Die Zahl der neu errichteten Wohnung ist kräftig gestiegen und die Zahl der Baugenehmigungen ist erfreulich hoch. Trotzdem fehlen Wohnungen, auch weil viele genehmigte Einheiten gar nicht gebaut werden.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind im vergangenen Jahr bundesweit knapp 278.000 Wohnungen fertiggestellt worden. Das ist ein sattes Plus von mehr als zwölf Prozent. Laut IW Köln werden allerdings viel mehr Wohnungen benötigt - rund 380.000 pro Jahr.
Um den demografisch bedingten Bedarf zu decken, müssten laut IW fast 130.000 Wohnungen davon allein in den 20 größten Städten entstehen. Die Zahl der Baugenehmigungen könnte sogar optimistisch stimmen, denn sie lag im vergangenen Jahr bei 375.000 Wohnungen.
Allerdings werden laut IW immer weniger der genehmigten Wohnungen auch tatsächlich gebaut – vor allem in den Großstädten klaffen demnach Soll und Haben auseinander. Als Beispiel nennt das IW die Hauptstadt: In Berlin wurden 2015 über 22.000 Wohnungen genehmigt, aber weniger als 11.000 Wohnungen gebaut. Das wesentliche Problem sei, dass sich das Warten für die Baulandeigentümer derzeit lohnt. Ein Trend, den auch Bulwien Gesa in seiner Projektentwicklerstudie bereits festgestellt hat.
In vielen Städten steigen die Grundstückspreise um bis zu 15 Prozent pro Jahr. Viele Investoren wollen davon profitieren und versuchen Baugenehmigungen für ihre Grundstücke zu erhalten, um diese dann mit Gewinn weiterzuverkaufen. Dadurch wird der Wohnungsbau ausgebremst.
Lösen ließe sich dieses Problem, indem Baugenehmigungen zeitlich befristet werden, schlägt das IW vor und zum Beispiel nach ein oder zwei Jahren verfallen, wenn mit dem Bau nicht begonnen wird. Noch wichtiger sei allerdings, dass die Städte und Kommunen endlich mehr Bauland ausweisen. Und nicht zuletzt müssen die Bauämter ihr Personal aufstocken, denn für die Bearbeitung der Bauanträge steht nicht ausreichend Personal zur Verfügung