Die Hamburger Hotels empfangen alle wieder Gäste, und neue Häuser entstehen im ganzen Stadtgebiet. Von Bianca Diehl
„Hamburg gehörte in den letzten Jahrzehnten traditionell zu den drei wichtigsten Stadtdestinationen auf dem deutschen Hotelmarkt. Trotz der Pandemie präsentierte sich die Hotellerie in Hamburg resilient“, erklärt Martin Schaffer, Geschäftsführer und Partner MRP Hotels. Trotz dieser positiven Grundstimmung verzeichnete Hamburg im vergangenen Jahr mit 54 Millionen Euro ein schwaches Hotel-Investmentergebnis, berichtet BNP Paribas Real Estate. Andere große Standorte wie etwa Berlin oder München konnten für den Zeitraum dagegen eine gute Entwicklung vorweisen.
Positiv entwickelte sich aber auch in der Hansestadt die Zahl der Übernachtungen und Ankünfte. Allein im Dezember verzeichnete die Stadt mehr als 336.000 Gäste – ein Plus von 506,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Über das ganze Jahr betrachtet lag der Zuwachs zwar nur bei 4,8 Prozent, doch der sehr positive Trend zum Jahresende hin macht Mut. Zudem kamen von den über 3,3 Millionen Touristen im gesamten vergangenen Jahr immerhin mehr als 500.000 auch wieder aus dem Ausland.
Diese Gäste konnten im Jahr 2019 unter 415 geöffneten Hotelbetrieben wählen, die 72.717 Betten anboten. Zwischenzeitlich waren diese Zahlen auf 270 beziehungsweise 38.211 gesunken. Vor diesem Hintergrund ist es besonders positiv, dass Touristen nun wieder in 417 Häusern absteigen können, die 75.216 Betten vorhalten.
Rock im Bunker
In Zukunft sollen noch einige mehr dazukommen: Für dieses Jahr sind acht neue Herbergen geplant, für 2023 zehn und für die kommenden Jahre gibt noch weitere acht Hotelplanungen. So soll Mitte des Jahres zum Beispiel das Bunker-Hotel in St. Pauli unter der Marke „Reverb by Hard Rock Hotel“ eröffnen. RIMC Hotels & Resorts hatte im vergangenen Herbst die Ausschreibung für den Betrieb eines Hotels und von Gastronomieflächen in der Aufstockung des Bunkers gewonnen und einen Vertrag mit der Vermieterin EHP Erste Hamburger Projektmanagement GmbH und der Bauherrin Matzen Immobilien KG unterzeichnet. 136 Zimmer soll die Herberge haben. „Mit ‚Reverb by Hard Rock Hotel‘ wird dem bereits sehr diversifizierten Hotelmarkt in der Hansestadt eine neue, weltberühmte Marke in einem sehr auffälligen und gerade in Hamburg allseits bekannten Gebäude hinzugefügt“, beschreibt Martin Schaffer, dessen Beratungshaus bei der Vertragsvermittlung beteiligt war. „Wir sind überzeugt, dass damit die junge, urban-kreative Umgebung durch die neue Attraktion eine weitere Aufwertung erfahren wird. Denn neben der absoluten Premiere in ‚good old Europe‘ wird das Haus auf St. Pauli erst das zweite weltweit nach Atlanta sein.“
Eine weitere Neueröffnung plant etwa Leonardo Hotels in Altona mit einer Herberge mit 191 Zimmern im Juni. Im Mai 2024 soll ein weiteres Haus der Marke in Altona folgen – allerdings mit 84 Serviced Apartments. Dieses Haus wird den Einstieg von Leonardo in dieses Segment darstellen.
Auch die Novum Gruppe hat Hamburg im Visier: Im zweiten Quartal dieses Jahres sollen das Niu Yen mit 347 Zimmern und das Niu Lab mit 438 eröffnen. Die britische Marke Premier Inn hat für Ende dieses/Anfang nächsten Jahres eine neue Herberge mit 281 Zimmern in der Hansestadt geplant.
Erst für das Jahr 2026 ist die Fertigstellung des Projekts am Alten Wall 40 vorgesehen. Art-Invest plant hier, die aktuelle Bestandsfläche nachzuverdichten. Neben einem Hotel der Marke „The Hoxton“ sind Büros, Wohnungen, Gewerbe- und Gastronomieflächen geplant. Das Hotel wird von Ennismore unter einem Pachtvertrag der Ghotel Group gemanagt. Ennismore ist ein Lifestyle-Unternehmen unter Beteiligung der französischen Hotelgruppe Accor. „Wir können es kaum erwarten, unsere Präsenz in Europa auszubauen und unsere Türen in Hamburg mit dem The Hoxton zu öffnen, das nach Berlin unser zweites Hotel in Deutschland sein wird“, freut sich Rob Andrews, Brand COO The Hoxton und Deputy Head of America von Ennismore.
