Das Bild zeigt das Kongresszentrum in Cannes, umgeben von Palmen und mit Blick auf das Meer.
Die internationale Immobilienwelt zieht es wieder zur Mipim nach Cannes. (Quelle: S. d´Halloy/IMAGES&CO)

Mipim 2025-02-28T07:32:49.312Z „Es geht um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Branche“

Die internationale Immobilienmesse Mipim öffnet vom 11. bis 14. März 2025 in Cannes wieder ihre Türen. Wir haben führende Persönlichkeiten aus der Immobilienwirtschaft zu ihren Erwartungen und möglichen Trends befragt. Hier sind ihre Statements. Von Thorsten Schnug

Tobias Döscher, Managing Director der Accumulata Real Estate Management: „Die Mipim als eine der bedeutendsten Immobilienmessen zu Jahresbeginn bietet eine hervorragende Gelegenheit, in einem geopolitisch herausfordernden Umfeld die Stimmung unter den Marktteilnehmern zu sondieren. Die Messe ist ein guter Rahmen, um sich mit anderen Akteuren über zukünftige Entwicklungen und mögliche Strategien auszutauschen.“

Gordon Gorski, CEO der Bayerischen Hausbau Development: „Ich nutze die Messe, um einen schnellen Überblick über den Markt zu bekommen, internationale Akteure zu treffen und Chancen frühzeitig zu erkennen. Gleichzeitig schätze ich die Möglichkeit, unser Netzwerk zu stärken und in persönlichen Gesprächen mit anderen Marktteilnehmern, Investoren, Banken sowie Maklern aktuelle Projekte zu besprechen.“

Christopher Mertlitz, Head of European Investments bei W. P. Carey: „Diskussionen über die sich wandelnde Geldpolitik und wirtschaftliche Rahmenbedingungen werden wertvolle Perspektiven darauf liefern, wie sich die Branche an die veränderten Gegebenheiten anpassen kann. Der Hauptfokus liegt auf dem weiteren Zinsweg der Zentralbanken – und dessen Auswirkungen auf das Finanzierungsumfeld. Nach einem Fokus auf ‚Survive till 2025‘ hoffen viele Investoren nun, dass der Markt sich erholt und für ‚Thrive in 2025‘ bereit ist.“

Porträt Jana Mrowetz
Jana Mrowetz (Quelle: Urban Cell)

Jana Mrowetz, Geschäftsführerin von Urban Cell: „Wir müssen als Branche eine Antwort liefern, wie wir mit den globalen und gesellschaftlichen Multikrisen umgehen wollen. Dafür müssen wir umdenken und grundlegende gesellschaftliche Probleme, wie die Zersplitterung der Gesellschaft und Klimaresilienz, adressieren. Es reicht nicht mehr, die Immobilienwirtschaft nur über die Herstellung und Verwaltung von Gebäuden zu definieren. Von der Mipim erwarte ich Impulse, wie wir auf internationaler Ebene zukunftsfähige Städte und damit Investmentprodukte schaffen wollen. Die bisherige Art zu investieren und zu bauen ist an ihre Grenzen gestoßen. Es geht um nicht weniger als die Wettbewerbsfähigkeit unserer Branche.“

Ingo Weiss, Co-Founder & Managing Partner von Driven: „Die Mipim ist wichtig für den Austausch innerhalb unserer Branche. Sie ermöglicht viele Gespräche mit anderen Entscheidungsträgern innerhalb kürzester Zeit. Ich erwarte Gespräche über die Zukunft von Immobilienbranche, deutscher Wirtschaft und Politik sowie über Strategien und Ziele der verschiedensten Kollegen, die man sonst nicht so oft persönlich treffen kann.“

Porträtbild Katrin Teichert
Karin Teichert (Quelle: APCOA PARKING Deutschland GmbH)

Katrin Teichert, Geschäftsführerin von Apcoa Deutschland: „2025 wird viel Bewegung in der Branche bleiben. Vor allem Infrastruktur-Investments werden meiner Meinung nach weiter an Bedeutung gewinnen und den Diskurs in Cannes prägen. Die Mipim wird für uns wieder ein wichtiges Forum zum Jahresanfang sein.“

Blick auf Wohnen und Hotels

Gerhard Meitinger, Head of Real Estate Finance Germany der PBB Deutsche Pfandbriefbank: „Die Mipim ist und bleibt für uns ein sehr wichtiger Pflichttermin im Immobilienkalender. Nur hier können wir nationale und internationale Kunden wie Geschäftspartner an einem Ort antreffen, um die Planungen für das Jahr zu besprechen und neue Trends zu diskutieren. Die PBB hat entschieden, ihr Finanzierungsportfolio mit Nutzungsarten wie Serviced Living, Senior Living und Data Center stärker zu diversifizieren. Außerdem wird die PBB wieder verstärkt Cityhotels in den Top-Städten Europas finanzieren. Auch dazu werden wir im März in Cannes den Austausch mit unseren Partnern suchen.“

Porträtbild Johanna Fuchs-Boenisch
Johanna Fuchs-Boenisch (Quelle: susteco solutions GmbH)

Johanna Fuchs-Boenisch, Geschäftsführerin von Susteco: „Meine Erwartungen an die Mipim sind zwiegespalten. Einerseits habe ich klare Wünsche, andererseits sehe ich die realistischen Herausforderungen. Ich wünsche mir, dass die Immobilienbranche und Investoren nicht länger gegen ESG-Regulierungen wie CSRD und Co. wettern, denn diese werden kommen. Statt Energie zu verschwenden, sollten wir diese Regularien als Chance begreifen und daran arbeiten, ihre wirtschaftliche Attraktivität durch messbare KPIs, konkrete Maßnahmenkataloge und eine vernünftige Umsetzung zu untermauern. Die technologischen Lösungen dafür liegen längst auf dem Tisch – jetzt müssen wir sie endlich nutzen.“

Alexandre Grellier, Co-Founder und CEO von Drooms: „Die Stimmung auf der Mipim dürfte dank langsam anlaufender Transaktionsmärkte spürbar besser sein. Trotzdem zeigen unsere jüngsten Daten, dass die durchschnittliche Transaktionsdauer mittlerweile 363 Tage (342 Tage in 2023) beträgt. Eine Transaktion wird außerdem mit gut 7.000 GB (5.500 GB in 2023) Datenvolumen im Schnitt immer umfangreicher und komplexer. Ich denke darum, dass die Mipim auch technologische Antworten auf die Herausforderungen des Marktes geben muss.“

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zuletzt editiert am 28. Februar 2025