Bürogebäude von außen mit unterschiedlich eingerichteten Räumlichkeiten
Homeoffice ist eine geeignete Ergänzung zum Arbeitsalltag, das Zentrum wird aber weiterhin das Bürogebäude sein - das zeigt eine neue Catella-Umfrage. (Quelle: Unsplash)

Standorte & Märkte 2022-05-31T12:29:55.370Z Neue Anforderungsprofile für Büroflächen

Homeoffice stellt eine geeignete Ergänzung zum Arbeitsalltag dar, das Zentrum wird jedoch weiterhin das Bürogebäude sein - das zeigt eine aktuelle Umfrage von Catella Research. Die Ergebnisse präsentiert Prof. Dr. Thomas Beyerle.

Die Postpandemie-Phase scheint angebrochen – auch in den deutschen Bürolandschaften. Dabei oszillieren die Aussagen und Erfahrungswerte zwischen „keine Auswirkungen“, „Konnektivität und Kommunikation ist entscheidend“ bis hin zu „hybrid ist weiter auf dem Vormarsch“. In der Kurzfassung kann eine Umschreibung lauten: Es wird kein Zurück mehr geben zur Montag-bis-Freitag-Routine. Natürlich ist dieses Postulat immer abzugleichen mit den branchenspezifischen Belangen, eine Kommunikationsagentur hat sicher einen anderen zeitlichen Wirkungsgrad auf der Fläche als eine Anwaltskanzlei. Doch stimmt das wirklich? Haben denn nicht gerade die letzten beiden Jahre gezeigt, dass alles möglich ist?

Wir geben dabei aber auch zu bedenken, dass das vielzitierte „Homeoffice“ für die allermeisten zwar eine kurzfristige Möglichkeit dargestellt hat, den Arbeitstag neu zu organisieren, doch nur die wenigsten können diesen auch „zu Hause“ wirklich umsetzen. Einfacher formuliert: Wenn nur rund 15 Prozent der deutschen Haushalte über ein eigenes Arbeitszimmer verfügen, stellt sich die Frage nach der langfristigen operativen Umsetzung nicht wirklich.

Diesen interessanten Spannungsbogen möchten wir auf Basis unserer aktuellen Umfrage zu Relevanz von Homeoffice auflösen. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass sich nach zwei Jahren der Pandemie das Arbeiten im Homeoffice nachhaltig etabliert hat und in Zukunft wohl auch weiter zum festen Bestandteil der Büroarbeitswelt gehören wird. Auf der anderen Seite bleibt die Relevanz des klassischen Büros auch weiterhin bestehen, wenn auch die Anforderungen an die Fläche in einem Transformationsprozess sind.

Erkenntnisse der Umfrage zusammengefasst:

  • Homeoffice stellt eine geeignete Ergänzung zum Arbeitsalltag dar, das Zentrum wird jedoch weiterhin das Bürogebäude sein.
  • Zwei bis drei Wochentage im Homeoffice hat sich bei den Befragten durchgesetzt, was neue Anforderungen an das klassische Büro nach sich zieht.
  • Auch eine Reduktion der benötigten Fläche ist laut der Experten eine Folge des Transformationsprozesses: Ein Rückgang von fünf bis zehn Prozent wird dabei in den nächsten drei bis fünf Jahren erwartet.
  • Besonders eine gute Anbindung und modern gestaltete Büroflächen sind relevante Aspekte für das Büro von morgen, um weiterhin Young Talents anziehen zu können und den kollegialen Austausch in den Fokus zu rücken.
  • Über 15 Prozent der Umfrageteilnehmer halten sogar einen Rückgang der benötigten Bürofläche von mehr als zehn Prozent in den nächsten drei bis fünf Jahren für wahrscheinlich.
  • Auf der anderen Seite geht ein ähnlich großer Anteil der Befragten von keinem quantifizierbaren Rückgang der Bürofläche aus – Somit bleibt festzuhalten, dass weiterhin Uneinigkeit bei den Extremszenarien besteht.
  • Vergleich zu unserer Homeoffice-Studie Q3 2020: Damals gaben knapp 25 Prozent der Befragten an, zwei bis drei Wochentage im Homeoffice zu verbringen – in unserer aktuellen Befragung stieg dieser Wert auf knapp 62 Prozent an.

Das Ergebnis der diesjährigen Umfrage unterstützt unsere damalige These: Homeoffice wird den Büroarbeitsplatz lediglich ergänzen können. Ein Zurück in die klassische, konjunkturell verlaufende Nachfragezyklik bei der Büroflächenabsorption wird es nicht mehr geben. Die Anforderungsprofile für klassische Büroflächen sowie für den Wohnraum (hin zu 2,5 bzw. 3,5 Zimmern) haben sich nachhaltig verändert.

Die vollständige Auswertung der Umfrage finden Sie hier .

Viel Vergnügen bei der Analyse!

Ihr
Prof. Dr. Thomas Beyerle

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zuletzt editiert am 31. Mai 2022
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