Ein weitläufiger Blick auf das dicht bebaute Stadtzentrum von Stuttgart an einem sonnigen Herbsttag. Im Vordergrund rahmen gelb verfärbte Baumwipfel die Szenerie ein, während in der Mitte der markante Turm einer Kirche aus den roten Ziegeldächern und verschiedenen Gebäudekomplexen hervorsticht.
In den sieben teuersten Städten sind Wohnungen binnen eines Jahres fast ein Prozent günstiger geworden, Häuser mehr als zwei Prozent. Besonders stark fielen die Preise in Stuttgart (hier im Symbolbild, -3,9 Prozent), Berlin (-2,0 Prozent) und in Köln mit -1,3 Prozent. (Quelle: Pixabay)

Standorte & Märkte 2026-10-23T11:38:19.816Z IW: Kaufpreise in Metropolen sinken

Während die Kaufpreise in den sieben größten Städten im Schnitt sinken, steigen die Angebotsmieten bundesweit um 4,5 Prozent. Das zeigt der IW-Wohnindex.

Die Kaufpreise für Wohneigentum in Deutschland haben sich im dritten Quartal 2026 kaum verändert, während die Angebotsmieten weiter deutlich steigen. Laut dem aktuellen Wohnindex des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) verteuerten sich Eigentumswohnungen gegenüber dem Vorjahresquartal um lediglich 0,3 Prozent. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern betrug der Anstieg 0,4 Prozent. Damit liegen die Kaufpreise weiterhin gut zehn Prozent unter ihrem Höchststand von 2022.

Kaufpreise in den Metropolen rückläufig

In den sieben größten deutschen Städten zeigt sich eine rückläufige Preisentwicklung. Eigentumswohnungen wurden innerhalb eines Jahres um knapp ein Prozent günstiger, während die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser um mehr als zwei Prozent sanken. Besonders ausgeprägt waren die Preisrückgänge in Stuttgart mit 3,9 Prozent, Berlin mit 2,0 Prozent und Köln mit 1,3 Prozent.

Anders entwickelt sich der Mietmarkt. Bundesweit stiegen die Angebotsmieten gegenüber dem Vorjahresquartal um 4,5 Prozent. Den stärksten Zuwachs verzeichnete das Umland der Metropolen mit 5,2 Prozent. In den Metropolen selbst fiel der Anstieg mit 3,8 Prozent unterdurchschnittlich aus. Eine Ausnahme bildet Hamburg, wo sich die Angebotsmieten um fast sieben Prozent erhöhten.

Höhere Finanzierungskosten belasten Käufer

Als wesentlichen Grund für die stagnierenden Kaufpreise nennt das IW die gestiegenen Zinsen. Bei einem Immobilienkredit über 300.000 Euro und einer anfänglichen Tilgung von zwei Prozent erhöhte sich die monatliche Belastung seit Jahresbeginn von rund 1.450 auf mehr als 1.600 Euro. Das entspricht einem Anstieg um mehr als zehn Prozent.

Auch eigenkapitalstarke Investoren halten sich nach Einschätzung des IW zurück, da festverzinsliche Wertpapiere wieder attraktivere Renditen bieten. Als Ursachen für die höheren Zinsen nennt das Institut gestiegene Inflationserwartungen infolge höherer Energiepreise sowie zunehmende Zweifel an der langfristigen Tragfähigkeit staatlicher Finanzen.

IW erwartet weiteren Anstieg der Mieten

„Hohe Zinsen treiben zahlungskräftige Haushalte zurück auf den Mietmarkt“, sagt IW-Immobilienökonom Michael Voigtländer. Gleichzeitig dürfte das Wohnungsangebot aufgrund steigender Baukosten und einer rückläufigen Bautätigkeit weiter unter Druck geraten.

Voigtländer rechnet deshalb mit anhaltenden Mietsteigerungen. Um den Kaufmarkt zu stabilisieren, spricht er sich unter anderem für staatliche Bürgschaften für private Immobilienkredite aus. Damit könnten nach seiner Einschätzung die Finanzierungsmöglichkeiten verbessert werden, ohne den Staatshaushalt erheblich zu belasten.

Auch interessant:

zuletzt editiert am 23. Oktober 2026
Newsletter