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Emerging Trends in Real Estate Global Outlook 2025: Während sich Investitionschancen an der Schnittstelle von Immobilien und Infrastruktur abzeichnen, bleiben geopolitische Risiken und wirtschaftliche Unsicherheiten zentrale Herausforderungen für den Markt. (Quelle: Pixabay)

Standorte & Märkte 2025-03-12T11:04:19.649Z Globale Immobilienmärkte zwischen Optimismus und Unsicherheit

ULI und PwC erwarten wachsenden Optimismus auf den Immobilienmärkten – doch geopolitische Risiken und Zinsentwicklungen bleiben Herausforderungen.

Die Immobilienmärkte weltweit stehen an einem Wendepunkt. Während sich erste Anzeichen einer Stabilisierung abzeichnen, sorgen geopolitische Spannungen, Inflation und Zinsentwicklungen für Unsicherheiten. Das zeigt der neue „Emerging Trends in Real Estate Global Outlook 2025“, den das Urban Land Institute (ULI) und PwC zur Mipim 2025 veröffentlicht haben. Der Bericht analysiert Investitionstrends und Marktentwicklungen in Europa, Nordamerika und dem asiatisch-pazifischen Raum.

„Unser jährliches globales Stimmungsbarometer zeigt, dass die Branche bereit dafür ist, ein neues Kapitel aufzuschlagen und einen neuen Zyklus einzuleiten – angetrieben von sinkender Inflation und ersten Zinssenkungen“, sagt Lisette van Doorn, CEO von ULI Europe. „Doch breitere (geo)politische Risiken mit potenziellen monetären und makroökonomischen Auswirkungen sorgen weiterhin für Unsicherheit bei Immobilieninvestoren und -managern. Dies erfordert anhaltende Vorsicht.“

Regionale Entwicklungen: Uneinheitliche Marktdynamik

Während Europa 2024 das stärkste vierte Quartal der vergangenen zwei Jahre erlebte, zeigen sich die Märkte in Nordamerika und Asien uneinheitlich:

  • Europa: Der gewerbliche Immobilienmarkt verzeichnete im vierten Quartal ein Transaktionsvolumen von 55,6 Milliarden Euro und insgesamt 188,8 Milliarden Euro für 2024 – ein Anstieg von 12 Prozent gegenüber 2023. Zinssenkungsprogramme der Zentralbanken könnten das Marktumfeld weiter stabilisieren.
  • Nordamerika: Hier führten Zinssenkungen im September zu einem Anstieg des Transaktionsvolumens um 11,4 Prozent auf 374 Milliarden US-Dollar. Dennoch bleibt die Inflation ein Unsicherheitsfaktor.
  • Asien-Pazifik: Transaktionsvolumina stiegen um 13 Prozent auf 172,8 Milliarden US-Dollar, waren jedoch durch eine große Einzeltransaktion im vierten Quartal beeinflusst. Ohne diesen Effekt wäre das Wachstum moderater ausgefallen.

Investitionstrends: Infrastruktur und alternative Assets im Fokus

Der Bericht zeigt, dass Investoren verstärkt auf alternative Assetklassen setzen. Besonders gefragt sind:

  • Rechenzentren: Aufgrund der steigenden Nachfrage nach KI-gestützten Anwendungen und Cloud-Lösungen erreichte der Sektor Rekord-Transaktionsvolumina.
  • Energieinfrastruktur: Investitionen in erneuerbare Energien und Netzwerkausbau nehmen zu, da Energiesicherheit und Nachhaltigkeitsziele an Bedeutung gewinnen.
  • Logistik: Bleibt eine der stabilsten Assetklassen, getrieben durch den wachsenden E-Commerce-Sektor und die Neuausrichtung globaler Lieferketten.

„Die globalen Immobilienmärkte senden positive Signale“, sagt Thomas Veith, Global Real Estate Leader bei PwC. „Der Trend, dass Immobilienstrategien zur Renditesteigerung neben dem reinen Eigentum auch das operative Betreiben des Assets umfassen, zieht sich durch fast alle Anlageklassen. Dies erfordert jedoch spezialisiertes Know-how, vertikale Integration und neue Partnerschaften.“

ESG und Regulierung: Herausforderungen für Investoren

Der Bericht hebt zudem hervor, dass ESG-Kriterien weiterhin eine zentrale Rolle spielen, jedoch regional unterschiedlich gewichtet werden. Während in Europa 67 Prozent der Befragten Umwelt- und Dekarbonisierungsmaßnahmen als entscheidend ansehen, ist das Thema in Nordamerika und Asien-Pazifik weniger dominant.

Zugleich gibt es politischen Gegenwind: In den USA führt Widerstand gegen ESG-Standards zu Unsicherheiten, die auch Europa und Asien beeinflussen könnten. Experten betonen daher die Notwendigkeit, den Return on Investment (ROI) für Nachhaltigkeitsmaßnahmen stärker in den Fokus zu rücken.

Fazit: Vorsichtiger Optimismus, aber Risiken bleiben

Der Bericht sieht 2025 als potenziellen Wendepunkt für die globalen Immobilienmärkte – allerdings mit gebremster Dynamik. Während sich Investitionschancen an der Schnittstelle von Immobilien und Infrastruktur abzeichnen, bleiben geopolitische Risiken und wirtschaftliche Unsicherheiten zentrale Herausforderungen für den Markt.

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zuletzt editiert am 12. März 2025