Wer derzeit Flächen sucht, wird im Zweifel fündig werden. Solange er nicht in die CBDs möchte.
Eine gute Zeit für Makler, Überstunden abzubauen. (Quelle: iStockphoto)

Standorte & Märkte 2023-08-24T10:49:57.526Z Büroflächenumsätze schwächeln weltweit

Wieviel Zeit verbringen Sie im Büro? Auch wenn die Zahl der Bürobeschäftigten in den letzten 10 Jahren von 9,5 Millionen auf 13,3 Millionen gestiegen ist, bleibt diese Entwicklung einem Effekt auf den Büroflächenmärkten schuldig und das nicht nur in Deutschland.

Neuesten Zahlen von JLL zufolge, sank der weltweite Büroflächenumsatz um 15 Prozent auf 15,3 Millionen Quadratmeter. Insbesondere in Europa spürt JLL Zurückhaltung bei Anmietungen. Um 25 Prozent sank hier der Flächenumsatz. Im zweiten Quartal wurden hier lediglich 1,9 Millionen Quadratmeter umgesetzt und damit der niedrigste Umsatz seit dem dritten Quartal 2020. Kostensenkung heißt der Hauptfaktor lt. Hela Hinrichs, Senior Director EMEA Research und Strategy. „Insbesondere auf europäischen Märkten sind erstklassige Flächen an zentralen Standorten allerdings knapp, weshalb einige Unternehmen gezwungen sind, auf weniger zentrale Teilmärkte auszuweichen oder ihre Flächengesuche zu verschieben“, so Hinrichs. Durch das längst etablierte Homeoffice und Workationmodelle steigt die Nachfrage nach kleineren, nachhaltigeren und zentral gelegeneren Flächen.

Büroflächenumsätze weltweit
Büroflächenumsätze weltweit (Quelle: (JLL))

Besser sieht es in Nordamerika und Asien-Pazifik aus, so der Research-Dino JLL. Während in Nordamerika die Umsatzzahlen um 15 Prozent zurückgingen, lag das Umsatzminus in Asien bei vier Prozent. In den USA gingen die Vermietungsvolumina im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um zwölf Prozent zurück, stiegen jedoch im Vergleich zum Vorquartal um elf Prozent, was den ersten quartalsweisen Zuwachs der Vermietungsaktivität seit einem Jahr darstellt. In der Region Asien-Pazifik blieb der Umsatz im zweiten Quartal auf Vorjahresniveau und übertraf den Wert aus dem ersten Quartal dieses Jahres um 13 Prozent. Vor allem Australien hat mit einem Plus von 45 Prozent im Jahresvergleich zu dem positiven Ergebnis beigetragen.

Spitzenmieten legen zu

Bei den Spitzenmieten, die sich von den Leerstandszahlen entkoppelt haben, liegt Seoul im Gegensatz zum Vorjahresquartal mit einem Wachstum von 12,9 Prozent vorn gefolgt von Amsterdam mit 10,5 Prozent sowie London und Dubai mit 8,3 Prozent. Frankfurt (+5,7 Prozent) und Berlin (+4,9 Prozent) landen im oberen Drittel des Rankings. Rückgänge verbucht Tokio (-6,4 Prozent), San Francisco (-6,2 Prozent) und Hongkong (-5,1 Prozent).

Leestände steigen

Die Leerstände steigen unterdessen weiter. Die Leerstandsquote notiert JLL bei 15,6 Prozent, was einen neuen Höchstwert darstellt. Während die Leerstandsquote in Europa mit 7,6 Prozent unverändert blieb, wuchs sie in Asien-Pazifik um 23 Basispunkte auf 15,1 Prozent und in Nordamerika um 52 Basispunkte auf die Marke von 20,1 Prozent.

JLL rechnet in diesem Jahr mit weltweit 17 Millionen Quadratmeter fertiggestellter Bürofläche und einem weiteren Anstieg der Leerstände bis Jahresende. Ab 2024 werde die Baupipeline deutlich kleiner ausfallen und die Verfügbarkeit hochwertiger Büroflächen bei zunehmender Nachfrage deutlich zurückgehen. Die Folge werde zunehmende Revitalisierungstätigkeiten von Gebäuden älterer Baualtersklassen sein, so JLL.

zuletzt editiert am 24. August 2023
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