Knapp 30 Prozent erwarten eine positive Marktentwicklung. Bei Infrastrukturfinanzierungen sehen die Befragten die größten Chancen im Digitalbereich.
Die deutsche Immobilienwirtschaft blickt überwiegend zurückhaltend auf die kommenden zwölf Monate. Laut dem aktuellen Trendbarometer der Berlin Hyp halten 35 Prozent der befragten Immobilienprofis die weitere Marktentwicklung für offen. Weitere 32 Prozent rechnen mit einer eher schwachen Entwicklung, vier Prozent sogar mit einer deutlichen Verschlechterung. Demgegenüber erwarten 25 Prozent eine positive Entwicklung und lediglich vier Prozent eine deutliche Markterholung.
Für die dritte Ausgabe des Trendbarometers befragte die Berlin Hyp während der Expo Real vom 5. bis 7. Oktober 2026 mehr als 600 Immobilienprofis. Neben den Markterwartungen standen die Wettbewerbsposition Deutschlands und die Finanzierung von Infrastrukturprojekten im Mittelpunkt.
Deutschland vor allem für Core-Investments attraktiv
Bei der Bewertung des deutschen Gewerbeimmobilienmarkts im europäischen Vergleich zeigt sich ein differenziertes Bild. Mit 26 Prozent sieht die größte Gruppe der Befragten Deutschlands Stärke vor allem bei risikoarmen und langfristig orientierten Core-Investments. Weitere 25 Prozent bewerten den Markt grundsätzlich als stark, halten seine Entwicklung jedoch für weniger dynamisch als die anderer europäischer Märkte.
21 Prozent sehen derzeit in anderen europäischen Ländern attraktivere Investitionsmöglichkeiten. Neun Prozent zählen Deutschland zu den führenden Gewerbeimmobilienmärkten Europas, während drei Prozent von einer abnehmenden Wettbewerbsfähigkeit ausgehen. Für weitere 16 Prozent hängt die Attraktivität vor allem von der jeweiligen Assetklasse und dem Standort ab.
„Investoren schauen genauer hin: Welche Standorte bleiben langfristig attraktiv und welche Projekte sind auch unter veränderten Bedingungen tragfähig?“, sagt Sascha Klaus, Vorstandsvorsitzender der Berlin Hyp und Mitglied des LBBW-Vorstands.
Digitale Infrastruktur bietet größtes Finanzierungspotenzial
Bei Infrastrukturinvestitionen sehen die Befragten insbesondere in Rechenzentren, Glasfasernetzen und anderen digitalen Infrastrukturprojekten Finanzierungschancen. Auf dieses Segment entfallen 27 Prozent der Antworten zur Frage nach den größten Potenzialen in den kommenden drei Jahren. Es folgen erneuerbare Energien und Energiespeicher mit 22 Prozent sowie Stromnetze, Wärme- und Wasserstoffinfrastruktur mit 18 Prozent.
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Auf Ladeinfrastruktur und emissionsärmere Mobilität entfallen zwölf Prozent der Nennungen, auf Schienen-, Straßen- und sonstige Verkehrsinfrastruktur zehn Prozent. Soziale Infrastruktur wie Bildungs-, Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen erreicht sieben Prozent, Wasser-, Abwasser- und Kreislaufwirtschaft vier Prozent. Bei dieser Frage konnten die Teilnehmenden bis zu drei Antworten geben.
Regulatorische Vorgaben beeinflussen Finanzierbarkeit
Als größten Einflussfaktor auf die Finanzierbarkeit von Infrastrukturprojekten nennen die Befragten regulatorische und politische Rahmenbedingungen mit 21 Prozent der Antworten. Dahinter folgen Bau-, Fertigstellungs- und Kostenrisiken mit 17 Prozent sowie die Attraktivität und Planbarkeit der Projekt-Cashflows mit 16 Prozent.
Auch die Qualität und Bonität der Projektbeteiligten beziehungsweise Vertragspartner spielt mit 13 Prozent eine wichtige Rolle. Auf Eigenkapitalausstattung und Risikoallokation sowie Kapitalmarkt- und Refinanzierungsbedingungen entfallen jeweils zehn Prozent der Nennungen. Die Verfügbarkeit von Fördermitteln und öffentlichen Garantien erreicht sieben Prozent. Nachhaltigkeitsaspekte beziehungsweise EU-Taxonomie-Konformität sowie gesellschaftliche Akzeptanz und Genehmigungsrisiken kommen jeweils auf drei Prozent.
