Eine Baustelle mit einem großen Kran im Vordergrund, umgeben von Wohngebäuden und Grünflächen.
Trotz leicht steigender Baugenehmigungen warnen ZIA und GdW vor wachsenden Risiken für den Wohnungsmarkt. (Quelle: Pixabay)

Standorte & Märkte 2025-08-18T08:16:17.259Z Leichter Anstieg bei Baugenehmigungen – Mehrfamilienhäuser stagnieren

Die Zahl der Baugenehmigungen ist leicht gestiegen. Doch bei dringend benötigten Mietwohnungen in Mehrfamilienhäusern fehlt weiterhin Bewegung.

Im ersten Halbjahr 2025 wurden in Deutschland rund 110 000 Wohnungen genehmigt, das entspricht einem Anstieg von 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im Juni belief sich die Zahl der Genehmigungen auf 19 000 Einheiten, ein Plus von 7,9 Prozent gegenüber dem Juni 2024. Damit scheint sich eine gewisse Stabilisierung abzuzeichnen, nachdem die Genehmigungszahlen im Vorjahr auf den niedrigsten Stand seit 2010 gefallen waren.

Getragen wird der Zuwachs vor allem von Einfamilienhäusern. Hier lag der Anstieg bei 14,1 Prozent, insgesamt wurden 21 300 Wohnungen genehmigt. Die Zahl der Zweifamilienhäuser ging dagegen um 8,3 Prozent zurück und liegt bei 6 000 genehmigten Einheiten. Im zahlenmäßig wichtigsten Segment, den Mehrfamilienhäusern, blieb die Entwicklung nahezu unverändert: Mit 57 300 genehmigten Neubauwohnungen betrug der Zuwachs lediglich 0,1 Prozent.

Verbände schlagen Alarm – kein Fortschritt im Mietwohnungsbau

Die geringen Fortschritte beim Neubau von Mehrfamilienhäusern stoßen auf deutliche Kritik in der Branche. ZIA-Hauptgeschäftsführerin Aygül Özkan spricht von einer „auf den ersten Blick positiven, auf den zweiten enttäuschenden“ Entwicklung. Eine tatsächliche Trendwende sei nicht erkennbar, da sich der leichte Anstieg bei den Genehmigungen fast ausschließlich auf Einfamilienhäuser zurückführen lasse. Die so dringend benötigten Mehrfamilienhäuser blieben auf einem nahezu unveränderten Niveau. Özkan betont, dass der von der Bundesregierung angekündigte „Bau-Turbo“ zwar ein Schritt in die richtige Richtung sei, aber allein nicht ausreiche, um den Wohnungsbau in Schwung zu bringen. Besonders kritisch bewertet der ZIA den vorgesehenen Zustimmungsvorbehalt der Kommunen und die zeitliche Befristung der Maßnahmen. Es brauche vielmehr beschleunigte Verfahren, Planungssicherheit und eine langfristige Strategie ohne neue Hürden.

Auch der GdW äußert sich besorgt über die aktuelle Entwicklung. Für Menschen, die auf bezahlbaren Mietwohnraum angewiesen sind, bedeute der Stillstand bei den Mehrfamilienhäusern eine weiter zunehmende Belastung, so GdW-Präsident Axel Gedaschko. Er sieht die soziale Stabilität ebenso gefährdet wie die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit Deutschlands. Der Verband fordert entschiedenes Handeln der Politik, insbesondere mit Blick auf effizientere Genehmigungsverfahren, die Reaktivierung bereits genehmigter Projekte, wirtschaftlich tragfähige Rahmenbedingungen sowie eine klare Priorisierung des Mietwohnungsbaus in der Raumplanung.

Politischer Druck wächst

Trotz des leichten Anstiegs bei den Genehmigungszahlen bleibt der Handlungsdruck hoch. Die Daten belegen, dass der strukturelle Engpass im Mietwohnungsbau weiterhin ungelöst ist. Ohne zusätzliche und koordinierte Maßnahmen auf politischer Ebene droht eine weitere Verschärfung der Situation.

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zuletzt editiert am 18. August 2025
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