Hauptmotiv ist der Berliner Fernsehturm im Hintergrund, daneben eine moderne, geschwungene Fassadenfront mit großen Fenstern und goldenen Akzenten im Vordergrund. Das Bild zeigt städtische Architektur und kontrastierende Formen bei sanftem Abendlicht.
Berlin weist mit einem Anstieg von rund 55 Kühlgradtagen seit 1980 die stärkste Zunahme der Hitzebelastung auf. (Quelle: Pixabay)

Nachhaltigkeit & ESG 2026-06-22T11:47:12.568Z Hitze wird zur Gebäudeaufgabe

Der neue Hitzeatlas von Techem zeigt, wo die Hitzebelastung in Deutschland besonders hoch ist – und welche Folgen das für Gebäude hat.

Die aktuelle Hitzewelle in Deutschland verdeutlicht nach Einschätzung von Techem den zunehmenden Handlungsdruck für die Immobilienwirtschaft. Der neue Techem Hitzeatlas Deutschland zeigt, welche Regionen derzeit besonders stark von hohen Temperaturen betroffen sind und wo die Hitzebelastung seit 1980 am deutlichsten zugenommen hat.

Grundlage der Analyse sind sogenannte Kühlgradtage (Cooling Degree Days, CDD). Sie beschreiben, wie häufig und intensiv hohe Temperaturen zu Kühlbedarf führen, und dienen als Indikator für die Hitzebelastung von Gebäuden.

Die Auswertung zeigt eine deutliche Konzentration im Südwesten Deutschlands. Zu den zehn Städten und Landkreisen mit der höchsten Hitzebelastung im Jahr 2025 zählen Speyer, Heidelberg, Germersheim, der Rhein-Pfalz-Kreis, Ludwigshafen am Rhein, Mannheim, die Südliche Weinstraße, Frankfurt am Main, Groß-Gerau und Neustadt an der Weinstraße.

Auch im Bundesländervergleich liegt der Südwesten vorn: Das Saarland weist mit rund 44 Kühlgradtagen die höchste Belastung auf, gefolgt von Rheinland-Pfalz mit 38 und Baden-Württemberg mit 29 Kühlgradtagen. Der bundesweite Durchschnitt liegt bei rund 19 Kühlgradtagen.

Berlin verzeichnet stärksten Anstieg

Die langfristige Entwicklung seit 1980 zeichnet ein teilweise anderes Bild. Zwar finden sich mit Speyer, Heidelberg und dem Rhein-Pfalz-Kreis erneut Regionen aus dem Südwesten unter den Spitzenreitern. Im Vergleich der Bundesländer weist jedoch Berlin mit einem Anstieg von rund 55 Kühlgradtagen die stärkste Zunahme der Hitzebelastung auf. Es folgen Brandenburg mit 37 und Sachsen mit 32 Kühlgradtagen. Schleswig-Holstein verzeichnete mit vier Kühlgradtagen den geringsten Anstieg und blieb damit deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt von knapp 18 Kühlgradtagen.

„Hitze entwickelt sich zunehmend zu einer zentralen Herausforderung im Gebäudebetrieb“, sagt Matthias Hartmann, CEO der Techem Gruppe. „Entscheidend ist, die Auswirkungen transparent zu machen und Gebäude datenbasiert so zu steuern, dass Komfort und Effizienz auch bei steigenden Temperaturen gewährleistet bleiben.“

Als mögliche Antworten auf die zunehmende Hitzebelastung nennt Techem unter anderem Wärmepumpen mit Kühlfunktion, Smart-Metering-Lösungen, dynamische Stromtarife sowie sensorbasierte Systeme zur Erfassung von Temperatur- und Raumklimadaten. Diese könnten dazu beitragen, Kühlung und Lüftung effizienter zu steuern und Betriebskosten zu senken.

Für Wohnungswirtschaft, Kommunen und Gebäudebetreiber wird Hitze nach Einschätzung des Unternehmens künftig stärker in Planung, Ausstattung und Betrieb von Gebäuden berücksichtigt werden müssen. Datenbasierte Analysen und intelligente Steuerungssysteme dürften dabei an Bedeutung gewinnen.

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zuletzt editiert am 22. Juni 2026
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