Umfrageergebnisse des Trendbarometers der Berlin Hyp zum Thema Energie
Quelle: Berlin Hyp

Nachhaltigkeit & ESG

25. August 2022 | Teilen auf:

Umfrage: Entwicklung am Energiemarkt markiert "Zeitenwende"

Nach einer Trendbarometer-Umfrage der Berlin Hyp gibt es mehr Investitionen in energetische Optimierung und verstärkte Umstellungauf alternative Energieträger als mittel- bis langfristige Gegenreaktionen.

Die Immobilienbranche geht davon aus, dass die Entwicklung am Energiemarkt eine Zeitenwende markiert und dem Gebäudesektor einen deutlichen Schub hinzu erneuerbaren Energien und Klimaneutralität geben wird. In der Konsequenz lassen sich Immobilien von energetisch schlechter Qualität in Zukunft wohl weniger gut vermarkten. Die Unternehmen planen daher mittelfristig bis langfristig mehr Investitionen in energetische Optimierung und eine verstärkte Umstellung auf alternative Energieträger. Kurzfristige Einsparungen scheitern nach Meinung der Befragten zum einen an einer fehlenden Bereitschaft der Nutzer, das eigene Verhalten zu verändern und zum anderen an der fehlenden Investitionsbereitschaft der Eigentümer. Das sind die Kernergebnisse einer aktuellen Umfrage der Berlin Hyp im Rahmen einer Sonderausgabe ihres regelmäßig durchgeführten Trendbarometers.

Für die Mehrheit der Umfrageteilnehmer (55 Prozent) bedeutet die Situation am Energiemarkt einen epochalen Einschnitt. 44 Prozent der Umfrageteilnehmerbefürchten kurzfristige Auswirkungen, die jedoch nicht von großer Dauer sind. Lediglich ein Prozent sehen keine Auswirkungen. Schlechte Vermarktbarkeit von nicht energetisch optimierten Immobilien

Als Konsequenz der steigenden Energiekosten werden sich Immobilien vonenergetisch schlechter Qualität weniger gut vermarkten lassen, so mit 91 Prozent dieüberwiegende Mehrheit der Befragten. Einen großen Schub für die energetischeSanierung sehen 68 Prozent als Folge der steigenden Energiepreise, wohingegen 50 Prozent mehr Zahlungsausfälle befürchten. Einen Nachfragerückgang bei Büroimmobiliensehen lediglich sechs Prozent. Grundsätzlich werden die steigenden Energiekosten im Gebäudesektor nachüberwiegender Meinung (81 Prozent) einen Schub hin zu erneuerbaren Energien und Klimaneutralität geben. Eine Verlangsamung des Umstiegs ist für elf Prozent derUmfrageteilnehmer die Konsequenz aus den steigenden Energiekosten. Einen nur geringfügigen Effekt, beziehungsweise keinen Effekt prognostizieren acht Prozent der Teilnehmer.

Energetische Optimierung als Gegenreaktion auf Energiepreisanstieg

Als Reaktion auf die Wende am Energiemarkt, planen Unternehmen mittel- bislangfristig mehr Investitionen in energetische Optimierung (76 Prozent) sowie eineverstärkte Umstellung auf alternative Energieträger (60 Prozent). Eine grundsätzliche Anpassung der Portfoliostrategie wird nur von 21 Prozent der Umfrageteilnehmer in Erwägung gezogen. Größte Hebel für kurzfristige Einsparungen im Immobiliensektor sind die optimale Einstellung von Heizungen und Warmwasseraufbereitern (75 Prozent), die zentrale Reduktion der Raum- oder Wassertemperatur (64 Prozent) und der Austausch älterer Geräte (53 Prozent). Das mögliche Einsparpotenzial bewegt sich zwischen sechs bis zehn Prozent (48 Prozent der Umfrageteilnehmer) und elf bis 15 Prozent (25 Prozent), ohne das es zuunzumutbaren Auswirkungen für die Nutzer kommt.

Mögliche Beiträge der Immobilienwirtschaft, um eine Energie- undGasmangellage abzuwenden, sind in eine höhere Energieeffizienz der Wohnungen zu investieren (79 Prozent), stärkere Energiesparmaßnahmen im eigenen Unternehmen vorantreiben (69 Prozent) sowie Mietern und Nutzern durch Informationen beim Energiesparen zu helfen (56 Prozent). Auf die Frage, woran kurzfristige Energieeinsparungen im Immobiliensektor scheitern, nennen 47 Prozent der Umfrageteilnehmer die fehlende beziehungsweise mangelnd eBereitschaft der Nutzer, das eigene Verhalten anzupassen. 34 Prozent der Befragtensehen in der fehlenden Investitionsbereitschaft seitens der Eigentümer und 33 Prozent die fehlenden technischen Möglichkeiten, Heizungen und Warmwasserbereitergenau zu regeln als Hinderungsgrund. Fehlende Daten werden von 35 Prozent derUmfrageteilnehmer benannt.

zuletzt editiert am 25.08.2022