Eine detaillierte Außenansicht der oberen Etagen des berühmten Hotel Adlon in Berlin mit dem charakteristischen grünen Kupferdach und der Hotelbeschriftung unter einem bewölkten Himmel.
Das Berliner Adlon-Hotel kann vorerst nicht verkauft werden. (Quelle: Feinschliff/unsplash.com)

Investment 2026-09-02T10:20:41.651Z Verkauf des Hotel Adlon vorerst gescheitert

Der geplante Verkauf des Hotel Adlon hat die nötige Kapitalmehrheit verfehlt. Fondsgründer Anno August Jagdfeld kündigt einen neuen Anlauf an.

Der Verkauf des Berliner Hotel Adlon ist vorerst gescheitert. Bei einer Abstimmung des geschlossenen Adlon-Fonds stimmten zwar 86 Prozent der Gesellschafter für einen Verkauf. Gemessen am vertretenen Kapital erreichte der Beschluss jedoch nur 71,04 Prozent. Erforderlich waren 75 Prozent.

Damit fehlten 3,96 Prozentpunkte zur notwendigen Kapitalmehrheit. Anno August Jagdfeld, Gründer und Geschäftsführer des Adlon-Fonds, kündigte bereits einen neuen Anlauf für einen Verkauf der Immobilie an.

Der 1994 aufgelegte Fonds hat nach Angaben der Fondsgesellschaft rund 4.400 Anleger. Rund 99 Prozent der Gesellschafter seien Kleinanleger. In den vergangenen Jahren hätten sich zudem professionelle Zweitmarktinvestoren mit Anteilen im Nominalwert von insgesamt rund 35 Millionen Euro eingekauft.

Jagdfeld macht deren Stimmverhalten dafür verantwortlich, dass die notwendige Kapitalmehrheit trotz der hohen Zustimmung unter den Gesellschaftern nicht erreicht wurde. Angaben dazu, wie sich einzelne Investoren bei der Abstimmung verhalten haben, enthält die Mitteilung nicht.

Mindestverkaufspreis von 280 Millionen Euro

Für einen Verkauf war ein Mindestpreis von 280 Millionen Euro vorgesehen. Dieser Wert hatte nach Darstellung der Fondsgesellschaft im Vorfeld für Diskussionen gesorgt. Jagdfeld verteidigt die Höhe und verweist auf Marktrecherchen sowie die Einbindung interner und externer Fachleute.

Ein positives Votum über den Verkauf würde zunächst den Weg für ein internationales Bieterverfahren freimachen. Der tatsächliche Verkaufspreis könnte damit oberhalb des genannten Mindestpreises liegen.

„80 Prozent sind eine Untergrenze, keine Obergrenze. Wer das Adlon für wertvoller hält, verliert in einem geordneten Verfahren nichts – ein Mehrerlös käme allen zugute“, sagt Jagdfeld.

Zweiter Anlauf für Adlon-Verkauf geplant

Der Adlon-Fonds wurde 1994 aufgelegt und finanzierte den Wiederaufbau des Hotels am Pariser Platz. Das Haus wurde 1997 eröffnet und wird von Kempinski betrieben.

Nach Angaben der Fondsgesellschaft liegt der Zweitmarktkurs der Fondsanteile seit Jahren bei weniger als der Hälfte des Nominalwerts. Jagdfeld argumentiert deshalb für einen Verkauf der Immobilie und appelliert an die Kleinanleger, ihre Anteile zunächst nicht am Zweitmarkt zu veräußern.

Nach der gescheiterten Abstimmung wird die Fondsgesellschaft unverändert fortgeführt. Auswirkungen auf den Betrieb des Hotels ergeben sich daraus nicht. Jagdfeld will nach eigenen Angaben möglichst schnell eine neue Abstimmung über einen Verkauf anstoßen.

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zuletzt editiert am 02. September 2026
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