Porträt José Luis Calderón Martinez
José Luis Calderón Martinez ist Leiter Zentralakquisition sowie Leiter der Geschäftsstellen Berlin und Hannover, Deutsche Hypo Nord/LB Real Estate Finance. (Quelle: Deutsche Hypo – NORD/LB Real Estate Finance)

Standorte & Märkte 2026-02-11T12:08:57.645Z Immobilienklima fällt, Markt bleibt stabil

Das Deutsche Hypo Immobilienklima sinkt im Februar 2026 erneut. Marktteilnehmer sehen Stabilisierung, Sentiment bleibt jedoch gedämpft.

Der deutsche Immobilienmarkt sendet zu Jahresbeginn 2026 widersprüchliche Signale. Während Marktakteure von einer strukturellen Stabilisierung sprechen, trübt sich die Stimmung unter den befragten Expertinnen und Experten erneut ein. Darauf weisen die aktuellen Daten des Deutsche Hypo Immobilienklimas hin.

„Der deutsche Immobilienmarkt befindet sich Anfang 2026 in einer Phase der Stabilisierung mit zunehmenden Belebungstendenzen“, erklärt José Luis Calderón Martinez, Leiter Zentralakquisition sowie Leiter der Geschäftsstellen Berlin und Hannover bei Deutsche Hypo Nord/LB Real Estate Finance.

Gleichzeitig verweist er auf die anhaltenden Unsicherheiten im Marktumfeld: „Die erneute Eintrübung des Sentiments reflektiert die weiterhin anspruchsvolle Gemengelage aus geopolitischen Spannungen, strukturellem Transformationsdruck sowie regulatorischen Anpassungen, etwa im Bereich Nachhaltigkeit und Energieeffizienz.“

Immobilienklima setzt Abwärtstrend fort

In der 218. Monatsbefragung von rund 1.000 Immobilienexpertinnen und -experten sank das Deutsche Hypo Immobilienklima im Februar um 3,2 Prozent auf 90,6 Punkte. Damit fiel der Index bereits den dritten Monat in Folge.

Sowohl Investment- als auch Ertragsklima entwickelten sich rückläufig. Das Investmentklima gab um 3,7 Prozent auf 88,8 Punkte nach, das Ertragsklima um 2,5 Prozent auf 92,5 Punkte.

Segmente überwiegend unter Druck

Mit Ausnahme des Büroklimas verzeichneten im Februar alle Segmente Verluste. Besonders deutlich fiel der Rückgang im Handel aus. Das Handelsklima sank um 8,3 Prozent auf 78,1 Punkte und markierte damit die schwächste Entwicklung unter den betrachteten Nutzungsarten.

Das Logistikklima verlor 4,1 Prozent und notierte bei 98,6 Punkten. Erstmals seit über zwei Jahren fiel der Wert damit wieder unter die Marke von 100 Punkten. Das Wohnklima zeigte sich vergleichsweise stabil. Trotz eines Rückgangs um 2,2 Prozent auf 142,9 Punkte behauptete es weiterhin die Spitzenposition unter den Assetklassen. Das Hotelklima gab um 2,4 Prozent nach und erreichte 103,3 Punkte. Damit lag es im Februar wieder vor dem Logistikklima.

Das Büroklima entwickelte sich als einziges Segment ohne Abschläge. Mit 73,6 Punkten blieb der Wert gegenüber dem Vormonat unverändert. Auf niedrigem Niveau ist das Büroklima damit das einzige Segment im laufenden Jahr mit einem – wenn auch minimalen – Zuwachs.

Planungssicherheit kehrt schrittweise zurück

Im Marktkommentar betont Calderón Martinez, dass sich die Rahmenbedingungen für Transaktionen allmählich verbessern. Nach den Preis- und Zinskorrekturen der vergangenen Jahre sorge ein weitgehend konstantes Zinsniveau für mehr Stabilität in der Preisfindung.

Gleichwohl bleibe das Aktivitätsniveau unter den langjährigen Durchschnittswerten. Zudem führten geopolitische Risiken, regulatorische Anforderungen und ESG-bezogene Anpassungen zu einer höheren Komplexität von Investitionsentscheidungen und längeren Prüfungsprozessen.

„Die strategische Weiterentwicklung der Immobilienbestände rückt stärker in den Vordergrund“, so Calderón Martinez. „Wer Cashflows, Standortqualität und Transformationsfähigkeit konsequent in den Fokus stellt, kann in diesem frühzyklischen Umfeld attraktive Einstiegs- und Umschichtungsmöglichkeiten nutzen.“ Zudem hebt er die Bedeutung von Branchenevents hervor: „Die kommenden Wochen bieten mit (...) dem immobilienmanager-Award und der Mipim wichtige Plattformen für Orientierung, Netzwerken und den Austausch über zukunftsfähige Geschäftsmodelle.“

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zuletzt editiert am 11. Februar 2026