Anett Barsch ist Head Project Development bei Swiss Life Asset Managers Deutschland. Wir sprachen mit ihr über Projektentwicklungen in Köln.
Frau Barsch, wie wirkt sich die aktuelle wirtschaftliche Situation auf Ihre Kölner Wohnprojekte aus?
Anett Barsch: Grundsätzlich gilt: Es zählt wieder primär die Lage. Im Bürobereich kommen als weitere Argumente die ESG-Bewertung und die Flexibilität der Flächen in Hinblick auf New Work hinzu. Unser Wohnprojekt Viva Agrippina an der Riehler Straße mit 286 Wohnungen hat einen Bautenstand von insgesamt 35 Prozent erreicht. Der Vertrieb ist seit März 2023 stark rückläufig, aber er läuft auf einem niedrigeren Niveau weiter. Wegen der Qualität der Entwicklung erwarte ich, dass die Stadthäuser nachhaltig an Wert gewinnen werden. Die Quartiersentwicklung an der Franz-Geuer-Straße in Ehrenfeld mit circa 500 Wohnungen ist noch in der Phase der Planungsrechtsschaffung.
Wie sieht es bei den Büroprojekten aus?
Anett Barsch: An der Bonner Straße entwickeln wir im Joint Venture die Reiterstaffel Offices. Dort haben wir die Hälfte der circa 12.000 Quadratmeter vermietet, der Bau hat begonnen. Wir sind sicher, dass bei voranschreitenden Baufertigstellung die Mietanfragen für das DGNB-Platin-Objekt folgen werden. Die gewerbliche Quartiersentwicklung an der Eupener Straße in Braunsfeld steht noch am Anfang. Wir kommen frühestens Ende 2025 in den Bau. Hier ist die Absicht, mit vier Bauabschnitten so flexibel wie möglich auf die Nachfrage reagieren zu können.
Welche Lagen und Größenklassen sind gesucht?
Anett Barsch: B-Lagen sind zurzeit nicht attraktiv, es sei denn, sie sind extrem kostengünstig. Große Volumina, die von institutionellen Investoren abhängig sind, kommen erst, wenn der Markt wieder auf ein neues kalkulierbares Niveau eingeschwenkt ist. Zurzeit sind viele Schnäppchenjäger unterwegs.
