Partner des ULI-Projekts „Fast-track to Decarbonisation“ sind Allianz Real Estate, Catella, Hines, Redevco und Schroders Capital. (Bild: Marcin Jozwiak/Unsplash)
Partner des ULI-Projekts „Fast-track to Decarbonisation“ sind Allianz Real Estate, Catella, Hines, Redevco und Schroders Capital. (Bild: Marcin Jozwiak/Unsplash)

Nachhaltigkeit & ESG

30. November 2021 | Teilen auf:

ULI will Dekarbonisierung beschleunigen

Das Urban Land Institute (ULI) startet ein neues Projekt, das die bebaute Umwelt in Europa auf ihrem Weg zur Kohlenstoffneutralität unterstützen soll.

Das ULI-Projekt trägt den Namen „Fast-track to Decarbonisation“ und startet in Partnerschaft mit mehreren großen Immobilienunternehmen - darunter Allianz Real Estate, Catella, Hines, Redevco und Schroders Capital. Es zielt darauf ab, die Branche europaweit dabei zu unterstützen, den Prozess der Dekarbonisierung zu beschleunigen und auszuweiten. Der Ansatz der Immobilienbranche in Bezug auf Netto-Null-Emissionen soll analysiert und konsolidiert, der Fortschritt und die Auswirkungen der Rahmenbedingungen bewertet sowie dringende Lücken und Hindernisse identifiziert werden, die es zu überbrücken gilt.

Im Ergebnis soll ein Fahrplan erstellt werden, um die Dekarbonisierung in Zusammenarbeit mit anderen Interessengruppen wie Mietern, der Versicherungsbranche, der Energiewirtschaft und Anbietern von Infrastruktur sowie Mobilität zu unterstützen.

Sabine Georgi: Investoren stehen vor erheblichen Herausforderungen

„Wir übernehmen damit Verantwortung für die nachhaltige Gestaltung lebenswerter, urbaner Räume“, so Sabine Georgi, Geschäftsführerin des ULI Deutschland/Österreich/Schweiz. „Viele Investoren haben bereits Netto-Null-Ziele angekündigt. Dennoch stehen sie bei der Umsetzung vor erheblichen Herausforderungen. Diese reichen von veralteten Vorschriften oder Versicherungsproblemen, die Innovationen behindern, über aktuelle Immobilienbewertungsansätze, die die Risiken nicht angemessen berücksichtigen und somit den Business Case für die notwendigen Investitionen erschweren, bis hin zu mangelnden Kenntnissen und Fachwissen in der gesamten Wertschöpfungskette und Abstimmungsproblemen zwischen Mietern und Vermietern. Das zeigt, dass die Branche zusammenarbeiten und die Probleme gemeinsam lösen muss, um Innovationen zu verbreiten und den Prozess zu beschleunigen. Dank der frühzeitigen Unterstützung durch die beteiligten Immobilienunternehmen können wir mit dieser wichtigen Initiative sofort beginnen. Weitere Partner wollen sich uns dabei anschließen."

Der Forschungsteil des einjährigen Projekts umfasst eine Überprüfung bestehender Literatur und Branchenleitfäden anderer Organisationen, eine Umfrage unter ULI-Mitgliedern, um Beiträge zu Hindernissen, Problemen und angewandten Lösungen zu erhalten, sowie Interviews mit Dekarbonisierungsexperten aus der Immobilienbranche und anderen Wirtschaftszweigen, Akademikern und Immobilienpraktikern sowie anderen Branchenorganisationen.
Daneben soll es ein Programm mit lokalen und internationalen, multidisziplinären Workshops, runden Tischen und Webinaren geben, um das Bewusstsein zu schärfen und Beiträge von ULI-Mitgliedern und der gesamten Branche zu sammeln. 

Der Fahrplan wird offiziell auf einem Hybrid-Gipfel im Sommer 2022 vorgestellt, dem mindestens zwei Beratungspanels folgen sollen. Dabei handelt es sich um fünftägige Programme in bestimmten Städten, bei denen ULI-Mitglieder mit Gemeinden zusammenarbeiten, die sich mit einer Vielzahl von Immobilien- und Flächennutzungsproblemen auseinandersetzen, um unvoreingenommene, fachkundige Ratschläge und spezifische Verbesserungsempfehlungen zu geben, die der Stadt dabei helfen, die Herausforderung der Dekarbonisierung der bebauten Umwelt schneller und besser zu bewältigen. „So gestalten wir aktiv die Transformation urbaner Räume“, so Georgi.

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zuletzt editiert am 30.11.2021