Eine weiße, gestreifte Hauskatze liegt entspannt und schlafend auf der Kante eines weißen Heizkörpers in einem Innenraum und wirkt gemütlich und warm.
Eigentümer, Verwalter und FMler machen sich Gedanken zum Thema Warmmiete. (Quelle: He Gong/unsplash.com)

Management 2026-07-23T07:53:15.611Z Think Tank Warmmiete gestartet

Die Initiative entwickelt Modelle für planbare Betriebskosten und soll Eigentümer, Verwalter und Facility Manager vereinen.

Die steigenden Betriebskosten entwickeln sich zunehmend zu einem wirtschaftlichen Risiko für Mieter und Eigentümer. Vor diesem Hintergrund startet die Bauakademie Unternehmensgruppe den Think Tank „Warmmiete als End-to-End-Prozess zur Kostenreduktion vom Vermieter zum Betreiber“. Ziel der Initiative ist es, Chancen, Risiken und konkrete Umsetzungsmodelle einer modernen Warmmiete für Büro und Logistikimmobilien zu entwickeln.

Die Gesellschaft für immobilienwirtschaftliche Forschung (gif e.V.) begleitet die Arbeit des ThinkTanks aktiv und bringt ihre wissenschaftliche sowie methodische Expertise ein. Ziel ist es, die erarbeiteten Ergebnisse auf einer fundierten fachlichen Basis weiterzuentwickeln, eng an etablierte Richtlinien und Standards anzuknüpfen sowie relevante Erkenntnisse und Innovationen zeitnah in die Richtlinienarbeit einfließen zu lassen.

Zu den Gründungsmitgliedern des NEO Think Tank Warmmiete gehören neben der Bauakademie Unternehmensgruppe die Unternehmen alstria advisors, Apleona Real Estate, Commerz Real Investmentgesellschaft, Eurocres Consulting, Garbe Industrial, HIH Real Estate, MVGM Germany, ROM Facility Solutions, Sicore Real Assets, Savills, Tattersall Lorenz und Wisag.

Seit 2019 dokumentiert der NEO Office Impact Report einen massiven Anstieg der umlagefähigen Betriebskosten. Bis 2028 wird ein weiterer Kostenanstieg von rund 17 Prozent prognostiziert. Für viele Mieter führen die jährlichen Nebenkostenabrechnungen zu erheblichen Nachforderungen und wachsender Unsicherheit. Gleichzeitig steigt auf Eigentümerseite das Liquiditätsrisiko durch verspätete Zahlungen und zunehmende Widersprüche gegen Betriebskostenabrechnungen.

Hinzu kommen strukturelle Herausforderungen in der Immobilienbewirtschaftung: steigende Unzufriedenheit mit Property- und Facility-Management-Leistungen, zunehmendes Insourcing bei Eigentümern sowie ein sich verschärfender Fachkräftemangel. Komplexe Wertschöpfungsstrukturen und das klassische Nutzer-Investor-Dilemma verhindern bislang vielfach echte Effizienzgewinne.

Der Think Tank „Warmmiete“ setzt genau an diesem Punkt an. Die Initiative verfolgt das Ziel, Mietern echte Kostensicherheit zu ermöglichen, ohne Nachforderungen und ohne unvorhersehbare Kostensteigerungen. Gleichzeitig sollen Vermieter von vereinfachten Prozessen, geringeren Verwaltungskosten und neuen Anreizen zur aktiven Kostenoptimierung profitieren.

„Die Warmmiete kann zu einem neuen Interessenausgleich zwischen Mietern, Eigentümern und Betreibern führen. Voraussetzung dafür sind transparente Prozesse, belastbare Daten und professionell gesteuerte Facility-Management-Modelle“, erklärt Andreas Kühne, Sprecher der Geschäftsführung Bauakademie Unternehmensgruppe. „Im Mittelpunkt steht dabei die Arbeitshypothese, die Warmmiete im Außenverhältnis zunächst auf dem heutigen Kostenniveau einzufrieren und parallel interne Kostenoptimierungen umzusetzen.“

Besonders im integrierten Facility Management (IFM) werden erhebliche Einsparpotenziale gesehen. Durch aktives Energiemanagement, optimierte Wartungsstrategien und angepasste Servicelevels seien Kostensenkungen von 20 bis 30 Prozent möglich. Einsparungen bei Energiekosten könnten dabei selbst steigende Personalaufwendungen in infrastrukturellem und technischem Gebäudemanagement kompensieren.

Mit der Initiative soll eine sachliche und praxisorientierte Diskussion darüber angestoßen werden, wie Betriebskosten künftig planbarer, transparenter und effizienter gestaltet werden können zum Vorteil aller Beteiligten entlang der immobilienwirtschaftlichen Wertschöpfungskette. Der Think Tank versteht sich als offenes Branchenformat. Vertreter aus Asset Management, Property Management, Facility Management, Energiewirtschaft sowie weitere Marktteilnehmer sind eingeladen, sich aktiv einzubringen.

zuletzt editiert am 23. Juli 2026
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