Der Flächenumsatz in Logistik- und Industrieimmobilien zur Miete oder Eigennutzung hat sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum halbiert.
Laut einer aktuellen Analyse von Realogis hat sich der Flächenumsatz in Logistik- und Industrieimmobilien der acht Top-Standorte in Deutschland gegenüber dem ersten Halbjahr 2022 halbiert. Der von allen Marktteilnehmern erzielte Umsatz lag demnach im ersten Halbjahr 2023 bei rund 961.000 Quadratmetern. Im Vorjahreszeitraum lag der Flächenumsatz noch bei rund zwei Millionen Quadratmetern – das entspricht einem Minus von 52 Prozent.
Der Rückgang in den ersten sechs Monaten 2023 stellt den niedrigsten Wert der Aufzeichnungen von Realogis seit 2017 dar. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass der Vorjahresvergleichszeitraum das bisher stärkste Halbjahr der Analysen repräsentiert. Außergewöhnlich hohe Großabschlüsse, wie im Vorjahreszeitraum im Bereich Industrie und Produktion durch Tesla, blieben in den ersten Monaten des Jahres 2023 hingegen aus. Der Durchschnitt der letzten fünf ersten Halbjahre lag bei rund 1,5 Millionen Quadratmetern und wurde im ersten Halbjahr 2023 um deutliche 35,3 Prozent verfehlt.
Zuwachs nur in Düsseldorf und München
Für die Hälfte der 8 Top-Märkte – die Metropolregionen Frankfurt, Berlin, das Ruhrgebiet und Stuttgart – sind die aktuellen Halbjahreswerte die niedrigsten Flächenumsätze seit dem ersten Halbjahr 2017. Unter den vier verbleibenden Top-Märkten konnten nur Düsseldorf und München einen Zuwachs des Flächenumsatzes im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verzeichnen:
- Berlin: -85,5 % auf 114.100 m², kommend von 785.300 m²
- Ruhrgebiet: -65,1 % auf 92.330 m², kommend von 264.200 m²
- Stuttgart: -63,5 % auf 55.800 m², kommend von 153.000 m²
- Köln: -44 % auf 72.400 m², kommend von 129.200 m²
- Frankfurt: -23,9 % auf 139.100 m², kommend von 182.900 m²
- Hamburg: -12 % auf 220.000 m², kommend von 250.000 m²
- Düsseldorf: +8,6 % auf 137.000 m², kommend von 126.100 m²
- München: +17 % auf 130.000 m², kommend von 111.100 m²
Hamburg (22,9 %), Frankfurt (14,5 %) und Düsseldorf (14,3 %) wiesen im abgelaufenen Halbjahr den höchsten Anteil am gesamten Flächenumsatz des Halbjahres auf. Im Vorjahreszeitraum war Hamburg noch drittplatziert, Frankfurt auf Rang 4 und Düsseldorf auf dem vorletzten Rang. Im Vorjahreszeitraum hatte noch Berlin durch den Tesla-Großabschluss den größten Beitrag am Flächenumsatz (39,2 %, aktuell: 11,9 %).
Auch über längeren Zeitraum unterdurchschnittlich
Bezogen auf die jeweiligen Fünf-Jahresdurchschnitte der ersten Halbjahre liegen nur Düsseldorf, München und Hamburg oberhalb. Für fünf der acht Top-Märkte ist das abgelaufene Halbjahr somit nicht nur ein rückläufiges im Zuge eines starken Vorjahreshalbjahres, sondern auch in der Betrachtung über einen längeren Zeitraum deutlich unterdurchschnittlich.
- Düsseldorf: 11 % über dem Schnitt in Höhe von 123.874 m²
- München: 9 % über dem Schnitt in Höhe von 119.400 m²
- Hamburg: 2 % über dem Schnitt in Höhe von 215.660 m²
- Köln: -33 % unter dem Schnitt in Höhe von 107.271 m²
- Frankfurt: -41 % unter dem Schnitt in Höhe von 234.304 m²
- Stuttgart: -45 % unter dem Schnitt in Höhe von 102.360 m²
- Ruhrgebiet: -65 % unter dem Schnitt in Höhe von 260.361 m²
- Berlin: -65 % unter dem Schnitt in Höhe von 322.060 m²
Eigennutzungen fallen nicht mehr ins Gewicht
Die Immobilienmärkte der acht Top-Standorte bezogen auf Logistik- und Industrieimmobilien waren fast ausschließlich Mietmärkte. 97,8 Prozent beziehungsweise 939.630 Quadratmeter des Gesamtflächenumsatzes im ersten Halbjahr 2023 entfiel auf Mietverträge. Die Summe der Anmietungen war in diesem Zeitraum mit einem Delta von 526.970 Quadratmetern (-36 %) rückläufig, kommend von 1,5 Millionen Quadratmetern.
Eigennutzungen sind hingegen kaum ins Gewicht gefallen und stellten nur einen Anteil von nur 2,2 Prozent beziehungsweise 21.100 Quadratmetern. Im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr, in welchem die Flächenabnahme durch Eigennutzer noch 26,4 Prozent beziehungsweise 527.700 Quadratmeter betrug, liegt das Delta bei 506.000 Quadratmetern – einem Minus von 96 Prozent.
Spitzenmieten: NRW-Märkte holen auf
Die Entwicklung der Spitzenmiete in allen Top-8-Märkten ist weiter dynamisch und es wurden durchgehend steigende Spitzenmietpreise verzeichnet. Weiterhin erstplatziert nach Spitzenmiete ist München mit einem neuen Höchstwert, der mit 9,75 Euro pro Quadratmeter nahe der Zehn-Euro-Marke rangiert, kommend von 9,00 Euro je Quadratmeter. Ebenfalls weiterhin auf demselben Rang ist Berlin. Mit 9,00 Euro pro Quadratmeter rangiert der Markt innerhalb der Top-8 auf Rang 2, kommend von 7,90 Euro pro Quadratmeter. Drittplatziert ist Düsseldorf mit 8,50 Euro pro Quadratmeter, kommend von Rang 6 mit 7,25 Euro.
Zusammen mit Düsseldorf auf dem vierten Rang ist auch der NRW-Markt Köln mit ebenfalls 8,50 Euro pro Quadratmeter, kommend von 6,85 Euro. Mit geringem Abstand folgen Stuttgart mit 8,40 Euro (H1 2022: 7,30 €/m²), Hamburg mit 8,00 Euro (H1 2022: 7,50 €/m²), Frankfurt mit 7,60 Euro (H1 2022: 7,30 €/m²) und das Ruhrgebiet mit 7,50 Euro je Quadratmeter (H1 2022: 5,65 €/m²) – für das Ruhrgebiet bedeutet der Preissprung einen historischen Zuwachs von 32,7 Prozent.
Der Durchschnitt der Zuwachsraten der Spitzenmieten aller Top-Märkte lag bei deutlichen 15,3 Prozent. Im Vorjahreszeitraum lag die durchschnittliche Zuwachsrate noch bei 9,6 Prozent – somit hat die Verteuerung weiter zugenommen.
