Symbolbild: Die Hauptverwaltung der Volksbank in Karlsruhe. (Quelle: Karlsruher Volksbank)

Investment 2024-08-07T13:15:45.911Z Wider den Home-Bias – für mehr Sicherheit im Depot A

Kein Finanzverbund ist so dezentral aufgestellt und heimatverwurzelt wie der Verbund der VR-Banken. Eine große Stärke, die aber auch Risiken birgt, wie Christoph Geißler, Geschäftsführer der Imaxxam Asset Management in seinem Gastbeitrag aufzeigt.

Die regionale Verwurzelung der Volks- und Raiffeisenbanken ist eine der herausragenden Stärken dieser Institute. Sie sind nicht nur Finanzpartner ihrer Heimatregion, sie sind vielmehr ein wichtiger Teil der lokalen Wirtschaft – als Arbeitgeber und als Kreditgeber.

Porträtbild Christoph Geißler
Christoph Geißler (Quelle: IMAXXAM)

Jede Medaille hat jedoch zwei Seiten. Denn eben diese Nähe kann zu einem eingeengten Geschäftsfeld führen, gibt es im genossenschaftlichen Verbund doch eine gewisse Tendenz, sich auf die Heimatregion zu fokussieren. Dieses Regionalprinzip kann jedoch zum Risiko werden, vor allem in mittelständisch geprägten Regionen. Auf der einen Seite kann eine zu große Abhängigkeit vom Geschäft mit wenigen großen Kunden oder einer vor Ort stark vertretenen Branche entstehen. Auf der anderen Seite können aufgrund der regionalen Begrenzung Chancen in anderen Gebieten ungenutzt bleiben.

Andere Region, andere Chancen

Der Immobilienmarkt ist dafür ein gutes Beispiel. Bietet er doch je nach Region auch zurzeit noch gute Chancen. Mag die Lage im Vertriebsgebiet des eigenen Instituts vielleicht einmal weniger aussichtsreich erscheinen, kann in einer weiter entfernten Stadt bereits die Trendwende erreicht worden sein.

Ein diversifiziertes Portfolio empfiehlt jeder Finanzberater seinen Kunden aus Gründen der Risiko-Chancen-Gewichtung. Das Gleiche sollte daher auch für genossenschaftliche und andere regional ausgerichtete Banken genauso wie für Sparkassen selbst gelten. Vor allem dann, wenn es um Eigenanlagen geht, also das sogenannte Depot A.

Spezielle Fonds für Depot-A-Manager

Der Kapitalmarkt unterstützt die lokalen Depot-A-Manager dabei mit entsprechenden Fonds. So können auch kleinere Geldhäuser ohne Kenntnisse der Situation vor Ort an den langfristigen Chancen partizipieren, die beispielsweise Immobilienmärkte wie Berlin oder Frankfurt am Main bieten.

Denn auf diesen Märkten finden sich auch Investitionschancen bei Objektgrößen, die es in Klein- und Mittelstädten nicht gibt. So bietet sich auch regional verwurzelten Banken und Sparkassen die Chance, zusammen mit gleichgesinnten Investoren in viele Millionen Euro schwere Gewerbeimmobilien in den Metropolen zu investieren, zu denen sie sonst keinen Zugang hätten. Zudem wird auf diese Weise eine Ballung von Risiken vermieden, zu der es in der angestammten Region naturgemäß kommen kann.

Blick über die Top-Städte hinaus

Wer sich gegen den Home-Bias, also die zu große Fokussierung auf die Heimatregion, schützen will, sollte allerdings bei Immobilien nicht nur auf die Top-Städte wie München, Frankfurt, Berlin, Hamburg oder Stuttgart schauen. Trotz der durch die schnell gestiegenen Zinsen ausgelösten Krise auf dem Immobilienmarkt: Bei Investitionen lohnt der Blick auf die Details. Das können die Spezifika einzelner Objekte sein. Aber auch die Chancen, mit denen bestimmte Regionen sich hervorheben.

So können neben den sogenannten A-Städten auch B- und C-Städte immer wieder überzeugen. Das haben jüngst auch zwei renommierte Adressen vermeldet. Da ist zum einen das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln: Gemäß einer Studie aus dem Frühjahr dieses Jahres offerieren Städte wie Mainz, Darmstadt, Oldenburg oder Leverkusen Investoren besondere Chancen. Als Gründe nennt das IW eine starke Zunahme der Mieten in den Kommunen bei einem gleichzeitig nur moderaten Anstieg der Kaufpreise für Immobilien. Das kann zur Folge haben, dass dort die Kaufpreise trotz der aktuellen Gesamtlage auf dem Immobilienmarkt noch steigen könnten.

Attraktives Rendite-Risiko-Ranking

Auch die Transaktionsberatung Lübke Keller preist die Städte in der zweiten Reihe. Dort sei das Rendite-Risiko-Ranking attraktiv für Investoren. Und um letzteres sollte es ja gerade bei den Eigenanlagen der Banken und Sparkassen gehen.

Der Blick über den eigenen Tellerrand empfiehlt sich daher auch besonders für die so stark in der eigenen Region aktiven und starken Geldhäuser.

Ein Beitrag von Christoph Geißler, Geschäftsführer der Imaxxam Asset Management.

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zuletzt editiert am 07. August 2024
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