Unternehmenszentrale von Vonovia
Die Zentrale von Vonovia in Bochum (Quelle: Vonovia)

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04. August 2022 | Teilen auf:

Vonovia plant mehr Wohnungsverkäufe

Der Wohnungskonzern Vonovia will sich von Objekten im Wert von rund 13 Milliarden Euro trennen.

Deutschlands größter Wohnungskonzern Vonovia hat seine Geschäftszahlen des ersten Halbjahres 2022 vorgelegt. In Summe stieg das EBITDA vor allem durch die Übernahme der Deutsche Wohnen und das Developmentgeschäft um 37,2 Prozent von 1.021,8 Millionen Euro auf 1.402,0 Millionen Euro. Dieser Anstieg führte zu einem höheren Group FFO pro Aktie, der um 5,5 Prozent stieg.

Bei der Präsentation der Zahlen kündigte Konzernchef Rolf Buch an, dass das Unternehmen im Laufe der kommenden Jahre Wohnungen und Mietshäuser im Wert von rund 13 Milliarden Euro verkaufen will. Mehr als 40.000 Wohnungen sollen auf den Markt kommen. Ziel ist es, mit den erzielten Erlösen Kredite abzuzahlen. Zudem analysiert das Unternehmen aktuell die Möglichkeit neuer Investoren-Gruppen als mögliche Partner – langfristig orientierte Anleger, die nur direkt in ein Portfolio investieren können. Weitere Zukäufe soll es nicht geben, auch nicht im Rahmen der Beteiligung am Adler-Konzern.

Vonovia hat im ersten Halbjahr 2022 1.253 Wohnungen (erstes Halbjahr 2021: 1.865) im Segment Einzelverkäufe (Recurring Sales) veräußert. Durch das geringere Volumen lag das EBITDA Recurring Sales trotz verbesserter Bruttomarge mit 74,1 Millionen Euro um 11,3 Prozent niedriger als im ersten Halbjahr 2021 (83,5 Millionen Euro).

Im Durchschnitt 7,32 Euro Miete pro Quadratmeter

Das EBITDA der Deutsche Wohnen und das EBITDA aus der Vermietung von Vonovia zusammengenommen ergeben in Summe 1.164 Millionen Euro. Der Leerstand betrug 2,2 Prozent (erstes Halbjahr 2021: 2,7 Prozent). Die marktbedingte Steigerung der Mieten lag bei 1,0 Prozent. Investitionen in Modernisierung für eine höhere Energieeffizienz führten bei der Miete zu einem Anstieg von 1,7 Prozent, Investitionen in Neubau und Dachaufstockung zu einem Mietwachstum von 0,7 Prozent. Im Portfolio in Deutschland betrug die monatliche Ist-Miete Ende Juni 2022 durchschnittlich 7,32 Euro pro Quadratmeter (inklusive Deutsche Wohnen).

Zum 30. Juni 2022 bewirtschaftete Vonovia 549.484 eigene Mietwohnungen (erstes Halbjahr 2021: 414.068), darunter rund 490.000 Wohnungen in Deutschland. Aufgrund der Marktdynamik hat Vonovia rund drei Viertel des Portfolios neu bewertet, darunter die größten und dynamischsten deutschen und schwedischen Standorte sowie Wien. Der Wertanstieg der Immobilien im ersten Halbjahr 2022 in Höhe von rund 3,8 Milliarden Euro (inklusive Investitionen) liegt vor allem an der weiterhin hohen Nachfrage nach Wohnungen, aber auch am Investitionsprogramm für Modernisierung und Neubau.

Bereits zu Jahresbeginn hatte Vonovia angekündigt, die Strategie für den Neubau an die veränderten Marktbedingungen anzupassen. Daher baut Vonovia verstärkt für den Markt und weniger für den eigenen Bestand. Die Investitionen in den Neubau für den eigenen Bestand sanken infolge dieser Entscheidung um 7,9 Prozent auf 209,3 Millionen Euro. Für den Verkauf an Dritte wurden 592 Einheiten fertiggestellt (erstes Halbjahr 2021: 452 Einheiten).

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zuletzt editiert am 04.08.2022