Die Angebotsmieten für Bestandswohnungen liegen 4,3 Prozent über dem Vorjahr. Empirica warnt vor zusätzlichen Neubauhemmnissen durch steigende Zinsen.
Die Angebotsmieten in Deutschland sind im dritten Quartal 2026 weiter gestiegen. Nach dem Immobilienpreisindex von Empirica erhöhten sie sich bei Bestandswohnungen gegenüber dem Vorquartal um 1,4 Prozent und gegenüber dem Vorjahresquartal um 4,3 Prozent. Im Neubau betrugen die Zuwächse 1,6 beziehungsweise 3,8 Prozent.
Die angebotenen Kaufpreise lagen dagegen nur geringfügig über dem Vorjahresniveau. Bei bestehenden Eigentumswohnungen betrug der Anstieg 0,9 Prozent, bei bestehenden Ein- und Zweifamilienhäusern 0,2 Prozent. Neubauwohnungen verteuerten sich im Jahresvergleich um 1,2 Prozent, neue Ein- und Zweifamilienhäuser um 0,9 Prozent.
Neubaupreise steigen im Quartalsvergleich deutlicher
Gegenüber dem zweiten Quartal legten die Kaufpreise im Neubau stärker zu als im Bestand. Neue Eigentumswohnungen wurden 1,1 Prozent teurer angeboten, neue Ein- und Zweifamilienhäuser 2,2 Prozent. Inflationsbereinigt sanken dagegen die Angebotspreise bestehender Eigentumswohnungen um 0,8 Prozent und bestehender Häuser um 0,2 Prozent.
| Segment | Veränderung zum Vorquartal | Veränderung zum Vorjahresquartal |
|---|---|---|
| Angebotsmieten Bestand |
+1,4 % |
+4,3 % |
| Angebotsmieten Neubau |
+1,6 % |
+3,8 % |
| Kaufpreise Eigentumswohnungen Bestand |
+0,2 % |
+0,9 % |
| Kaufpreise Eigentumswohnungen Neubau |
+1,1 % |
+1,2 % |
| Kaufpreise Ein-/Zweifamilienhäuser Bestand |
+0,7 % |
+0,2 % |
| Kaufpreise Ein-/Zweifamilienhäuser Neubau |
+2,2 % |
+0,9 % |
Unter den kreisfreien Städten weist München mit 25,49 Euro je Quadratmeter die höchste monatliche Angebotsmiete für Neubauwohnungen auf. Es folgen Hamburg mit 21,64 Euro und Frankfurt am Main mit 21,31 Euro. Auch bei Bestandswohnungen führt München das Ranking mit 21,47 Euro je Quadratmeter an.
Die Angaben sind qualitätsbereinigte Modellwerte für Wohnungen mit 60 bis 80 Quadratmetern und höherwertiger Ausstattung. Als Neubau gelten die jeweils letzten drei Baujahrgänge sowie projektierte Objekte. Die Auswertung basiert auf Immobilieninseraten; Veränderungen etwa bei Größe, Ausstattung und Baualter werden rechnerisch berücksichtigt. Der Index bildet somit Angebotspreise ab, keine tatsächlich vereinbarten Kaufpreise oder Mieten. Immobilienpreisindex_Q3_2026
Warnung vor Folgen höherer Zinsen
Empirica-Geschäftsführer Reiner Braun sieht im jüngsten Zinsanstieg ein zusätzliches Risiko für den Wohnungsbau. Höhere Finanzierungskosten könnten die Realisierung von Neubauprojekten bremsen und potenzielle Käufer auf den Mietmarkt drängen. „Ohne Neubau gibt es keine Entlastung – der Wohnungsmarkt friert vollends ein“, warnt Braun.
Er fordert eine kräftige Sonderabschreibung für den Mietwohnungsbau, eine Befreiung von der Grunderwerbsteuer für Ersterwerber und eine dauerhafte Förderfähigkeit des EH55-Standards. Neben steuerlichen Entlastungen brauche es mehr Bereitschaft in Politik, Behörden und Bevölkerung, neue Wohnungsbauprojekte zu ermöglichen.
