Der Logistikvermietungsmarkt startet 2026 mit 19 Prozent Plus. Mehr Großabschlüsse und steigende Nachfrage aus Asien treiben die Entwicklung.
Der deutsche Industrie- und Logistikimmobilienmarkt ist mit einem spürbaren Plus ins Jahr 2026 gestartet. Nach Angaben von Colliers erreichte der Flächenumsatz im ersten Quartal 1,5 Millionen Quadratmeter – ein Anstieg um 19 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit handelt es sich um das stärkste erste Quartal seit 2022, auch wenn der Fünfjahresdurchschnitt aufgrund der hohen Volumina der Boomjahre 2021 und 2022 weiterhin unterschritten wurde.
Zur positiven Entwicklung trugen insbesondere größere Anmietungen bei. So wurden im ersten Quartal sechs Abschlüsse über 50.000 Quadratmeter registriert, nach lediglich zwei im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig bleibt der Markt breit aufgestellt: In den Top-8-Logistikregionen entfielen 37 Prozent des Flächenumsatzes auf diese Standorte. Damit liegt der Anteil leicht unter dem langjährigen Durchschnitt.
Ein prägender Trend ist die wachsende Präsenz asiatischer Unternehmen. „Ihr Anteil am Flächenumsatz stieg im ersten Quartal 2026 auf 15 Prozent“, so Christian Kah, Head of Industrial & Logistics Germany bei Colliers. „Im Gesamtjahr 2025 waren es zehn Prozent und in den vergangenen fünf Jahren im Schnitt lediglich fünf Prozent.“ Nach Beobachtung von Colliers weiten diese Unternehmen ihre Standortsuche zunehmend über Nordrhein-Westfalen hinaus auf weitere Regionen wie Frankfurt und Stuttgart aus.
Regionale Unterschiede bleiben deutlich
Innerhalb der Top-8-Logistikmärkte zeigte sich ein heterogenes Bild. Hamburg erzielte mit 108.100 Quadratmetern den höchsten Flächenumsatz, gefolgt von Köln mit 98.300 Quadratmetern. Köln verzeichnete zugleich den stärksten Zuwachs. Demgegenüber fiel Leipzig mit 17.600 Quadratmetern deutlich zurück, was vor allem auf das Ausbleiben großvolumiger Abschlüsse zurückzuführen ist.
Trotz zunehmender Großabschlüsse bleibt die Nachfrage in vielen Märkten kleinteilig. Rund 68 Prozent der Abschlüsse entfielen auf Flächen bis 3.000 Quadratmeter.
Die Nachfrage verteilt sich dabei relativ gleichmäßig auf Logistikdienstleister und produzierendes Gewerbe (jeweils 28 Prozent) sowie Handelsunternehmen (27 Prozent).
Mieten ziehen weiter an
Die Mietpreise entwickelten sich weiter nach oben. In sieben der acht Top-Standorte liegen die Spitzenmieten inzwischen über acht Euro pro Quadratmeter. Im Durchschnitt stiegen Spitzen- und Durchschnittsmieten um rund vier Prozent.
Besonders dynamisch entwickelte sich der Standort Frankfurt mit einem Anstieg der Spitzenmiete um sieben Prozent. In Leipzig und Hamburg blieben die Mieten hingegen stabil.
Ausblick: moderate Belebung erwartet
Colliers beobachtet seit Ende 2025 eine zunehmende Marktbelebung, insbesondere im großflächigen Segment. „Die Nachfrage nimmt wieder zu, insbesondere im Big-Box-Bereich, wo in den letzten zwei Jahren Zurückhaltung dominierte“, so Kah. Auch erste größere Anmietungen aus dem Bereich der Rüstungsindustrie seien erkennbar.
Für den weiteren Jahresverlauf erwartet Colliers trotz geopolitischer Unsicherheiten eine moderate Belebung des Vermietungsmarktes über dem Vorjahresniveau.
