München bleibt mit 24,3 Euro je Quadratmeter die teuerste deutsche Mietstadt. Zugleich wurden 2025 nur rund 207.000 Wohnungen fertiggestellt.
Die Wohnungsmieten in deutschen Großstädten sind weiter gestiegen. Besonders deutlich fiel der Anstieg in Hamburg aus: Dort erhöhten sich die durchschnittlichen Mietpreise von 16,1 auf 19,9 Euro pro Quadratmeter, ein Plus von 23,6 Prozent. Das ist laut dem aktuellen Property Index von Deloitte der stärkste Zuwachs unter den untersuchten europäischen Städten.
Auch in Frankfurt stiegen die Mieten kräftig um 14,6 Prozent von 18,5 auf 21,2 Euro pro Quadratmeter. München verzeichnete einen Zuwachs von 11,5 Prozent und bleibt mit durchschnittlich 24,3 Euro pro Quadratmeter die teuerste deutsche Mietstadt. Das Preisniveau liegt damit 115 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. In Berlin erhöhten sich die Mieten von 18,4 auf 18,9 Euro pro Quadratmeter.
Für den Property Index 2026 hat Deloitte die Wohnungsmärkte in 25 europäischen Ländern untersucht. Die Erhebung umfasst Entwicklungen zwischen Januar 2025 und Juni 2026 und berücksichtigt unter anderem Miet- und Kaufpreise, Bautätigkeit sowie die Finanzierung von Wohneigentum.
Wohnungsfertigstellungen deutlich rückläufig
Während die Mieten steigen, bleibt die Neubautätigkeit in Deutschland schwach. Im Jahr 2025 wurden bundesweit rund 207.000 Wohnungen fertiggestellt, ein Rückgang um etwa 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der neu begonnenen Wohneinheiten belief sich laut Deloitte auf rund 218.000. Zum Vergleich: In Frankreich waren es 275.000.
„Die aktuellen Preis- und Mietentwicklungen zeigen, dass der deutsche Wohnungsmarkt nicht mehr primär von konjunkturellen Faktoren geprägt wird, sondern von einem strukturellen Angebotsdefizit“, sagt Nina Schrader, Partnerin und Lead Real Estate bei Deloitte. Die zunehmende Schwierigkeit, bezahlbaren Wohnraum zu finden, werde damit auch zu einem Standort- und Wettbewerbsfaktor für Städte und Regionen.
München auch bei Kaufpreisen an der Spitze
Neben den Mieten haben sich auch Neubauwohnungen verteuert. Deutschlandweit stiegen die durchschnittlichen Kaufpreise seit Januar 2025 um rund acht Prozent von 4.800 auf 5.200 Euro pro Quadratmeter. Damit liegt Deutschland im Vergleich der 25 untersuchten europäischen Länder auf dem dritten Platz hinter Luxemburg und Tschechien.
Unter den 71 untersuchten europäischen Städten weist München mit durchschnittlich 11.200 Euro pro Quadratmeter die höchsten Kaufpreise für Neubauwohnungen auf. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Anstieg um 400 Euro. In Hamburg und Frankfurt liegen die Preise bei jeweils rund 7.700 Euro pro Quadratmeter. Berlin erreicht nach einem Zuwachs von 4,17 Prozent durchschnittlich 7.500 Euro.
Finanzierungskosten sinken in vielen europäischen Ländern
Auf europäischer Ebene zeichnet der Deloitte-Bericht ein differenziertes Bild. Zwar bleibt das Wohnungsangebot in vielen Märkten hinter der Nachfrage zurück, gleichzeitig haben sich die Finanzierungsbedingungen für Wohneigentum teilweise verbessert.
In 22 der 25 untersuchten Länder gingen die Finanzierungskosten im Erhebungszeitraum zurück. Besonders deutlich fiel die Entwicklung in Griechenland, Rumänien und Portugal aus. Niedrigere Zinsen erleichterten dort den Zugang zu Wohneigentum und unterstützten die Nachfrage.
Deloitte sieht die europäischen Wohnungsmärkte insgesamt in einer Phase zunehmender Stabilisierung. Allerdings unterscheiden sich die Entwicklung der Preise, die Bautätigkeit und die Finanzierungsbedingungen zwischen den einzelnen Ländern weiterhin erheblich.
