Der Flächenumsatz im Einzelhandel ist im Jahr 2025 laut JLL um 8,6 Prozent gestiegen – besonders internationale Konzepte und Textilmarken treiben den Markt.
Der Markt für innerstädtische Einzelhandelsflächen in Deutschland hat 2025 weiter an Dynamik gewonnen. Nach Angaben von JLL summierte sich der bundesweite Flächenumsatz im vergangenen Jahr auf rund 519.500 Quadratmeter – ein Anstieg um 8,6 Prozent im Vergleich zu 2024 (478.300 m²).
Allein im vierten Quartal wurden rund 116.000 Quadratmeter vermietet. Insgesamt verzeichnete JLL für das Gesamtjahr 954 Einzeldeals – ein Plus von 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die höchste Aktivität wurde im ersten Quartal mit 297 Abschlüssen registriert, danach lag die Zahl der Quartalsdeals zwischen 174 und 251.
Ein wesentlicher Treiber der Entwicklung war die anhaltend starke Nachfrage internationaler Einzelhandelskonzepte. Ihr Anteil am Flächenumsatz erreichte im ersten Quartal 2025 einen Höchststand von 76 Prozent und lag zum Jahresende bei 58 Prozent. Laut JLL zeigt sich daran die anhaltende Attraktivität des deutschen Markts für grenzüberschreitende Expansionen.
Vor allem die Städte Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München fungierten erneut als bevorzugte Einstiegsmärkte. Hier waren insbesondere Konzepte aus den Bereichen Mode, Kosmetik und Accessoires aktiv.
Berlin mit größtem Wachstum
Die zehn größten Einzelhandelsstandorte vereinten 2025 rund 217.100 Quadratmeter Flächenumsatz auf sich. Berlin lag mit 68.300 Quadratmetern an der Spitze – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr und deutlich über dem Fünfjahresdurchschnitt von 38.800 Quadratmetern. Auch Hamburg (32.700 m², +5 %), Frankfurt (23.200 m², +68 %) und München (21.100 m², +15 %) legten zu. Düsseldorf erreichte mit 16.500 Quadratmetern ein Plus von sechs Prozent. In Nürnberg verdreifachte sich das Volumen zwar auf 11.400 Quadratmeter, blieb aber unter dem Durchschnitt der Vorjahre.

Die textilaffinen Formate blieben 2025 die stärkste Mietergruppe: Mit rund 137.000 Quadratmetern entfiel rund ein Viertel des gesamten Flächenumsatzes auf Textilhändler. Besonders aktiv war dabei der Bereich Young Fashion. Marken wie Only, New Yorker, Uniqlo, TK Maxx und Name it traten als Hauptakteure auf.
Auf Platz zwei folgte die Gastronomie- und Food-Branche mit rund 113.000 Quadratmetern – ein Indikator für ihre Bedeutung bei der Reaktivierung von Innenstädten.
Mietpreise größtenteils stabil
In den 1a-Lagen der zehn Metropolen blieben die Spitzenmieten 2025 weitgehend stabil. München führte das Ranking mit 340 Euro pro Quadratmeter an, gefolgt von Berlin und Düsseldorf (jeweils 290 Euro/m²), wobei Düsseldorf einen Anstieg um 7,4 Prozent verzeichnete. Leichte Zuwächse wurden auch in Frankfurt beobachtet (280 Euro/m², +3,7 %).
Kleinere Städte zeigten dagegen leicht rückläufige Tendenzen. Der durchschnittliche Spitzenmietpreis über alle 66 von JLL untersuchten Städte sank um 1,8 Prozent. Für das erste Quartal 2026 erwartet JLL eine weitgehende Stabilisierung – mit punktuellen Rückgängen, etwa in Berlin und Nürnberg.