Stadtbau Aschaffenburg errichtet bis Ende 2027 den Gabelsberger-Block mit 126 geförderten Wohnungen. Investition: 52,7 Millionen Euro.
Mit der Grundsteinlegung für den sogenannten Gabelsberger-Block hat die Stadtbau Aschaffenburg den Bau eines der derzeit größten innerstädtischen Wohnungsbauprojekte der Stadt bekräftigt. Auf dem Areal zwischen Gabelsbergerstraße, Gutenbergstraße und Pestalozzistraße entstehen acht Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 126 geförderten, barrierefreien Wohnungen. Die Fertigstellung ist für Ende 2027 vorgesehen.
Der Baubeginn erfolgte bereits im ersten Quartal 2025. Ergänzt wird das Projekt durch einen Gemeinschaftsraum, eine Tiefgarage sowie Grünflächen im Innenhof. Die Gesamtinvestitionssumme beläuft sich auf rund 52,7 Millionen Euro.
Die Planungen für das Vorhaben reichen bis ins Jahr 2019 zurück. In der Entwicklungsphase sahen sich die Beteiligten unter anderem mit pandemiebedingten Verzögerungen, steigenden Baukosten und veränderten Förderbedingungen konfrontiert.

André Kazmierski, Geschäftsführer der Stadtbau Aschaffenburg, erläutert: „Dieses Projekt zeigt, dass kommunaler Wohnungsbau auch unter schwierigen Rahmenbedingungen möglich ist – wenn Entscheidungen mutig, verantwortungsvoll und mit Blick auf die Zukunft getroffen werden.“
Nach Angaben der Stadtbau steht der Gabelsberger-Block für eine konsequente Innenentwicklung. Das innerstädtische Grundstück werde deutlich intensiver genutzt als zuvor, wodurch sich die geschaffene Wohnfläche nahezu verdreifache. Zusätzliche Flächen außerhalb der Stadt würden nicht in Anspruch genommen.
Oberbürgermeister Jürgen Herzing betont die wohnungspolitische Relevanz des Projekts: „Bezahlbarer Wohnraum in der Innenstadt ist eine der zentralen sozialen Fragen unserer Zeit. Der Gabelsberger-Block verbindet soziale Verantwortung, städtebauliche Qualität und ökologische Standards in vorbildlicher Weise.“
In den Neubauten entstehen Zwei- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen mit Wohnflächen zwischen rund 50 und 105 Quadratmetern. Drei Einheiten sind rollstuhlgerecht ausgeführt, sämtliche Gebäude erhalten barrierefreie Zugänge und Aufzüge.
Die Vermietung erfolgt vollständig über die einkommensorientierte Förderung des Bayerischen Wohnungsbauprogramms. Damit sind die Mieten für mindestens 55 Jahre sozial gebunden. Die Grundmieten liegen – abhängig von der Einkommensstufe – zwischen 6,00 und 9,00 Euro pro Quadratmeter.
Energie- und Mobilitätskonzept
Der Neubau erfüllt die Anforderungen an ein KfW-Effizienzgebäude 55. Die Wärmeversorgung erfolgt über das Fernwärmenetz. Ergänzend sind Photovoltaikanlagen vorgesehen, die unter anderem Mieterstrommodelle ermöglichen.
Das Mobilitätskonzept umfasst eine Tiefgarage, oberirdische Stellplätze, Carsharing-Angebote sowie umfangreiche Fahrradabstellmöglichkeiten. Insgesamt entstehen Stellplätze für 228 Fahrräder, darunter auch Flächen für Lastenräder.
Die begrünten Innenhöfe sind als zentrale Aufenthalts- und Begegnungsflächen konzipiert. Der Wohnungsbau soll damit nicht nur bauliche, sondern auch soziale Funktionen erfüllen. Kazmierski formulierte den Anspruch des Projekts wie folgt: „Wohnen endet nicht an der Wohnungstür. Ziel sind lebendige Nachbarschaften und ein gutes Miteinander.“