Ron Hess als Praktikanten-Boxer
Ready to rumble – Langzeitpraktikant Ron Hess startet durch. (Quelle: Pixabay/immobilienmanager)

Unternehmen & Köpfe 2024-02-28T07:30:00Z #ichlernenoch Teil 2: Rumble in Rudow

Ein Mann. 30 Praktika. In verschiedensten Unternehmen der Immowelt. Ron Hess wird in unserer neuen Serie freiwillig zum Langzeitpraktikanten.

Wurde Rudow nur Rudow genannt, damit die Anwohner nicht zugeben müssen, dass sie in Neukölln leben? Für mein zweites Praktikum ist diese Frage überhaupt nicht wichtig. Aber dennoch habe ich sie mir gestellt. Viel häufiger habe ich mich aber gefragt, was ein Rückmietverkauf eigentlich ist. Bei der GNIW Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft habe ich eine Antwort auf diese Frage bekommen.

GNIW wird von Insidern, also von mir, als „Kniff“ ausgesprochen. Auf diesen Joke möchte ich aber in den kommenden Zeilen verzichten, weil ich ihn während meines zweitägigen Praktikums Anfang Februar einfach zu oft gebracht habe. Die klimatische Begleitung des Praktikums passte übrigens zum Zeitraum. Ich möchte einen öffentlichen Aufruf starten, dass sich Maklerhäuser auf Mallorca oder Briefkastenfirmen von den Bahamas gerne bei mir melden dürfen. Ich wäre sehr an einem entsprechenden Praktikum und wärmeren Temperaturen interessiert.

Ron Hess
Ron Hess (Quelle: on-geo)

Voller Bienenstock mit hoher Erwartungshaltung

Im Büro der GNIW angekommen, traf ich auch schon meinen Praktikumsbegleiter Robert Klanthe. Robert leitet die Immobilienbewertung des Unternehmens und weil das nicht reicht, übernimmt er auch noch die Aufgabe, auf mich aufzupassen. Nach den ersten Minuten im Büro merke ich bereits, wie geschäftig hier alle sind. Ständig wird telefoniert, diskutiert und gebrainstormt. Die Arbeitsatmosphäre ist wirklich inspirierend. Und ich nehme mir direkt vor, meine Kolleginnen und Kollegen in Erfurt darauf zu stoßen, dass man auch so arbeiten kann. Ein weiterer Grund für das Treiben im Büro ist die Tatsache, dass angekündigt wurde, dass heute ein echter Stargast zum Praktikum erscheint. Als erfahrener Vertriebler wird mir deshalb schnell klar: Hier wurde klassisches Overselling betrieben.

Nun mal zum Thema: Was ist eigentlich dieser Rückmietverkauf? Experten kennen den Begriff als Sale & Lease Back, ein etabliertes Modell im Gewerbeimmobiliensektor. Nutzer verkaufen ihre selbstgenutzte Immobilie an einen Investor, der sie anschließend an den Nutzer vermietet. Die GNIW ist deutschlandweit das einzige Unternehmen, das dieses Modell für Wohneigentum anbietet. Anders als etwa beim Teilkauf oder der Leibrente und Umkehrhypothek erhalten die Verkäufer den vollen Kaufpreis direkt ausgezahlt und treten in ein „normales Mietverhältnis“ mit allen Vorteilen, die das Mietrecht so bietet.

Dank dieses Geschäftsmodells ist die GNIW übrigens zu Deutschlands größtem Vermieter von Einfamilienhäusern geworden. Viele Menschen nutzen das Angebot des Unternehmens, weil sie im Alter von ihrem „Betongold“ profitieren, sich kostenintensive Sanierungen sparen oder einfach unabhängiger sein wollen. Dementsprechend besteht die Kundschaft genau aus Rentnern, die sich ihren Lebensabend versüßen wollen, wie aus Mittvierzigern, die ins Ausland wollen und sich über kurz oder lang verändern wollen.

Und dementsprechend oft klingelt das Telefon. Bei der GNIW ist somit ständig „Dealtime“, wie die Profis sagen. Und das Unternehmen hat dafür auch Glocken in mehreren Größen und einen Gong. Eine davon durfte ich während meines Besuchs sogar mal läuten, weil es einen erfolgreichen Deal gab. Passend zur Musik durfte ich dem Team dann auch meine fortgeschrittenen Dance Skills präsentieren. Spätestens jetzt hat sich meine Büropräsenz also hoffentlich gelohnt.

Am zweiten Tag nahm mich dann der Gründer der GNIW, Henryk Seeger mit zu einer Besichtigung. Auf diese Situation wurde ich schon im ersten Praktikum vorbereitet. Anders als an der Küste mussten wir aber diesmal keine Fähre nehmen. Nach Rudow, wohin es uns führen sollte, kommt man nämlich auch ganz bequem per Auto oder ÖPNV. Henryk zeigte mir ein Haus, das die GNIW vor einigen Jahren von einem älteren Mann erworben hat. Nachdem dieser verstorben war, wurde das Haus zu groß für seine Ehefrau. Eine Geschichte, die wir sicher alle kennen. Die GNIW kaufte das Haus und zahlte der Frau den vollen Kaufpreis. Die Dame zog nach einiger Zeit in eine kleinere Immobilie. Anschließend führte das Unternehmen eine umfassende Modernisierung der Immobilie durch, die nun abgeschlossen wurde. So wurde das Haus nicht nur schöner, sondern vor allem klimagerechter. Jetzt soll es einen neuen Eigentümer erhalten.

Modell mit Zukunft

Die zwei Tage bei der GNIW waren wirklich interessant. Das Unternehmen hat nicht nur ein wirtschaftlich sinnvolles, sondern vor allem ein sozial verantwortungsvolles Geschäftsmodell etabliert. Verkäufer erhalten die volle Transparenz über die Wertermittlung und anschließend ein lebenslanges Mietrecht. Natürlich können sie jederzeit kündigen. In der Vergangenheit konnte das Unternehmen dadurch vielen Menschen helfen, ihre „immobilen Ersparnisse“ zu mobilisieren. Und das ganz ohne Wette oder Spekulation. Danke für die tolle Zeit!

Praktikums-Barometer

Ronmoji-Wertung: Katastrophale Temperatur, Best-Bestnote in Sachen Tanzbarkeit und ein wunderbares Team.

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zuletzt editiert am 27. Februar 2024