Sanierung einer Hausfassade mit teilweise abgedeckter Fläche
Rund 44 Prozent der Bauaktivitäten in Deutschland entfallen auf den Bestand. (Quelle: Vonovia)

Standorte & Märkte 2026-07-01T06:41:10.067Z Umbau gewinnt an Bedeutung

Der Greyfield Index zeigt: In immer mehr Bundesländern ist Bauen im Bestand die prägende Bauform. / Förderprogramm startet.

Der jetzt veröffentlichte Greyfield Index 2026 zeigt erstmals datenbasiert, dass in immer mehr Bundesländern das Bauen im Bestand bereits die prägende Bauform ist. Umbau, Umnutzung und Revitalisierung entwickeln sich dementsprechend zum Motor der Bauaktivität in Deutschland. Rund 44 Prozent aller bundesweiten Bauaktivitäten entfallen auf den Bestand.

Besonders deutlich wird die Entwicklung beim Blick auf die Bundesländer. In den fünf Ländern Bremen, Hessen, Nordrhein-Westfalen (NRW), Saarland und Thüringen liegt der Anteil der Bauaktivitäten im Bestand bereits über dem Neubau. Hier prägt der Bestand das Baugeschehen.

Die Unterschiede zwischen den Bundesländern machen zugleich sichtbar, wie stark die Transformation zum Bestand regional bereits vorangeschritten ist. Dort, wo Flächen knapp, Innenstädte dicht, Bestände älter und der Transformationsdruck hoch sind, gewinnt das Bauen im Bestand besonders deutlich an Bedeutung. Schlusslichter im Ranking der Bundesländer sind Brandenburg, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern.

NRW: Zwei Drittel aller Bauaktivitäten im Bestand

Im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW zeigt sich zudem eine deutliche Verschiebung in den Großstädten. Bestandsmaßnahmen liegen dort bereits deutlich über dem Neubau. In Düsseldorf und Bochum finden schon mehr als zwei Drittel aller Bauaktivitäten im Bestand statt. Der bereits im Vorjahr erkennbare Trend setzt sich damit deutlich fort. Der Bestand entwickelt sich zunehmend zum Stabilitätsanker der Bau- und Immobilienwirtschaft.

Nach den aktuellen Auswertungen liegt der aktuelle Wert des Greyfield Index bundesweit bei knapp 80 Punkten. Der Index setzt die Bauaktivitäten im Bestand ins Verhältnis zum Neubau, über Genehmigungen und Fertigstellungen, auf Bundes-, Länder- und Gemeindeebene. 100 Punkte bedeuten: gleich viel Bestand wie Neubau. Liegt der Index unter 100, überwiegt der Neubau; über 100 dominiert der Bestand. NRW erreichte zuletzt einen Wert von 105,1 und lag damit um 2,5 Prozent über dem Wert des Vorjahres 2024.

Bundesregierung startet Förderprogramm

Seit dem 1. Juli steht Geld bereit, um den Umbau von leerstehenden Büroräumen oder Gewerbeimmobilien in Wohnraum zu fördern. Die Finanzspritze der Bundesregierung kann bei der KFW beantragt werden. „Wir stellen 300 Millionen Euro bereit, um ungenutzten Büro- und Gewerbeimmobilien eine zweite Chance zu geben“, informierte Bundesbauministerin Verena Hubertz. Es können bis zu 30.000 Euro Zuschuss pro neuer Wohnheit beziehungsweise bis zu 300.000 Euro pro Investor beantragt werden. Dabei gelten Auflagen zur energetischen Sanierung.

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zuletzt editiert am 01. Juli 2026
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