Der Kölner Bürovermietungsmarkt ist mit einem Minus ins Jahr 2023 gestartet. Aufwärts hingegen ging es bei der Spitzenmiete.
Mit großen Abschlägen ist der Kölner Bürovermietungsmarkt ins Jahr 2023 gestartet, wie eine aktuelle Analyse von JLL zeigt. Im ersten Quartal wurden demnach 51.200 Quadratmeter Büroflächen umgesetzt, was einem Minus von 35 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. Auch den Fünfjahresschnitt sowie den Zehnjahresschnitt unterschritt das Ergebnis um etwa 30 respektive 31 Prozent. Aufwärts hingegen ging es bei der Spitzenmiete, die innerhalb eines Jahres von 26,50 Euro auf aktuell 32,00 Euro gestiegen ist. Zum Jahreswechsel hatte sie noch bei 28,50 Euro gelegen.
„Im vergangenen Jahr waren zahlreiche Unternehmen mit ihrer Neuaufstellung nach der Corona-Pandemie und der Umsetzung neuer Anforderungen an moderne Büroflächen beschäftigt“, erklärt Knut Kirchhoff, Niederlassungsleiter JLL Köln. „Faktoren wie beste Lage in der Innenstadt oder in Deutz mit guter Verkehrsanbindung, hochwertige Qualität, Kollaborations- und Freizeitflächen sowie die Berücksichtigung der ESG-Faktoren haben oberste Priorität. Wir haben ein deutliches Nachfragewachstum bei A-Flächen festgestellt. Viele B- und C-Flächen wurden nachhaltig revitalisiert. Das führt zu steigenden Spitzenmieten.“
Große, zusammenhängende Flächen in der City sind Mangelware
Trotzdem mangelt es weiterhin an großen zusammenhängenden Flächen in der Innenstadt. Mit 3,0 Prozent ist die Leerstandsquote (Vorjahresquartal: 3,7 Prozent) die niedrigste der sieben Immobilienhochburgen. Aufgrund der zahlreichen sich in der Entwicklung befindlichen Flächen rechnet Kirchhoff allerdings mit einem Anstieg auf 3,8 Prozent bis zum Jahresende. Insgesamt befinden sich zurzeit 269.000 Quadratmeter Bürofläche im Bau. Am meisten Fläche entsteht im Teilmarkt Lindenthal/Sülz, allerdings handelt es sich dabei primär um selbstgenutzte Flächen der Universität zu Köln. Mietflächen entstehen insbesondere in Deutz/Messe mit 60.000 Quadratmetern und in der City mit 57.100 Quadratmetern.
„Im ersten Quartal hat Köln wieder einmal von seinem Branchenmix profitiert. Die zehn größten Abschlüsse entfallen auf Nutzer aus zehn verschiedenen Branchen“, sagt Kirchhoff. Die größte Anmietung mit 9.200 Quadratmetern tätigte die Kirchliche Zusatzversorgungskasse des Verbandes der Diözesen Deutschlands vorab im „Gerling Garden The Gate & The Hall“, das Ende 2024 fertiggestellt werden soll. Rund zwei Jahre vor Fertigstellung hat die Boston Consulting Group im „Laurenz Carré“ etwa 7.300 Quadratmeter angemietet. Beide Objekte befinden sich im dynamischsten Teilmarkt City, in dem im ersten Quartal 22.600 Quadratmeter umgesetzt wurden. Zweitstärkster Teilmarkt war Ehrenfeld/Braunsfeld mit 7.200 Quadratmetern.
