Luftaufnahme eines Wohngebiets mit Bauarbeiten im Vordergrund. Die Häuser sind von Gärten umgeben und es gibt eine Baustelle mit neu asphaltierten Straßen.
Eine Studie von Berlin Hyp und Bulwiengesa zeigt: Das Erbbaurecht kann zur Schaffung von Wohnraum beitragen. (Quelle: Unsplash)

Standorte & Märkte 2025-07-16T08:33:50.624Z Studie sieht Potenzial im Erbbaurecht

Eine Kurzstudie von Berlin Hyp und Bulwiengesa untersucht, wie das Erbbaurecht zur Wohnraumentwicklung beitragen kann.

Die Lage auf dem deutschen Wohnungsmarkt bleibt angespannt: Vor allem der Mangel an bezahlbaren Grundstücken sowie steigende Bau- und Finanzierungskosten behindern den Neubau. In einer von der Berlin Hyp bei Bulwiengesa in Auftrag gegebenen Kurzstudie wird das Erbbaurecht als potenzielles Instrument zur Schaffung von Wohnraum hervorgehoben.

Das Erbbaurecht ermögliche es, innerstädtische Flächen zu mobilisieren, die sonst für den Markt nicht zur Verfügung stünden, heißt es in der Analyse. Vor allem Kommunen, Kirchen und Stiftungen besitzen Grundstpcke, die sich über das Erbbaurecht nutzbar machen lassen, ohne diese zu verkaufen. Der Grundstückseigentümer bleibt im Besitz des Bodens, während der Erbbaurechtsnehmer über einen vertraglich geregelten Zeitraum, in der Regel 50 bis 99 Jahre, gegen Zahlung eines Erbbauzinses bauen und wirtschaften kann.

Laut Studie bietet das Modell mehrere Vorteile: Es sichert kommunales Eigentum, senkt die Einstiegskosten für Bauherren und kann damit auch zur Mietdämpfung beitragen. Zudem erlaubt es Kommunen, über Vertragsgestaltung städtebauliche, soziale oder ökologische Zielsetzungen umzusetzen. Ein zentrales Element vieler Verträge ist die Entschädigungspflicht zugunsten des Erbbaurechtsnehmers nach Vertragsende.

Aktuell liegt der Marktanteil von Erbbaurechtsgrundstücken bundesweit bei rund fünf Prozent. In den sieben deutschen A-Städten sind etwa 89.000 solcher Grundstücke registriert – mit weiterem Ausbaupotenzial. Die Vergabepraxis unterscheidet sich dabei regional, etwa in Bezug auf Laufzeiten, Erbbauzinsen oder Rückübertragungsregelungen.

Ein bewährtes Modell mit Zukunft

Laut der Studie eignet sich das Erbbaurecht, sofern vertraglich gut geregelt, als ergänzendes Modell zum herkömmlichen Erwerb von Grundstücken. Es ermöglicht wirtschaftlich tragfähige und zugleich sozial verantwortliche Projektentwicklungen und kann einen wirksamen Beitrag zur Bewältigung der Herausforderungen auf dem Wohnungsmarkt leisten. Mit zunehmender Professionalisierung und Standardisierung der Vertragsmodelle könnte das Erbbaurecht künftig an Relevanz gewinnen, nicht nur für die öffentliche Hand, sondern auch für private Investoren, Projektentwickler und Finanzierer.

Die vollständige Studie steht auf der Berlin Hyp-Website kostenfrei  zum Download zur Verfügung.

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zuletzt editiert am 16. Juli 2025
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