Interview mit Alexander Lickfett. Seine CTP Asset Management Services ist für das kaufmännische Gebäudemanagement der Hamburger Elbphilharmonie zuständig.
In der Elbphilharmonie kennt sich Alexander Lickfett gut aus. Schließlich ist seine CTP Asset Management Services GmbH bereits seit zwei Jahren als Berater im Bereich der kaufmännischen und der WEG-Verwaltung bei Hamburgs neuem Wahrzeichen mit an Bord.
Nun hat sein Unternehmen von der Spie GmbH auch den Auftrag für das kaufmännische Gebäudemanagement der Elbphilharmonie erhalten. Über die besonderen Herausforderungen beim Management einer solchen Immobilie sprachen wir mit Alexander Lickfett.
Herr Lickfett, was sind die besonderen Herausforderungen, wenn man das Gebäudemanagement für eine Immobilie wie die Elbphilharmonie übernimmt?
Alexander Lickfett : Es muss auf verschiedenen kaufmännischen Ebenen gearbeitet werden, da es zum einen eine Eigentümergemeinschaft ist, bei der das WEG-Gesetz, die Teilungserklärung und Gemeinschaftsordnung berücksichtigt werden müssen. Zum anderen gibt es die verschiedenen Nutzer, als Eigentümer oder als Pächter – wie beispielsweise der Konzertbereich, das Hotel, die Wohnungen, der öffentliche Bereich der Plaza. All dies ist in Zahlen und der Umlage unterschiedlich zu betrachten. Auch muss sich erst alles einspielen, da die ´Elbphi´ von der Bauphase in die Phase der Bewirtschaftung übergegangen ist. So werden Prozesse optimiert und Umlageschlüssel überdacht.
Die Elbphilharmonie ist einzigartig und nur schwer mit anderen Großprojekten zu vergleichen – wie kalkuliert man als Dienstleister in einem solchen Fall überhaupt einen Preis für seine Arbeit?
Alexander Lickfett : Wir haben zwei Jahre bei diesem Projekt beraten und somit ein gewisses Gefühl dafür bekommen. Ohne diese Zeit wäre es sicher nicht möglich gewesen, eine seriöse Kalkulation zu erstellen. Bisher stehen Kalkulation und Arbeitsaufwand in einer für alle Beteiligten guten Relation.
Preisdruck und Digitalisierung sind nur zwei Trends, die auch im Gebäudemanagement auf der Tagesordnung stehen. Was sind Themen, die Sie aktuell stark umtreiben?
Alexander Lickfett : Natürlich treibt uns auch die Digitalisierung um. Dazu haben wir aktuell ein Projekt mit unserem Software-Provider ins Leben gerufen, mit dem Prozesse optimiert und Möglichkeiten der weiteren sinnvollen Digitalisierung eruiert werden. Kostendruck spielt für uns eine untergeordnete Rolle. Wir wollen uns nicht in irgendwelchen Preiskämpfen wiederfinden, die meistens zu Lasten der Qualität gehen. Unsere Kunden schätzen unsere Leistung und die damit einhergehende Qualität und sind deshalb auch bereit einen fairen Preis zu bezahlen.
Interview: Markus Gerharz