Der Münchener Stadtrat ebnet den Weg für das „Anders Quartier“: Mehr als 500 Wohnungen, Büros und ein Park sollen im Norden der Stadt entstehen.
Ein neues Stadtquartier für den Münchener Norden nimmt Form an: Der Planungsausschuss hat grünes Licht für ein ambitioniertestes Stadtentwicklungsprojekt der Landeshauptstadt gegeben: Mit dem Billigungsbeschluss für „Das Anders“-Quartier kann das Bebauungsplanverfahren auf dem ehemaligen Gelände von Knorr-Bremse an der Moosacher Straße weitergeführt werden. Vorausgesetzt der Stadtrat stimmt zu, könnte der Bau ab 2027 beginnen.
Auf dem über fünf Hektar großen Areal plant die Opes Immobilien Gruppe ein urbanes Quartier mit rund 500 Mietwohnungen, Einzelhandel, Gastronomie, Kindertagesstätten, einem Pflegeheim sowie öffentlich zugänglichen Grünflächen. Ergänzt wird das Nutzungskonzept durch Büroflächen für etwa 4.500 Arbeitsplätze. Die Fertigstellung ist bis 2031 geplant.
„Wir nennen ‚das Anders‘- Quartier eine ‚Lebenswerk-Stadt‘, die offen ist für Menschen mit unterschiedlichen Lebensentwürfen (...). Sie werden in dem Quartier aufwachsen, arbeiten, ausgehen, sich erholen und auch ihren Ruhestand genießen können“, so Opes-Geschäftsführer Dr. Jürgen Büllesbach.
Mehrere international renommierte Architekturbüros, darunter Henn, Ingenhoven, Henning Larsen sowie Müller Reimann, sind an den Planungen beteiligt. Ziel ist eine vielfältige, städtebaulich prägende Bebauung mit hoher architektonischer Qualität.
Ein Schwerpunkt des Konzepts liegt auf sozialer Durchmischung: 40 Prozent der Wohnungen sollen gefördert werden. Auch bei den frei finanzierten Einheiten ist laut Opes eine maßvolle Mietgestaltung vorgesehen. Die Auswahl der Mieter soll nicht nur nach Bonität, sondern auch nach sozialen Kriterien erfolgen.
Das neue Quartier setzt auf fossile Unabhängigkeit: Geheizt und gekühlt wird über Grundwasser, Photovoltaik und Ökostrom. Die Planung folgt dem Schwammstadt-Prinzip mit Regenwassernutzung und großzügigen Grünflächen zur Verbesserung des Mikroklimas.
Beim Thema Mobilität stehen Fußgänger, Radverkehr und öffentlicher Nahverkehr im Vordergrund. Vorgesehen sind Bike-Lanes, Fahrradlounges, Sharing-Hubs und eine gute Anbindung an die U-Bahn-Station Oberwiesenfeld. Auch Ladeinfrastruktur für E-Mobilität ist Teil des Konzepts.
Bereits ab August wird das Gelände im Rahmen des Programms „Lucky Star“ temporär genutzt. Entworfen vom Architekturbüro MVRDV, entsteht eine urbane Freizeitlandschaft mit Kulturveranstaltungen, Sportangeboten und einem konsumfreien Biergarten. Betreiber ist der Münchner Szenegastronom Michi Kern. Den Auftakt bildet ein Streetfood-Festival.
