Eine JLL-Studie zu Konsumtrends zeigt deutliche Unterschiede nach Alter, Standort und Warengruppe. Gastro und Nutzungsmischung gewinnen an Bedeutung.
„Experience Economy“, Gastronomie als sozialer Anlaufpunkt und autoarme Innenstädte: Der deutsche Einzelhandel hat sich in den vergangenen Jahren massiv verändert – doch dieser Wandel ist längst nicht abgeschlossen. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Untersuchung „NextGen Shoppers: Deutschlands Konsumenten im Wandel“ von JLL. Die Analyse basiert auf einer Befragung von rund 10.000 Konsumentinnen und Konsumenten und beleuchtet Unterschiede im Einkaufsverhalten nach Altersgruppen, Region und Warenkategorien.
Ein besonderer Fokus lag auf den zehn größten deutschen Einzelhandelsmärkten: Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, München, Nürnberg und Stuttgart. Berücksichtigt wurden demografische Faktoren, Siedlungsstrukturen und Warengruppen.
Bundesweit bevorzugen 42 Prozent der Befragten den Online-Kauf von Elektronikprodukten. In den Metropolen liegt der Anteil mit 41 Prozent auf vergleichbarem Niveau. Fachmärkte erreichen bundesweit 38 Prozent, in Großstädten 34 Prozent. Einkaufszentren werden in Metropolen mit 16 Prozent stärker genutzt als im Bundesdurchschnitt (12 Prozent).

Bei Mode und Schuhen zeigen sich größere regionale Unterschiede. Bundesweit führt der Online-Handel (38 Prozent), während in Metropolen Shoppingcenter mit 38 Prozent knapp vor Online-Angeboten (35 Prozent) liegen. Stuttgart weist mit 44 Prozent den höchsten Online-Anteil auf, Leipzig erreicht mit 47 Prozent die stärkste Nutzung von Einkaufszentren.
Generation Z setzt auf digitale Angebote
Die Generation Z (18–29 Jahre) gilt als besonders preissensitiv. 77 Prozent ordnen sich selbst als preisbewusst ein. 44 Prozent nutzen App-basierte Rabatte, 40 Prozent kombinieren Online-Bestellungen mit Abholung. Auffällig ist die Bedeutung gastronomischer Angebote: 58 Prozent besuchen Restaurants als sozialen Treffpunkt.
Ältere Konsumenten priorisieren dagegen klassische Einkaufsstrukturen. 59 Prozent der Senioren schätzen persönliche Beratung, bei den Babyboomern sind es 61 Prozent. Diese Gruppen bevorzugen verkehrsgünstige Standorte und etablierte Fachmarktformate.
Mobilitätsverhalten im Wandel
Auch die Verkehrsmittelwahl variiert deutlich zwischen den Altersgruppen. Während 76 Prozent der Senioren überwiegend das Auto nutzen, sind es bei der Generation Z 49 Prozent. Der öffentliche Nahverkehr erreicht im Durchschnitt 26 Prozent, bei jungen Erwachsenen 33 Prozent. In Metropolen liegt der Anteil mit 32 Prozent über dem Bundeswert.
Eine Mehrheit der Befragten (54 Prozent) befürwortet autofreie oder autoarme Innenstädte. Bei den jüngeren Konsumenten liegt die Zustimmung bei 61 Prozent.
Aus Sicht von JLL ergeben sich daraus direkte Implikationen für Immobilienstrategien und Handelskonzepte: „Der Erfolg liegt in der intelligenten Orchestrierung. Es braucht eine flexible Portfoliostrategie, die den stabilen Cashflow von Fachmarktzentren mit dem Wertsteigerungspotenzial von erlebnisorientierten Innenstadtlagen und Shoppingcentern kombiniert. Die Vermietung muss über starre Flächenkonzepte hinausdenken und Mietern die Flexibilität bieten, ihre Formate an die granulare, lokale Nachfrage anzupassen – sei es durch einen Flagship-Store mit Eventfokus in der City oder einen serviceorientierten Nahversorger am Stadtrand“, fasst Christian Giesemann, Senior Director Research JLL Germany und Leiter der Analyse, zusammen.
Die vollständige Studie finden Sie auf der Website von JLL .