Marc Mockwitz und Marlene Auerbacher
Marc Mockwitz und Marlene Auerbacher (Quelle: Cloudbrixx/CR)

Digitalisierung

06. April 2022 | Teilen auf:

Umfrage: Datenraumlösungen inzwischen Standard

Digitale Datenräume haben sich zum Standard bei Immobilientransaktionen entwickelt - zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage von Cloudbrixx.

92 Prozent der am Transaktionsprozess Beteiligten arbeiten mit Datenraumlösungen. Die größten Vorteile werden dabei in der konsistenten und übersichtlichen Datenstruktur (63%), der ständigen und mobilen Verfügbarkeit (61%), in Benachrichtigungsfunktionen (58%) und in Kosten- sowie Zeitersparnissen (54%) gesehen. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer Umfrage, die Rueckerconsult im Auftrag von Cloudbrixx durchgeführt hat. Die Ergebnisse wurden im Rahmen eines Webinars von Marc Mockwitz, geschäftsführender Gesellschafter von Cloudbrixx, sowie Marlene Auerbacher, Transaktionsmanagerin bei CR Investment Management, vorgestellt und eingeordnet.

„Bei Immobilientransaktionen geht es um Millionenbeträge verbunden mit großen Haftungsrisiken. Deshalb ist eine gründliche Due Diligence von großer Bedeutung. Leider tauchen bei den bereitgestellten Unterlagen immer wieder Probleme auf. Gemäß unserer Umfrage liegen diese vor allem in der Aktualität und Vollständigkeit“, sagt Mockwitz. „Digitale Tools, welche zunehmend von den Beteiligten schon vor der Transaktion eingesetzt werden, um Herr über die Datenflut zu werden, helfen zunehmend während der Data-Collection-Phase solchen Problemen vorzubeugen.“

Digitalisierung im Transaktionsprozess weit vorangeschritten

Die Umfrageteilnehmer geben an, dass nach ihrer Erfahrung rund 79 Prozent der für eine Immobilientransaktion notwendigen Daten und Dokumente in digitaler Form vorliegen und nur gut 20 Prozent in Papierform. Auch die Verbreitung von digitalen Datenraumlösungen ist bereits weit vorangeschritten. 92 Prozent der befragten Akteure arbeiten im Rahmen von Transaktionsprozessen mit digitalen Datenraumlösungen.

Die oben genannten größten Vorteile, wie zum Beispiel eine übersichtliche Datenstruktur sowie die Benachrichtigungsfunktion, bestätigt Marlene Auerbacher. Für den Vertrieb des Portfolios der German Property Group mit überwiegend denkmalgeschützten, leerstehenden Immobilien, habe ihr Unternehmen einen Link zu einem digitalen Datenraum auf der Vertriebswebsite eingerichtet. „Der Transaktionsprozess wurde dadurch erheblich beschleunigt: Von der Anmeldung auf der Webseite bis zur Einsicht aller Objektunterlagen benötigen Kaufinteressenten gerade einmal fünf Minuten. Die Interessenten fanden zudem die vorhandene Q&A-Funktion sehr hilfreich, so konnten wir Fragen direkt und schnell klären“, so Auerbacher.

Relevanz von Datenschutz steigt mit Größe des Deals

Laut Umfrage haben Sicherheitsaspekte wie Datenschutz (15%) und der Schutz von Dokumenten vor Manipulation (14%) eine vergleichsweise geringe Relevanz. „Aus der Umfrage geht jedoch hervor, dass für große Player der Datenschutz eine deutlich wichtigere Rolle spielt“, sagt Marc Mockwitz. „Denn bei Befragten, die an Deals mit einem Volumen von mehr als 150 Millionen Euro beteiligt sind, landet dieser Aspekt mit 60 Prozent der Nennungen auf Rang zwei, direkt hinter Kosten- und Zeitersparnissen sowie der konsistenten und übersichtlichen Datenstruktur mit jeweils 80 Prozent der Nennungen.“

Der Prozess der Zusammenstellung aller relevanten Daten und Dokumente für eine Transaktion (Data Collection) nimmt im Durchschnitt fünf Wochen in Anspruch. Die Spannbreite der Angaben reicht dabei von einer bis hin zu zwölf Wochen. Betrachtet man die Dauer der Data Collection in Abhängigkeit von der Dealgröße wird ein direkter Zusammenhang sichtbar: Je größer der Deal, desto länger dauert auch die Zusammenstellung der Unterlagen. Der Wert steigt von durchschnittlich 2,8 Wochen bei kleineren Deals mit einem Volumen bis zehn Millionen Euro auf bis zu 8,3 Wochen bei Deals jenseits der 150 Millionen-Euro-Schwelle.

Die Umfrage wurde von November bis Dezember 2021 mittels eines Online-Fragebogens durchgeführt. Insgesamt haben 72 Teilnehmende auf die Fragen geantwortet. Sie sind Akteure der Immobilienwirtschaft, die an Immobilientransaktionen beteiligt sind, darunter unter anderem Makler und Asset-Manager.

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zuletzt editiert am 06.04.2022