Preise, Umwidmungen, himmlische Transaktionen und Dubai Schokolade: Dr. Thomas Beyerle mit einer weihnachtlichen Analyse zum Jahresabschluss.
Erneut geht ein Jahr zu Ende, welches unsere Branche vor Herausforderungen gestellt hat. Okay, diesen könnte man ja aktiv entgegentreten mit einer höheren Dosis an Glühwein, Frustessen an Plätzchen oder Bratwurst, Schlangestehen vor diversen Schokoladenshops (eher nicht, anderes Sinus-Milieu) oder mal in die Kirche gehen, die Krippe (Immobilie) anschauen und hoffen. Und sich mal in Ruhe der Thematik Umwidmung nähern. Denn neben der spirituellen Erleuchtung, was man aus einem „Sakralgebäude“ so alles machen könnte (Ausgangslage: Nachfrage nach Dienstleistung und Besucherfrequenz seit Jahren rückläufig) oder wie es mit den Märkten weitergehen wird in 2025 („Stay alive 'til 25“ – fast am Ziel!; oder der pessimistischen Auslegung „It will be dirty until 2030“) wird immer klarer, dass Bauen im Bestand und mit Verstand wohl die Botschaft in den kommenden Jahren sein wird.

Da kann auch der heilige Friedrich mit seinen E-Rentieren etwas verspätet im Februar mit dem Schlitten kommen und uns noch mehr „Fördertöpfe, Baulanddynamisierung oder ‚Entschleunigung beim Heizungsgesetz‘“ in die Stiefel legen. Neue Bauten werden wir auch 2025 kaum sehen. Weil ja auch etliche in die Insolvenz gerutscht sind.
Natürlich mault auch das Volk, aber es gibt in diesen Tagen Hoffnung: der Blick auf unsere Karte der Preistreiberei mit den führenden Weihnachtsmärkten der Republik, zeigt zumindest, dass der Ausspruch „Wir mussten erhöhen wegen der Inflation, der Standgebühren, der GEMA-Abgabe, des Mindestlohns, des Zuckerpreises…“ kaum noch über die Weihnachtsmärkte der Republik hallt. Es wurde zwar im Schnitt um 5,63 Prozent teurer, aber eben nicht mehr die 22 Prozent wie zwischen 2022 und 2023: „Es gibt Licht am Ende des Tunnels.“
Allerdings schlägt der Preisauftrieb bei den diversen Heißgetränken dann doch zu: in den etlichen „Add-ons/Toppings“. Kennen wir ja bei jeder Burgerbestellung oder beim Kaffeebrauer aus Seattle. Hier gibt es keine Grenzen zwischen „mit Schuss“ (zumeist Billigbrandwein, aber ohne Lumumba in Frankfurt), Rum (braun oder weiß), Amaretto, Gin, Obstschnaps, Aperol (?) oder Whisky (SÜNDE!). Dann reißen viele schon mal die Acht-Euro-Grenze.
Wir halten fest: Weihnachts-Ökonomie kann auch vielschichtig sein und erheitert auch ohne Bratwurst für sechs Euro – ohne Dubai-Schokolade. Deshalb viel Spaß beim Lesen, Reflektieren vulgo wieder Leserbriefe schreiben, „warum ‚mein‘ Weihnachtsmarkt nicht dabei ist“ und hoffentlich Schmunzeln.
Zutaten und Highlights im diesjährigen Weihnachtstracker:
- Karte der Preistreiberei: Warum wir im Anstieg das Höhenplateau erreicht haben!
- Weihnachtliche Immobilienmärkte: Unser Faktencheck
- Umwidmungen: Noch findet das Christkind ein Zuhause.
- Transaktionen mit himmlischem Beistand: Es ging doch was in 2024!
Der Weihnachtsmarkt-Tracker 2024 liegt hier zum Download bereit. (161,89 KB - PDF)