von Flugreisen und Umstellung des Fuhrparks, kontinuierlich weiter reduzieren. Unsere Projekte realisieren wir ausschließlich in Bestandsgebäuden, wodurch Emissions-intensiver Neubau oder gar „graue Emissionen“ durch den Abriss von Gebäuden vermieden werden. Im Bestand wiederum sorgen wir mit unseren Analysen, der individuellen Beratung und schließlich der Umsetzung von Maßnahmen zur Energieeffizienzsteigerung betagter Gebäude für eine schrittweise Dekarbonisierung. Und die Anfragen in diesem Bereich häufen sich: wir sind also zuversichtlich, einen großen Beitrag zur CO2-Reduzierung im gewerblichen Immobilienbestand leisten zu können – und dies ist angesichts der weltweiten Klimakrise auch dringend nötig.

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zuletzt editiert am 10. Januar 2024
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