Eine große Auswahl an frischen, gelben Bananen, die ordentlich in Reihen auf einem Verkaufsregal in einem Supermarkt ausgelegt sind, während im Hintergrund eine Person verschwommen zu sehen ist.
Investoren setzen bei Einzelhandelsimmobilien laut einer aktuellen JLL-Analyse besonders auf Lebensmittelhandel und Fachmarktzentren. (Quelle: Pixabay)

Standorte & Märkte 2026-10-09T08:01:59.650Z Retail-Investments: Volumen rund ein Viertel niedriger

Einzelhandelsimmobilien wurden bis Ende September für 3,2 Milliarden Euro gehandelt. JLL erwartet für 2026 insgesamt sechs bis 6,5 Milliarden Euro.

Am deutschen Investmentmarkt für Einzelhandelsimmobilien wurden in den ersten neun Monaten 2026 nach Angaben von JLL rund 3,2 Milliarden Euro umgesetzt. Das entspricht einem Rückgang um rund ein Viertel gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit 4,2 Milliarden Euro. Insgesamt registrierte JLL 169 Transaktionen. Im dritten Quartal lag das Volumen bei knapp 900 Millionen Euro und damit unter dem bisherigen Quartalsdurchschnitt des Jahres.

Die fünf größten Abschlüsse summierten sich auf rund 820 Millionen Euro und machten 25 Prozent des Gesamtvolumens aus. Im Vorjahreszeitraum hatte ihr Anteil noch bei 43 Prozent gelegen. Sechs Transaktionen überschritten die Marke von 100 Millionen Euro, gegenüber fünf im Vorjahr.

Sarah Hoffmann, Head of Retail Investment Germany bei JLL, sagt: „Das hohe Angebotsaufkommen aus dem zweiten Quartal wurde gut vom Markt absorbiert und nahezu alle marktbekannten Prozesse haben eine gute bis sehr gute Nachfrage erfahren. Wesentlich für den Erfolg waren dabei marktkonforme Angebotspreise“.

Fachmärkte und Nahversorger prägen das Geschäft

Lebensmittelgeankerte Immobilien erreichten einen Anteil von 25 Prozent am Transaktionsvolumen, Fachmarktzentren kamen auf 21 Prozent und einzelne Non-Food-Fachmärkte auf neun Prozent. Auf Shoppingcenter entfielen 19 Prozent, auf Geschäftshäuser 15 Prozent. Bei Nahversorgungsimmobilien bleibt die Nachfrage laut JLL trotz eines aktiv angebotenen Volumens von mehr als zwei Milliarden Euro bestehen. Neben Einzelobjekten seien insbesondere großvolumige Lebensmitteleinzelhandelsportfolios gefragt.

Eine Infografik mit zwei Ringdiagrammen, die das Transaktionsvolumen von Einzelhandelsimmobilien in Deutschland für das Jahr 2025 und das erste Halbjahr 2026 vergleicht, wobei der Fokus auf dem hohen Anteil des Lebensmitteleinzelhandels liegt.
Transaktionsvolumen (Einzelhandelsimmobilien) in Deutschland: Jeder dritte Euro wird in den Lebensmittelhandel investiert. Stand: Juli 2026. (Quelle: JLL)

Asset- und Fondsmanager waren mit 34 Prozent beziehungsweise rund 1,1 Milliarden Euro die größte Käufergruppe. Private Investoren folgten mit 21 Prozent und rund 700 Millionen Euro. Entwickler erreichten neun Prozent, Private-Equity-Investoren und Hedgefonds vier Prozent. Deutsche Investoren stellten sowohl auf Käufer- als auch auf Verkäuferseite jeweils 59 Prozent des Volumens.

Spitzenrenditen stabil, Preisanpassungen außerhalb von Core

Die Spitzenrenditen blieben im dritten Quartal unverändert: Einzelne Fachmärkte ohne Lebensmittelanker lagen bei 6,0 Prozent, Fachmarktzentren und lebensmittelgeankerte Fachmärkte bei 4,6 Prozent. Außerhalb des Spitzensegments beobachtet JLL hingegen Preisanpassungen infolge des höheren Zinsniveaus. Hoffmann erwartet eine zunehmende Preisspreizung zwischen Core-Spitzenobjekten und durchschnittlicheren Core- beziehungsweise Core-plus-Immobilien.

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Auf Core-Objekte entfielen 44 Prozent des investierten Volumens, auf Core-plus weitere 38 Prozent. Value-add-Immobilien erreichten elf Prozent, opportunistische Objekte sieben Prozent. Bei Value-add-Portfolios berichtet Hoffmann von einem kompetitiven Bieterumfeld: „In diesem Segment ist infolge einer deutlichen Zunahme von internationalen, aber auch nationalen Kapitalquellen durchaus von einem Nachfrageüberhang zu sprechen.“

JLL erwartet Belebung zum Jahresende

Auf Grundlage der aktuellen Transaktionspipeline prognostiziert JLL für das Gesamtjahr 2026 ein Volumen von sechs bis 6,5 Milliarden Euro. Damit würde der Markt nahezu das Vorjahresergebnis erreichen. Nach Einschätzung von Hoffmann haben die Gespräche auf der Expo Real weiteres Interesse nationaler und internationaler Investoren gezeigt, insbesondere an Fachmärkten und Shoppingcentern.

Für die kommenden ein bis zwei Jahre erwartet Hoffmann weiterhin ein hohes Angebot an Verkaufsobjekten, häufig auch aus notwendigen Abverkaufsprogrammen.

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zuletzt editiert am 09. Oktober 2026
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