Eine große Baustelle mit mehreren Kränen, die über einem im Bau befindlichen Gebäude ragen.
Massiver Einbruch am Logistikimmobilienmarkt: Das Neubauvolumen sinkt auf 3,4 Millionen Quadratmeter. (Quelle: Pixabay)

Standorte & Märkte 2026-02-19T11:40:24.158Z Logistikneubau auf historischem Tief

Logivest registriert 2025 nur 3,4 Millionen Quadratmeter Logistikneubau – ein Minus von rund einer Million Quadratmeter gegenüber dem Vorjahr. Schwaben erreicht Rang drei, Leipzig/Halle verliert deutlich an Dynamik.

Der deutsche Logistikimmobilienmarkt hat 2025 einen markanten Rückgang bei Neubauprojekten verzeichnet. Nach Auswertung eigener Researchdaten erfasst Logivest für das Gesamtjahr Baustarts im Umfang von rund 3,4 Millionen Quadratmetern. Als Messzeitpunkt gilt der Spatenstich. Gegenüber 2024 entspricht dies einem Minus von etwa einer Million Quadratmetern.

Stärkstes Quartal war das dritte Quartal mit rund 955.000 Quadratmetern. Damit bleibt die Neubautätigkeit insgesamt auf einem Niveau, das Marktbeobachter als historisch niedrig einordnen.

„Dass wir unter vier Millionen Quadratmetern liegen, dürfte nur wenige überraschen. Im Gegenteil: Die Deutlichkeit entspricht der aktuellen Stimmungslage des Marktes: Alles ist „on hold“. Die wirtschaftliche und politische Gemengelage spiegelt sich – aller Resilienz zum Trotz – auch auf dem Logistikimmobilienmarkt wider“, sagt Logivest-CEO Kuno Neumeier,.

Als größtes Neubauprojekt nennt Logivest den VGP Park in Bernau bei Berlin mit rund 70.000 Quadratmetern, verteilt auf drei Hallen. Es folgen ein Built-to-suit-Projekt der Logad GmbH für den Onlinehändler Galaxus in Neuenburg am Rhein (ca. 65.000 m²) sowie ein Logistikneubau der Dietz AG in Langenau für die Winkler Unternehmensgruppe (rund 63.000 m²). Insbesondere letzteres Projekt trägt zur veränderten Rangfolge der Logistikregionen bei.

Schwaben rückt vor, Leipzig/Halle verliert

Mit rund 310.000 Quadratmetern Neubauvolumen erreicht Duisburg/Niederrhein 2025 den Spitzenplatz unter den deutschen Logistikregionen. Die Kölner Bucht folgt mit gut 250.000 Quadratmetern. Überraschend positioniert sich die Region Schwaben mit circa 240.000 Quadratmetern erstmals auf Rang drei. Neben dem Projekt in Langenau verweist Logivest auf einen Logistikpark von Frasers Property Industrial in Günzburg.

Berlin/Brandenburg verbessert sich mit rund 230.000 Quadratmetern auf Rang vier. Dagegen verzeichnet Leipzig/Halle einen deutlichen Rückgang und erreicht mit etwa 100.000 Quadratmetern lediglich einen Platz im hinteren Bereich der Top Ten.

Mehr als die Hälfte der 24 führenden Logistikregionen bleibt laut Logivest unterhalb von 100.000 Quadratmetern Neubauvolumen. Dies wird als Hinweis auf eine stärkere Fokussierung auf Bestandsflächen und Leerstandsabbau gewertet.

Projektpipeline wächst trotz Zurückhaltung

Ungeachtet einzelner Projektabsagen beziffert Logivest die Pipeline geplanter Neubauten auf rund 14,8 Millionen Quadratmeter und damit über dem Niveau der Vorjahre. Zu den volumenstärksten Regionen zählen Duisburg/Niederrhein, Berlin/Brandenburg sowie Leipzig/Halle.

„Was wir brauchen – das zeigen die aktuellen Zahlen mehr als deutlich – ist ein klares, positives Signal aus der Wirtschaft. Denn die Projektentwickler und Investoren stehen schon in den Startlöchern und der ganze Markt wartet gefühlt nur auf den Startschuss“, so Neumeier mit Blick auf 2026.

Die vollständige Erhebung veröffentlicht Logivest im „Logistikimmobilien Seismographen“, der ab Ende Februar 2026 kostenfrei verfügbar sein soll.

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zuletzt editiert am 19. Februar 2026