Außenansicht eines modernen Supermarkts mit großem Parkplatz und Gewächshaus auf dem Dach, umgeben von Bäumen und Wohngebieten.
Unten Handel, oben Salatanbau - der Prototyp einer neuen Supermarkt-Generation. (Quelle: Rewe)

Standorte & Märkte 2026-05-21T07:36:15.830Z Supermarkt mit Farm auf dem Dach

Innovatives Baukonzept vereint nachhaltige Architektur und urbanen Lebensmittelanbau.

Mit der Eröffnung des neuen Rewe Green Farming Marktes in Berlin setzt der Lebensmittelhändler ein Zeichen für nachhaltiges und kreislauffähiges Bauen. Der Markt bietet nicht nur Raum für den Einkauf, sondern fungiert auch als Produktionsstätte: Auf einer Dachfarm über der hölzernen Markthalle wird ab Sommer Lankwitzer Pflücksalat angebaut. Die Farm ist mit 2.760 Quadratmetern die größte ihrer Art in Deutschland. Das Konzept verbindet urbane Landwirtschaft mit ressourcenschonendem Bau und Betrieb.

„Mit Rewe Green Farming entwickeln wir unsere Green-Building-Strategie weiter und verbinden kreislauffähiges Bauen mit urbanem Lebensmittelanbau“, erklärt Peter Maly, Vorstand der Rewe Group. Der Markt wird heute, am 21. Mai 2026, eröffnet und markiert den Beginn einer neuen Generation von Supermärkten, die auf Holz als zentralen Baustoff setzt.

Nachhaltige Architektur und Kreislaufwirtschaft

Das Baukonzept des Rewe Green Farming Marktes basiert auf modularer Holzbauweise. Das Holz kann nach Demontage wiederverwendet werden. Darüber hinaus schließt sich der Kreislauf auch im Betrieb: Abwärme aus dem Markt, eine Wärmepumpe und Regenwasser aus einer Zisterne sorgen für optimale Wachstumsbedingungen auf der Dachfarm. „Unsere neue Supermarkt-Generation geht jetzt in Serie. Dank der modularen Bauweise können wir die Dachnutzung optimal an den Standort anpassen“, so Maly.

Von Green Building zu Green Farming

Die Entwicklung des Green Farming Marktes basiert auf langjähriger Erfahrung mit energiesparenden Gebäuden. Seit 2009 hat Rewe bundesweit über 350 Green Buildings errichtet. Der erste kreislauffähige Supermarkt entstand 2021 in Wiesbaden-Erbenheim und diente als Prototyp für die neue Generation. Friedrich Ludewig, Director des Architekturbüros ACME, erläutert: „Der erste Rewe Green Farming war ein wegweisendes Pilotprojekt. Die Erfahrungen in Hessen waren die Grundlage dafür, wie wir das Konzept weiterentwickelt haben.“

Innovative Dachfarm mit hydroponischem Anbau

Die gläserne Dachfarm in Berlin ermöglicht den Anbau von Salatmischungen nahezu ohne Erde. Die Pflanzen wachsen auf Trays, die regelmäßig mit einer Nährlösung geflutet werden. Innerhalb von 23 Tagen gelangt der Salat vom Dach ins Regal. Nicolas Leschke, Geschäftsführer von ECF Farmsystems, betont das Potenzial urbaner Dachflächen: „Es gibt in unseren Städten unglaublich viele ungenutzte Dachflächen. Wenn wir diese Flächen als Produktionsorte denken, steckt dort ein enormes Potenzial.“

Die Dachfarm in Berlin wird jährlich bis zu 900.000 Salatmischungen produzieren und rund 500 Supermärkte in der Hauptstadtregion beliefern. Dadurch können etwa 500.000 Fahrtkilometer im Vergleich zu Importware aus Südeuropa eingespart werden.

Holzkonstruktion als Herzstück

Die Architektur des Marktes setzt auf eine sichtbare Holzkonstruktion, die den Raum prägt. 72 Säulen aus gestapeltem Balken formen die Markthalle. Klaus Wiens, Head of Filialbau bei Rewe, erklärt: „Unsere neue Green-Building-Serie ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie die Zukunft des Bauens aussehen muss: kreislauffähig, mit der richtigen Materialwahl und immer mit Blick auf die Umweltauswirkungen.“

Ein rundum grünes Konzept

Auch im Betrieb setzt der Markt auf Nachhaltigkeit: 100 Prozent Grünstrom, LED-Beleuchtung und verglaste Kühlregale reduzieren den Energieverbrauch um rund 50 Prozent. Eine Solaranlage auf dem Dach deckt einen Teil des Strombedarfs. Die Außenflächen sind ebenfalls funktional gestaltet: versickerungsfähiges Pflaster, E-Ladesäulen und Stellplätze für Fahrräder ergänzen das Konzept.

Dirk Heimann, Leiter Bauwesen Rewe Ost, fasst zusammen: „Durch konstruktiven Sonnenschutz, Wärmepumpen und intelligente Steuerungssysteme schaffen wir ein nachhaltiges Gesamtkonzept.“

zuletzt editiert am 21. Mai 2026
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