Der Flächenumsatz steigt im dritten Quartal auf 123.000 Quadratmeter. Die Abschlusszahl bleibt stabil, internationale Händler prägen die Nachfrage.
Der deutsche Vermietungsmarkt für Einzelhandelsimmobilien hat im dritten Quartal 2026 zugelegt. Nach Angaben von JLL erreichte der Flächenumsatz 123.000 Quadratmeter, nach 94.400 Quadratmetern im Vorquartal. Damit lag das Ergebnis auch über dem durchschnittlichen Quartalsumsatz der Jahre 2021 bis 2025 von 115.200 Quadratmetern.
Die Zahl der registrierten Abschlüsse blieb mit 167 gegenüber 168 im zweiten Quartal nahezu unverändert. Die durchschnittlich angemietete Fläche je Abschluss stieg dagegen um rund 31 Prozent. Für die ersten neun Monate summiert sich der Flächenumsatz auf 326.300 Quadratmeter und bleibt damit unter dem Rekordniveau des Vorjahres.
Internationale Händler stellen zwei Drittel des Umsatzes
Auf internationale Händler entfielen im dritten Quartal 67 Prozent des Flächenumsatzes und 57 Prozent der Abschlüsse. Die zehn führenden deutschen Einzelhandelsmetropolen vereinten die Hälfte aller Transaktionen auf sich. Ihr Anteil am Flächenumsatz stieg gegenüber dem Vorquartal von 41 auf 48 Prozent.
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Im bisherigen Jahresverlauf war der Textilhandel mit rund 92.900 Quadratmetern und einem Anteil von mehr als 28 Prozent die größte Nachfragegruppe. Zu den aktiven Unternehmen gehörten Inditex, New Yorker und Jack & Jones. Gastronomie und Food folgten mit rund 78.200 Quadratmetern beziehungsweise knapp 24 Prozent. Zu den expansiven Konzepten in diesem Segment zählten Go Asia, Rewe und Edeka.
Berlin führt, Leipzig und Köln wachsen deutlich
Berlin erreichte in den ersten neun Monaten rund 50.900 Quadratmeter Flächenumsatz. Das waren sieben Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, aber mehr als im Durchschnitt der Jahre 2021 bis 2025 mit 46.200 Quadratmetern. Es folgten Hamburg mit 17.100 Quadratmetern und Frankfurt mit 15.500 Quadratmetern.
Die stärksten genannten Zuwächse verzeichneten Leipzig mit 138 Prozent auf 12.600 Quadratmeter, Köln mit 37 Prozent auf 12.700 Quadratmeter und Hannover mit 30 Prozent. Nürnberg kam dagegen auf 3.000 Quadratmeter und lag damit 72 Prozent unter dem Vorjahreswert. Auch Hamburg und Stuttgart verzeichneten Rückgänge von 36 beziehungsweise 28 Prozent.
Aniko Korsos, Head of Retail Leasing JLL Germany, ordnet ein: „In Städten wie Leipzig können bereits einzelne großflächige Anmietungen das Gesamtergebnis eines Quartals deutlich nach oben bewegen. Umgekehrt schlägt es sofort durch, wenn solche Abschlüsse im Erfassungszeitraum ausbleiben. Das aktuelle Bild ist daher weniger ein flächendeckender Trend als das Resultat sehr gezielter Einzelabschlüsse“.
Spitzenmieten bleiben überwiegend stabil
München blieb mit einer Spitzenmiete von 340 Euro je Quadratmeter und Monat der teuerste der zehn führenden Standorte. Düsseldorf folgte mit 290 Euro, Berlin und Frankfurt lagen bei jeweils 280 Euro. Im Jahresvergleich stieg die Spitzenmiete in Düsseldorf um 3,6 Prozent, während sie in Berlin um 3,4 Prozent nachgab. Nürnberg verzeichnete einen Rückgang um 15,4 Prozent auf 110 Euro.
An der Mehrzahl der zehn Metropolen blieb das Mietniveau im dritten Quartal unverändert. Auch in den weiteren 56 untersuchten Städten registrierte JLL keine Veränderungen der Spitzenmieten. Für das Schlussquartal erwartet das Unternehmen an acht der zehn führenden Standorte stabile Werte. In Stuttgart könnte die Spitzenmiete auf 240 Euro sinken, in Nürnberg auf 100 Euro je Quadratmeter und Monat.
