Silhouetten von Geschäftspersonen, die in einer geordneten Reihe in einem modernen Bürogebäude stehen. Das Hauptmotiv zeigt berufstätige Männer und Frauen in Business-Kleidung mit Aktenkoffern und Kreuzungen, vor großen Fensterfronten mit Blick auf Hochhäuser, beleuchtet von warmem Gegenlicht bei Sonnenuntergang. Die Szene vermittelt Professionalität, Teamdynamik und Tagesende im urbanen Arbeitsumfeld.
Cobalt beschreibt ein ungewöhnliches Bild im Segment der Führungskräfte: Die Zahl erfahrener Kandidaten, die sich aktiv im Markt bewegen oder bereits in Bewerbungsprozessen befinden, ist deutlich gestiegen. (Quelle: Pixabay)

Unternehmen & Köpfe 2026-06-29T08:37:33.861Z Mehr Kandidaten, weniger Führungspositionen

Laut Cobalt wächst das Angebot an Führungskräften in der Immobilienbranche. Gleichzeitig bleiben neue Führungsrollen rar.

Der Arbeitsmarkt in der Immobilien- und Bauwirtschaft zeigt sich nach Einschätzung der Personalberatung Cobalt weiterhin uneinheitlich. Während Unternehmen gezielt Fachkräfte für Bestandsmanagement, technisches Immobilienmanagement und Rechnungswesen suchen, bleibt die Nachfrage nach klassischen Projektentwicklern gering. „Wir erleben einen deutlich selektiveren Markt. Unternehmen besetzen Stellen sehr gezielt und investieren vor allem dort, wo unmittelbare Wertschöpfung oder operative Relevanz gegeben sind“, sagt Doreen von Bodecker, Geschäftsführerin von Cobalt.

Besonders gefragt sind technische Fachkräfte, TGA-Experten sowie Projektleiter und Projektmanager für Sanierungs-, Revitalisierungs- und Umnutzungsvorhaben. Institutionelle Investoren bauen ihre Teams nach Angaben von Cobalt vor allem in den Bereichen Boarding Houses, studentisches Wohnen, Micro Living und Seniorenwohnen aus.

Mehr Führungskräfte auf Jobsuche

Im Führungskräftemarkt registriert Cobalt ein wachsendes Angebot an Kandidaten. Gleichzeitig entstehen derzeit nur wenige zusätzliche Führungspositionen. Zudem verlängern sich die Besetzungsprozesse. Mehrstufige Auswahlverfahren mit mehreren Interviewrunden seien inzwischen die Regel. Neben fachlicher Qualifikation achten Unternehmen laut Cobalt zunehmend auf Persönlichkeit, Werteverständnis und langfristige kulturelle Passung.

Viele Projektentwickler wechseln zudem in Funktionen des Asset-Managements. Unternehmen setzen verstärkt darauf, vorhandenes Know-how im Haus zu halten, anstatt neue Entwicklungspositionen aufzubauen.

Wohnungswirtschaft und Property Management suchen Personal

Anhaltend hoch bleibt der Personalbedarf in der kommunalen Wohnungswirtschaft. Gesucht werden insbesondere Mitarbeiter für das Bestandsmanagement sowie für Neubauprojekte. Gleichzeitig geraten öffentliche Arbeitgeber laut Cobalt im Wettbewerb um Fachkräfte zunehmend unter Druck, da die Gehaltsstrukturen häufig nicht mit denen der Privatwirtschaft mithalten können.

Auch im Property Management und Rechnungswesen besteht weiterhin großer Bedarf. Buchhalter, WEG-Verwalter und Mietverwalter zählen laut der Personalberatung zu den am stärksten nachgefragten Berufsgruppen.

Bei den Anforderungen an Bewerber beobachten die Personalberater eine Kombination aus klassischen und neuen Kompetenzen. Eigenschaften wie Zuverlässigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Integrität blieben unverändert wichtig. Ergänzt würden sie durch Prozessverständnis, Lernfähigkeit, Kommunikationsstärke und den Umgang mit Künstlicher Intelligenz.

Nach Einschätzung der Experten verschiebt sich der Fokus zunehmend von der eigenen Aufgabenerledigung hin zur Steuerung von Arbeitsprozessen, die teilweise von KI-Systemen übernommen werden.

Transparenz bei Gehältern wird wichtiger

Zunehmend an Bedeutung gewinnt nach Beobachtung von Cobalt auch die Transparenz von Vergütungssystemen. Obwohl die Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie in Deutschland voraussichtlich erst Anfang 2027 erfolgt, steigen die Erwartungen von Bewerbern bereits heute.

Nicole Schwan, Geschäftsführerin von Cobalt, sagt: „Es geht längst nicht mehr nur um die Höhe des Gehalts, sondern um die Frage, wie Vergütung zustande kommt und ob sie nachvollziehbar ist.“

Unternehmen sollten die verbleibende Zeit nutzen, um Vergütungsstrukturen und Gehaltsbänder zu überprüfen und Führungskräfte auf transparente Gehaltsgespräche vorzubereiten.

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zuletzt editiert am 29. Juni 2026
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